"BBQ aus Rheinhessen": Redaktionsbesuch von "Fulda aktuell" bei Jörn Rochow in Udenheim

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Vorfreude nach getaner Arbeit: Jörn Rochow (Mitte) gemeinsam mit „Fulda aktuell“-Objektleiter Michael Schwabe (rechts) und Redaktionsleiter Bertram Lenz.
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Ein tolles Stück Fleisch: Dry Aged Stauferico.
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Grillstätte und Filmstudio in einem: Jörn Rochow in seinem Carport.
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Es ist angerichtet!
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Kreativ-kulinarische Plauderei: Dem Macher des "You Tube"-Kanals beim Zubereiten über die Schulter geschaut

Udenheim/Fulda - Keine Frage, Grillen ist in. Immer mehr Menschen – vornehmlich Männer – stehen nicht nur zur Sommerzeit im Garten, um sich an der hohen Kunst des Zubereitens von Schmackhaftem zu üben. Dabei sind es nicht mehr nur Würstchen oder Steaks, die gegrillt werden, sondern eine ganze Bandbreite an Köstlichkeiten.

Kreativität ist gefragt, und wer schnelle Hilfe oder Anregungen benötigt, der schaut – wie bei vielen anderen Dingen auch – im Internet bei „YouTube“ vorbei. Hier hat sich seit geraumer Zeit Jörn Rochow mit seinem Kanal „BBQ aus Rheinhessen“ einen Namen gemacht und es bislang auf rund 144.000 so genannte „Abonnenten“ gebracht.

Kontakt in Fulda

Nachdem ein erster Kontakt bei der „Deutschen Grill- und BBQ-Meisterschaft“ in Fulda zustandegekommen war, hat „Fulda aktuell“ den 39-Jährigen vor Kurzem in seinem Wohnort, dem rheinland-pfälzischen Udenheim, besucht. Und dabei viel erfahren über die weite Welt des Grillens, Räucherns, des Low & Slow- Cookings sowie Outdoor- Cookings. Und durfte live dabei sein bei einer Aufnahme für „YouTube“ beziehungsweise sich munden lassen, was Rochow zuvor gezaubert hatte: Dry Aged Stauferico (trocken gereiftes Schweinefleisch), gewickelt in Lardo (grüner Speck), ergänzt mit Bratkartoffel-Würfeln. „Das Gericht hatten ,Die Zuageroasten, bei der jüngsten ,Deutschen Grill- und BBQ-Meisterschaft’ in Fulda für die Jury gezaubert“, erklärt der Familienvater.

Nur ein Hobby. . .

Das Internet hat freilich massiv dazu beigetragen, dass er viele Menschen an seinem kulinarischen Handwerk teilhaben lassen kann: Dies sowohl über „YouTube“ als auch über Grill-Know-how-Kurse, die er anbietet. Inzwischen sind es gut 60 im Jahr.

„Grillen ist ein Lifestyle-Trend“, erzählt der 39-Jährige, der seinem Hobby außerhalb des Hauses in und um den Carport herum nachgeht. Männer fühlten sich davon besonders angesprochen, weil dem Ganzen noch immer etwas Urtümliches und Abenteuerliches anhafte. „Das Ganze hat mit Spaß und Entspannung, aber auch mit Fleisch, mit Feuer und mit vielen anderen Dingen zu tun, die Männer faszinierend finden“, so Rochow, der besonders auf eines stolz ist: „Ich bin von niemandem abhängig. Alles, was ich mache, das mache ich alleine und mit meinen eigenen Gerätschaften“.

Dazu gehört neben einem Kugelgrill unter anderem auch ein so genannter „Brennwagen“, einem klassischen Gastrogerät, der mit Gas betrieben wird und mehreren Leuten genügend Raum bietet, ihrem Hobby nachzugehen. „Mein Brennwagen genießt Kultstatus“, weiß Rochow, für den Barbeque-King Ted Reader „der Grillgott schlechthin ist“. Bei der Zusammenarbeit mit ihm „könnte ich heulen vor Freude“.

