Effektiver Schutz vor Corona ist möglich

Prof. Dr. med. Bernd Kronenberger ist Chefarzt der Inneren Medizin, Gastroenterologie, Hepatologie, Diabetologie, Kardiologie am „Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda“.
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Prof. Dr. med. Bernd Kronenberger ist Chefarzt der Inneren Medizin, Gastroenterologie, Hepatologie, Diabetologie, Kardiologie am „Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda“.

Bernd Kronenberger (HJK) sieht keine ausreichende Disziplin gegen das Coronavirus

Fulda. „Alarmierend“ nennt Prof. Dr. med. Bernd Kronenberger, Chefarzt der Inneren Medizin, Gastroenterologie, Hepatologie, Diabetologie, Kardiologie am „Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda“, die aktuelle Corona-Situation auf Anfrage von FULDA AKTUELL.

„Die Lage spitzt sich in der aktuell vierten Welle der Pandemie immer weiter zu. Wir haben im Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda eine interdisziplinäre Intensivstation. 25 bis 50 Prozent der internistischen Intensivkapazität wird dabei für Covid-19-Patienten bereitgestellt und diese Kapazität ist in der viertem Welle auch ausgeschöpft“, so Kronenberger. Die restlichen bereitstehenden Betten würden für Patienten gebraucht, deren Gesundheitszustand akut schlechter wird oder die als Notfall eingeliefert werden. „Mit Besorgnis sehe ich auf die Nicht-Covid-19-Fälle. Denn um diese Jahreszeit ist die Intensivstation auch bereits ohne Covid-19 schon gut ausgelastet. Andere Patienten kommen unter Umständen somit ganz klar zu kurz“, konstatiert der Chefarzt. Und er hat einen wichtigen Rat: „Um dem entgegenzuwirken, sollten sich alle Bürgerinnen und Bürger impfen lassen. Denn die Alternative zum Impfen ist, eine Covid-19-Infektion zu durchlaufen. Die Sterblichkeitsrate an Covid-19 beträgt in Deutschland zwei Prozent – das ist Wahnsinn. Wir sehen die Menschen leiden, kämpfen und sterben. Covid-19 ist real!“, so der dringliche Appell des Mediziners.

„Die Impfung wirkt hervorragend und ist sicher. Ich habe bislang keine ernsten Komplikationen beobachtet. In meiner Universitätszeit habe ich Phase III Zulassungsstudien betreut und Prüfungen der ‚FDA‘ und ‚EMA‘ erlebt. Ich habe vollstes Vertrauen in die Zulassungsbehörden. Die Phase III Studien werden mit sehr hoher Gründlichkeit durchgeführt. Man hört immer wieder, dass die Zulassung zu schnell zustande kam. Das Argument ist falsch, die Zulassung war so rasch möglich, weil es viele Patienten gab und die Wirkung so überaus deutlich war“, stellt Kronenberger klar. Angst vor Gentechnik werde auch häufig gegen die Impfung angeführt. „Doch es werden keine Gene dauerhaft ins Erbgut eingeführt. Die Alternative zum Impfstoff ist jedoch die Gefahr, sich mit SARS-CoV-2 zu infizieren. Dieses Virus hat eine riesige Erbinformation, dreimal so groß wie das Hepatitis C-Virus, und bringt rund 20 Enzyme mit. Die Impfung ist die einzige Maßnahme, die Covid-19 entgegenwirken kann“, so der Chefarzt.

„Grundsätzlich würde ich mir wünschen, dass wir keinen generellen Lockdown brauchen. Dies wäre möglich, wenn jeder verantwortlich handeln würde: sich impfen und boostern lassen, Abstandsregeln richtig einhalten, korrektes Maskentragen, Kontakte auf das Wesentliche begrenzen, regelmäßig Selbsttests machen. Mit diesen Schutzmaßnahmen wären auch Veranstaltungen relativ sicher. Leider ist die Disziplin nicht ausreichend. 2G ohne Testen und ohne Hygienemaßnahmen reicht aktuell nicht, da die Prävalenz zu hoch ist. Weil die Einhaltung aller Regeln aber unrealistisch ist, wird der Lockdown kommen. Diesen werden wir dann auch brauchen, um die Impfstoffe nicht zu zerstören. Das Impfen bei hoher Prävalenz bereitet resistenten Virusstämmen den Weg“, sagt Kronenberger.

„In den Krankenhäusern haben wir jeden Tag Kontakt zu Covid-19-Patienten. Das zeigt, dasss man sich effektiv vor Ansteckung schützen kann. Impfung und Booster sind das Rückgrat. Es ist absolut elementar, die FFP2-Maske richtig zu tragen, also Mund und Nase bedecken, auf festen Sitz zu achten, Abstand zu halten und zu lüften“, sagt der Mediziner. Ein Schnelltest gebe eine gewisse Sicherheit, wenn man ihn für vier bis acht Stunden als gültig betrachte. „Sicherheit gibt auch, wenn man sich einen kleinen und fest abgeschlossenen Bekanntenkreis sucht, zum Beispiel Familie und enge Freunde, in denen regelmäßig Tests gemacht werden“, sagt Kronenberger.

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