Zukunft der Hünfelder "Wella": Betriebsrat schlägt Abbau von 100 Stellen vor

Entscheidung über Zukunft des Werkes fällt wohl noch im August

Hünfeld - Mitte März war während einer Betriebsversammlung beim Haarprodukte-Hersteller "Wella" in Hünfeld bekannt geworden, dass der Standort Ende 2018 komplett geschlossen werden solle. 2015 hatte der "Coty"-Konzern  "Wella" von "Procter & Gamble" gekauft. Wenn es nach dem US-amerikanischen Mutterkonzern geht, sollen alle derzeit 380 Arbeitsplätze wegfallen. Nun scheint Bewegung in die Sache gekommen, denn wie der Hünfelder Betriebsratschef Norbert Herr "Fulda aktuell" am Dienstagnachmittag auf Anfrage bestätigte, werde man dem Konzern den Abbau von 100 Stellen vorschlagen.

Herr wörtlich: "Die entsprechenden Kollegen würden dann Abfindungen nach dem ,Wella-Plan' bekommen, wie wir ihn die letzten Jahre bei einem Abbau verwendet haben. Wir würden versuchen, im Wesentlichen auf freiwilliger Basis den Abbau vorzunehmen. Es haben sich zahlreiche Kolleginnen und Kollegen bei mir gemeldet, die dieses Angebot nutzen würden. Sie vertrauen mir, und unserer Belegschaft ist es bewusst, dass wir diese Maßnahme benötigen, um unsere langjährige immer wieder bewiesene Wirtschaftlichkeit wieder ins richtige Licht zu rücken."

Die Belegschaft vertraue dem Betriebsrat und könne die Überlegungen der Konzernleitung nicht nachvollziehen. Auch die Variante, im zweiten Schritt als Lohnabfüller für "Coty" tätig zu sein , habe man bisher ausgeschlagen.

Herr zufolge werde wohl noch im August eine Entscheidung über das weitere Schicksal des "Wella"-Werkes getroffen.

Am Freitag wird Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) auf Initiative der SPD-Bundestagsabgeordneten Birgit Kömpel mit dem Betriebsrat vor Ort in Hünfeld zusammentreffen. Anschließend ist ein internes Gespräch im Rathaus geplant.  

Gegenüber unserer Redaktion hat Erster Stadtrat Theo Flügel folgende Stellungnahme zu dem Komplex abgegeben: "Es haben in den letzten Monaten zahlreiche Gespräche stattgefunden, um Möglichkeiten und Chancen für das ,Wella'-Werk von ,Coty' in Hünfeld auszuloten. Besonders nach dem Gespräch, das Bürgermeister Stefan Schwenk gemeinsam mit dem Betriebsrat bei Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier geführt hatte, hat es zahlreiche Kontakte und Gespräche mit dem Land, dem Betriebsratsvorsitzenden Herr und der Werksleitung gegeben, bei denen ausgelotet wurde, welche Chancen es für das Hünfelder Werk gibt. Über die Inhalte dieser vielfältigen Gespräche möchte ich nicht öffentlich spekulieren. Nur so viel: die Stadt Hünfeld wird alles in ihren Kräften stehende tun, um dazu beizutragen, dass dieses Werk, in welcher Form auch immer, eine Zukunft hat. Unser Wunsch ist es, eine nachhaltige Lösung zu finden, die möglichst vielen der Beschäftigten eine Perspektive gibt. Daneben unternehmen wir große Anstrengungen, um den Wirtschaftsstandort Hünfeld weiter zu stärken und auszubauen, damit es auch attraktive Alternativen für die Beschäftigten gibt."

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