Seine – nebenberufliche – Leidenschaft hat den Autodidakten vor einigen Jahren gepackt, als er bei einer Geburtstagsparty die Gäste mit Spezialitäten vom Schwenkgrill verwöhnte. Inspiriert unter anderem von Jamie Oliver, habe er sich danach immer mehr fürs Kochen und Grillen interessiert und begonnen, Rezepte nachzuempfinden. Es folgten der erste „Weber“-Kugelgrill, die Mitgliedschaft im „Grill-Sportverein“ und der filmische Beginn mit „leider viel zu statischen“ Aufnahmen. Das Ganze lief damals noch unter „UdenheimBBQ“.

Man merkt es Rochow an, dass ihn noch heute die eher unbefriedigende technische Umsetzung ärgert („Der Ton war sch…“) und er alles dransetzte, um besser zu werden. Ende 2013 änderte Rochow den Namen, und „BBQ aus Rheinhessen“ wurde ins Leben gerufen. Es folgten erste Treffen der YouTube-Grill-Blogger, „und ab da eskalierte es“. Der 39-Jährige kommt inzwischen auf über 800 Videos, die alle den gleichen Ablauf haben. Er nimmt auf und schneidet auch selbst, wobei er für Letzteres etwa eine halbe Stunde benötigt. Inzwischen kann er sich auch auf ein sehr hochstehendes technisches Equipment verlassen, der Rest war und ist „Learning by burning“.

Wie schon erwähnt, trotz solch wohl klingend kulinarischer Speisen wie „Kachelfleisch süß-sauer“, „Pfifferlingburger 2.0“ , „Dry aged Beef“ oder „Dutch Oven“ – für einen Promi hält sich Fleischsommelier Rochow überhaupt nicht. Klar mache es ihm Freude, wenn er erkannt werde, doch einen solchen Status wie „Klaus grillt“, der das Ganze hauptamtlich mache, nehme er nicht ein. Mit „Klaus grillt“ verbinde ihn im Übrigen eine Freundschaft, „und Freunde gehen offen und ehrlich miteinander um“. Überhaupt pflege man in der Szene gegenseitige Wertschätzung, so auch mit den „BBQ Pitmaster X“.

Wenn der Vater eines Sohnes nicht im Carport steht und sich grillend für „YouTube“ filmt beziehungsweise in seinem angestammten Beruf tätig ist oder als Dozent an der Fleischerei-Fachschule Augsburg lehrt, dann verfolgt der Flug-Fan mit seiner Frau ein Hobby, das man nicht vermuten würde: Beide sind nämlich begeisterte „Lego“-Sammler.

Hintergrund: Das Video

Mit seinem „YouTube“-Kanal „BBQ aus Rheinhessen“ erreicht Jörn Rochow inzwischen 144.408 Abonnenten. Dort und auf „lokalo24.de.“ wird ab Samstagmittag auch das Video zu sehen sein, das er anlässlich des Redaktionsbesuches von „Fulda aktuell“ aufgenommen hat. Die vielfältigen Aktivitäten des 39-Jährigen kann man überdies auf dessen „Facebook“-Seite verfolgen.

Wer in die idyllisch gelegene und vom Wein geprägte Gemeinde kommt, der würde nicht unbedingt vermuten, dass hier einer der bundesweit bekanntesten „YouTube“-Griller zu Hause ist. Das Bemerkenswerte an Rochow mag neben seinem Können auch sein, dass er sich selbst vollkommen unbeeindruckt von dieser Popularität zeigt und die filmische Grillkunst als Hobby bezeichnet, das er neben seinem eigentlichen Beruf – „seit 20 Jahren Kundenberater bei einer gesetzlichen Krankenkasse“ – betreibt.

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