Neue Möglichkeiten

„Beirat der Menschen mit Behinderungen“ hat getagt

Neuer Vorstand des Behindertenbeirat: Vorsitzende Lea Widmer (Mitte) mit ihren Stellvertreterinnen Manuela Pleterschek (links) und Elvira Storch (rechts).
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Neuer Vorstand des Behindertenbeirat: Vorsitzende Lea Widmer (Mitte) mit ihren Stellvertreterinnen Manuela Pleterschek (links) und Elvira Storch (rechts).

Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr hat der „Beirat der Menschen mit Behinderungen der Stadt Fulda“ (früher: Behindertenbeirat) Ende März per Videokonferenz getagt. Dabei standen die Themen Bahnhofsumbau, barrierefreie Verwaltung und die Bekämpfung der Corona-Pandemie im Fokus.

Fulda. Zu Beginn der Sitzung gedachte das Gremium des kürzlich verstorbenen Beiratsmitglieds Martin Günzel, der seit Gründung des damaligen „Behindertenbeirates“ bis zu seiner Erkrankung im vergangenen Sommer ein aktives und sehr geschätztes Mitglied war. Im Anschluss beriet der Beirat über den aktuellen Stand der Planungen zum barrierefreien Umbau des Bahnhofs und des näheren Bahnhofsumfelds bis hin zum ZOB. Bürgermeister Dag Wehner erklärte die komplexen Besitz- und Zuständigkeitsverhältnisse, die Einflussmöglichkeiten der Stadt und die geplante Einbindung des „Beirats der Menschen mit Behinderungen“. Das Gremium bekräftigte die Notwendigkeit, frühzeitig in die Planungen eingebunden zu werden, um ein barrierefreies Gesamtkonzept zu erzielen. Es wurde die besondere Wichtigkeit des Bahnhofs als Verkehrsknotenpunkt und als Eintrittspforte der Stadt hervorgehoben.

Zudem beschloss der Beirat die Empfehlung an die Verwaltung, ein barrierefreies Orientierungs- und Leitsystem in den Verwaltungsgebäuden und den musealen Räumen der Stadt zu entwickeln und in den nächsten Jahren umzusetzen. Bislang sei für blinde Menschen die selbständige Orientierung trotz geltender UN-Behindertenrechtskonvention noch in keinem Verwaltungsgebäude der Stadt möglich, so das Gremium. Auch die rollstuhlgerechte Führung durch die Gebäude ist nach Meinung des Beirates dringend zu verbessern und konsequent umzusetzen.

Weitere Anliegen waren, die Informationsmaterialien des Beirates allen Mitarbeitenden der Stadt zur Verfügung stellen zu können, die zeitnahe Instandsetzung des maroden Fußgängerüberwegs zwischen Bahnhof und ZOB und Parkmöglichkeiten für Schwerbehinderte in der oberen Bahnhofstraße auch am Nachmittag. Nach den Erfahrungen mit der Kommunalwahl regt der Beirat an, dass sich die Stadt im Rahmen ihrer Möglichkeiten auf Landesebene für mehr Barrierefreiheit bei den Wahlunterlagen und den Informationen zur barrierefreien Wahl einsetzt. „Es muss“, betont der Beirat um die Vorsitzende Lea Widmer, „gewährleistet werden, dass alle Bürgerinnen und Bürger gleichberechtigt ihr Wahlrecht ausüben können.“

Des Weiteren beschloss der Beirat eine Empfehlung an die Stadt Fulda, bei der Einrichtung von Impf- und Testmöglichkeiten zur Bekämpfung der Corona-Pandemie zeitnah darauf zu achten, dass ein flächendeckendes Angebot auch für alle Menschen mit Behinderungen vorhanden ist. Der Beirat wird die Stadt gerne bei dessen Umsetzung beraten und unterstützen.

Die Vorsitzende

Lea Widmer ist 37 und seit ihrer Geburt hochgradig sehbehindert. Nach dem Besuch einer privaten Regelschule und einer Sehbehindertenschule absolvierte sie ihr Abitur in einem Gymnasium für Blinde und Sehbehinderte. Neben einem abgeschlossenen Studium zur Diplom-Musiktherapeutin (FH) hat sie Berufserfahrung mit mehrfachbehinderten, körperbehinderten, sinnesbehinderten Kindern sowie mit erwachsenen Menschen mit psychosomatischen Erkrankungen. Sie war zudem auch in der Beratung für Menschen mit allen Arten von Behinderungen und für deren Angehörige tätig. Lea Widmer ist Hobbymusikerin, engagiert sich ehrenamtlich in der Arbeit mit Tieren und geht vielfältigen OutdoorSportarten wie Tandemfahren, Klettern und Bergsteigen nach.

Ehrenamtliche Erfahrungen hat sie vor allem im Bereich Inklusion in Vereinen. Seit 2017 ist sie Mitglied des Behindertenbeirats.

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