Beste Versorgung für Frühgeborene

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Prof.Dr.med R. Repp, Oberarzt Dr. C. Weber, Stationsleiterin M. Krimm-Schätz, Leitende Hebamme S. Weyt, Oberärztin Dr. A. Platz, Priv. -Doz. Dr. med. T. Hawighorst und Oberärztin Dr. B. Kauker. (von links)

„Perinatalzentrum“ des „Klinikums Fulda“ ist bundesweit an der Spitze.

Fulda - Seit vielen Jahren wird die Qualität der Versorgung sehr kleiner Frühgeborener deutschlandweit zentral erfasst. Das „Perinatalzentrum“ des „Klinikums Fulda“ gehört seit Beginn der Auswertungen konstant zu den besten Zentren. Am Dienstag kamen Oberärzte, Direktoren, Stationsleitung und Sprecher des Krankenversorgungsvorstands zusammen und trugen die Ergebnisse vor.

Das „Perinatalzentrum“ dient dazu, alle Schwangeren und Neugeborenen optimal zu betreuen. Im Gegensatz zu reinen Geburtskliniken verfügt ein „Perinatalzentrum“ zusätzlich über alle Voraussetzungen, um Risikoschwangerschaften, Frühgeborene und kranke Neugeborene bestmöglich medizinisch zu versorgen. Alle beteiligten Fachdisziplinen, die schwangere Frauen, Geburten und Neugeborene versorgen, arbeiten eng zusammen.

Ergebnisse

Aktuell liegt das „Klinikum Fulda“ bei dem Parameter „Frühmorbidität“ zusammen mit dem „Altonaer Kinderkrankenhaus“ von 213 Zentren auf Platz 1. Bedeutet: Die Zahl der Komplikationen bei einem Frühgeborenen ist geringer als in anderen Krankenhäusern. Unter Komplikationen fallen beispielsweise Hirnblutungen, Darm-, Augen- und Lungenerkrankungen. Grundlage dieser Auswertung sind die Behandlungsdaten der Jahre 2014 bis 2018, denn alle Zentren sind verpflichtet, ihre Behandlungsergebnisse jedes Jahr dem „Institut für Qualität und Transparenz im Gesundheitswesen“ vollständig mitzuteilen. „Wir sind optimal aufgestellt und geben den Familien mit unserer Kinderklinik vor Ort auch eine gewisse Sicherheit und Geborgenheit“, so Priv. Doz. Dr. med Thomas Hawighorst, Direktor der Frauenklinik. Die Kinderklinik arbeite Hand in Hand mit der Frauenklinik zusammen, um die besten Behandlungsmöglichkeiten für Mutter und Kind zu bieten.

„Man könnte schon sagen, dass in den letzten Jahren die Anzahl der Frühgeborenen zugenommen hat“, berichtet Hawighorst. Das liege vor allem daran, dass Frauen, die zu einer Risikogruppe gehören, beispielsweise durch hohes Alter, immer häufiger schwanger würden. So wer- den im „Klinikum Fulda“ zirca 250 Frühchen im Jahr behandelt. Darunter befinden sich 50 bis 60 sehr kleine Frühgeborene, die unter 1.500 Gramm auf die Waage bringen und in etwa in der 24. Schwangerschaftswoche zur Welt kommen. Im Vergleich: Ein normales Kind wiegt bei der Geburt mindestens 3300 Gramm.

„In vier von fünf Fällen kann eine Frühgeburt verhindert werden“, so Prof. Dr. med. Reinald Repp, Direktor der Klinik für Jugend- und Kindermedizin. So gelingt es den Ärzten des „Klinikums Fulda“ den Kindern mehr Zeit im Mutterleib zu ermöglichen um sich vollständiger zu entwickeln. Das Klinikum leiste auch im Gebiet der normalen Geburt hervorragende Arbeit. „Die Kunst eines ‚Perinatalzentrums‘ liegt unter anderem darin, den genauen Zeit- punkt für die Geburt eines Kindes zu ermitteln. So dient das Zentrum unseren Patienten als ein zusätzlicher Sicherheitsaspekt“, betont Hawighorst. 1980 seien die Überlebenschancen eines Frühgeborerenen noch sehr gering gewesen (zehn Prozent), heute läge die Chance bei 97 Prozent. „Die Technik und die Mitarbeiter arbeiten auf höchsten Niveau“, so Dr. med. Thomas Menzel, Vor- stand der Krankenversorgung des „Klinikums Fulda“. „Und auch medizinisch sind wir auf der Höhe der Zeit“, betont Repp. Bis heute wehre sich das „Klinikum Fulda“ gegen eine „Mindest-Mengen-Regelung“ (Anzahl geborener „Frühchen“). „Mehr ist nicht immer besser und bedeutet nicht Qualität“, so Menzel. Dem Klinikum gehe es um die Patienten und nicht um Zahlen.

Momentan befinden sich 24 Frühgeborene auf der Station. „Die Arbeit hier ist eine absolute Herzensangelegenheit. Es ist nicht einfach ein normaler Beruf. Das ganze Team ist engagiert, und wenn wir dann Besuch bekommen von Eltern mit ihren Kindern, die bei uns auf der Station waren, freuen wir uns sehr, dass das Kind gesund und munter ist“, erzählt Marion Krimm- Schätz, Stationsleiterin der „H 21“ der Kinderklink. Auch Oberarzt Dr. Christian Weber erzählt von dem Einsatz rund um die kleinen Patienten: „Man kümmert sich auch außerhalb der Arbeitszeiten und denkt bei auftretenden Problemen über Lösungswege nach“. Da das „Perinatalzentrum“ auch von Bürgern außerhalb von Fulda genutzt wird, gibt es für Eltern auch die Möglichkeit eines „Eltern Apartments“, um ihr Kind immer besuchen zu können. Besuchszeiten sind rund um die Uhr.

Auch das „Känguruhen“, bei dem das Kind auf den Oberkörper des Elternteils gelegt wird, sei besonders wichtig und wird zur optimalen Entwicklung des Kindes in der Station unterstützt. Vor 25 Jahren bildete sich außerdem der gleichnamige Förderverein „Känguruh“ zur Förderung der Kinder- und Jugendmedizin in Fulda. Er besteht aus Eltern und Mitarbeitern der Kinderklinik und Interessierten, die kranken Kindern und Jugendlichen helfen wollen. Wer mehr darüber erfahren möchte kann zu der Veranstaltung „25 Jahre Känguruh“ am 9. Februar von 10 bis 15 Uhr ins „Klinikum Fulda“ kommen. Außerdem gibt es auf der Internetseite www.perinatalzentren.org alle Behandlungsergebnisse über Frühgeborene seit dem Jahr 2015.

Wunderkind Frieda

Frieda kam im November 2010 als Europas jüngstes Frühchen im „Klinikum Fulda“ zur Welt. Sie war bei ihrer Geburt nur 26 Zentimeter groß und wog 460 Gramm – weniger als zwei Päckchen Butter. Statistisch hatte sie eine bescheidene Überlebenschance. Normale Schwangerschaften dauern 40 Wochen, doch Frieda wurde bereits nach 21 Wochen und fünf Tagen entbunden. Heute geht es Frieda gut. Sie fährt Inliner, im Winter Ski und flitzt auf Schlittschuhen übers Eis.

 

 

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