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"Fulda aktuell"-Gespräch mit Leitender Beraterin Monika Bracht von der Beratungsstelle Fulda der Verbraucherzentrale

Fulda - In einer Zeit, in der sich viele Menschen bei vielen Themen oftmals alleine gelassen fühlen und Probleme damit haben, ihre Rechte zu definieren und wahrzunehmen, kommt der „Verbraucherzentrale“ immer mehr große Bedeutung zu. Das betont Monika Bracht, Leitende Beraterin in Fulda. Das Büro ist seit 1990 in der Karlstraße 2 zu finden, nachdem man zunächst in der Pfandhausstraße 17 und in der Brauhausstraße 1 ansässig gewesen war.

„2017 haben wir in Fulda unser 50-jähriges Bestehen feiern können“, erinnert sich Bracht stolz, die ursprünglich Sport- und Biologielehrerin gewesen war und in den „Verbraucherzentralen“ Frankfurt und Darmstadt ihr Handwerk gelernt hat. In der Barockstadt ist sie seit 1999 an Bord.

Die erste Beratungsstelle der „Verbraucherzentrale“ (vielen noch bekannt unter dem Oberbegriff „Verbraucherberatung“) war 1967 von Cilli Schmitt in Fulda gegründet worden. Die Vorsitzende des Zweigvereins Fulda im „Katholischen Deutschen Frauenbund“ hatte sich damals schon die Aufklärung und Information von Konsumenten zum Ziel gesetzt. Zur Gründungsversammlung kamen Vertreter von 14 regionalen Verbänden zusammen, mit deren Hilfe die ersten Beratungsangebote organisiert wurden. Schwerpunktthema Ende der 1960er-Jahre: Ernährung mit all ihren Facetten.

„Die Liste derjenigen, die bei uns Hilfe und Beratung suchen, ist lang“, unterstreicht Bracht im Gespräch mit „Fulda aktuell“. Wer nur eine kurze, einfache Frage hat, dem kann schon per Telefon oder E-Mail geholfen werden. Für ein persönliches Vor-Ort-Gespräch sind dagegen Themen geeignet, die sich zum Beispiel um Versicherungen drehen oder wenn Unterlagen umfassend geprüft werden müssen. Die Kunden kommen aus Stadt und Landkreis Fulda, dem Vogelsbergkreis, aus der Region Main-Kinzig und auch aus Bad Hersfeld.

 „Gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen bilden wir ein schönes Team, das sich engagiert den Problemen und Sorgen widmet, die an uns herangetragen werden“, betont die Leitende Beraterin. In Fulda sind zwei festangestellte Mitarbeiter beschäftigt. Hinzu kommen drei Energieberater, zwei Altersvorsorge- und Versicherungsberater und ein Patientenberater. Bei allen Gesprächen mit den Kunden geht es laut Bracht darum, diesen Entscheidungshilfen an die Hand zu geben. Und dies bei durchaus höchst komplexen Themen, die folgende Bandbreite abdecken: „Geld & Versicherungen“, „Digitale Welt“, „Lebensmittel“, „Gesundheit & Pflege“, „Energie“ sowie „Verträge & Reklamation“. Oder man informiert beispielsweise aktuell darüber, wie sich Kunden des insolventen Reiseveranstalters „Thomas Cook“ verhalten sollten.

Etwas sei dabei ganz wichtig: Man müsse die anliegenden Probleme gemeinsam mit den Ratsuchenden „auf Augenhöhe“ besprechen und zu lösen versuchen. Dies, auch darauf legt Bracht Wert, (parteipolitisch) neutral und anbieterunabhängig. Vielmehr erfülle man einen Bildungsauftrag gegenüber den Verbrauchern, zumal die Flut an Produkten und Dienstleistungen immer größer werde und parallel dazu „Halb- und Falschwissen“ weit verbreitet seien.

Was wiederum nicht verwundere, denn schwer durchschaubare Formulierungen bei Versicherungen oder Verträgen bedeuteten in vielen Fällen eine Überforderung für den Einzelnen. Und gerade auch die Digitalisierung bringe immer höhere Anforderungen mit sich, Produkte verstehen zu können und die eigenen Rechte zu kennen.

Doch nicht nur Erwachsene stehen im Fokus der Arbeit von Bracht und ihren Kollegen, sondern auch junge Erwachsene. Die oftmals die Vertragslaufzeiten mit hohen Beiträgen beispielsweise bei Fitness- oder Handyverträgen nicht im Blick haben.

Bei den Bemühungen, Aufklärung zu leisten, baut die Beratungsstelle Fulda der Verbraucherzentrale auf ein funktionierendes Netzwerk. Und wie finanziert sich die Arbeit? Bracht: „Der Landkreis Fulda steuert jährlich 8.000 Euro als institutionelle Förderung bei. Hinzu kommen 3.500 Euro von der Stadt Fulda im Rahmen von freiwilligen Zuwendungen für Schuldner- und Budgetberatung. Und von der ,Jubiläumsstiftung der Sparkasse Fulda‘ haben wir 2.000 Euro erhalten“.

Weil dennoch die Kosten nicht ganz gedeckt sind, zumal viel Geld in die Qualifikation der Mitarbeiter investiert wird, sind die Beratungsstellen seit 1996 durch die Politik aufgefordert, Ratsuchende an den Kosten zu beteiligen. Durch die öffentliche Förderung sei es möglich, Menschen in finanzieller Not kostenlos zu beraten.

Info 

Die Beratungsstelle Fulda der „Verbraucherzentrale“ ist, wie erwähnt, in der Karlstraße 2 zu finden. Erreichbar per Telefon unter 0661/77453, per Fax unter 0661/242216 oder unter www.verbraucherzentrale-hessen. de .

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