Bildungsexperte: Gespräch mit Gunter Geiger vom „Bonifatiushaus“

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Angenehme Plauderei: Dr. Gunter Geiger (rechts) und „Fulda aktuell“-Redaktionsleiter Bertram Lenz.  

Gunter Geiger, Direktor des Bonifatiushauses" besuchte Fulda aktuell-Redaktionsleiter Bertram Lenz.

Fulda - Er ist ein „Frankfurter Jung“, liebt die polyglotte Atmosphäre und das Flair seiner Heimatstadt – und fühlt sich dennoch mit seiner Familie in Fulda und der Region sehr wohl: Gunter Geiger. Der Diplom-Volkswirt ist Direktor des Fuldaer „Bonifatiushauses“ und plaudert im Gespräch mit „Fulda aktuell“ über Persönliches und natürlich über die Bedeutung der Bildungsstätte, deren Leitung er seit 15 Jahren inne hat. 2004 folgte Geiger in dieser Funktion Dr. Antonius Gescher. Doch zunächst allgemeine Fakten: 1954, passend zum „Bonifatiusjubiläum“ und „Deutschem Katholikentag“ in Fulda, erfolgte der Umzug vom heutigen „Hotel Lenz“ nach Neuenberg auf Weisung des damaligen Bischofs Johannes Dietz („Ein sehr weitsichtig handelnder Oberhirte“). 1978 wurde mit einem Erweiterungsbau begonnen, der am 7. November 1980 durch Bischof Eduard Schick eingeweiht wurde. Unmittelbar neben St. Andreas ist das „Bonifatiushaus“ gelegen und die alte benediktinische Tradition der Pflege von Bildung und Wissenschaft hat laut Geiger hier in abgewandelter Form seine Fortsetzung gefunden. Denn errichtet wurde der Bau auf historischem Boden, dem Ökonomiegelände des früheren Benediktinerpriorates St. Andreas. Das „Bonifatiushaus“ ist fest eingebettet in das Bistum Fulda und mit seinen Veranstaltungen seit vielen Jahren wichtiger und wesentlicher Bestandteil des öffentlichen religiösen und gesellschaftlichen Lebens. Der geistliche Bezug ist auch durch eine Kapelle gegeben, die allen Erfordernissen der erneuerten Liturgie entspricht. „Schließlich bedeutet auch unsere Pforte eine Schnittstelle zwischen Kirche und Gesellschaft. In gewisser Weise sind wir ja eine Art ,Dienstleister für das Bistum‘“, formuliert Geiger. Offiziell firmiert das „Bonifatiushaus“ als „Haus der Weiterbildung der Diözese Fulda“.

Der 51-Jährige, der wie sein Vater ursprünglich Apotheker hatte werden wollen, absolvierte ein Volkswirtschaftslehre- und Politik-Studium an der „Helmut-Schmidt-Universität“ der Bundeswehr in Hamburg, nachdem er sich dort für zwölf Jahre verpflichtet hatte. Den Bezug zu Fulda und zur Region stellte der Beginn einer Tätigkeit als Referent für Erwachsenenbildung im „Bonifatiushaus“ dar. 2001 folgte die Position als stellvertretender Leiter und drei Jahre später der anfangs erwähnte Wechsel an die Spitze des Hauses, für das heute 42 Mitarbeiter tätig sind. Darunter drei Referenten, die für die Ausgestaltung der inhaltlichen Arbeit zuständig sind. „Unser Tätigkeitsfeld gliedert sich in vier Arbeitsbereiche: Religion und Theologie, Politische Bildung, Familienbildung sowie Berufliche Bildung“, erläutert Geiger. Letztgenannter Sektor ist sehr fokussiert auf das Feld „Pflege und Gesundheit“, wo es eine Kooperation mit dem „Mutterhaus der Barmherzigen Schwestern des heiligen Vinzenz von Paul in Fulda“ gibt, um gemeinsam Fachpersonal auszubilden. Hintergrund, gerade auch bei Bildungsfragen, „sind der ganzheitliche Ansatz und die christlichen Wertvorstellungen“, wie Geiger erläutert. Alle Bereiche des Arbeitslebens spiegelten sich dort wider. Und – ganz aktuell – geht es bei der Politischen Bildung darum, „Kante zu zeigen, welche Gesinnungen mit christlichen Wertvorstellungen nicht vereinbar sind“. Damit sich die Kursteilnehmer, aber auch die Gäste der vielen Vortragsveranstaltungen zu aktuellen regionalen und überregionalen Themen, im „Bonifatiushaus“ wohlfühlen, stehen drei große Vortragsräume und sieben weitere Seminarräume unterschiedlicher Größe zur Verfügung, ausgestattet mit modernster Medientechnik. Neben weiteren Konferenzräumen gehören zwei Clubräume, eine Gästebibliothek und ein Fernsehraum sowie ein Kindergarten mit Bastelraum zum Haus. Für die Unterbringung stehen 120 Betten in 60 Zimmern (teilweise mit Verbindungstüren) für jeweils ein bis drei Personen bereit. Jedes Zimmer verfügt über Toilette und Dusche. Damit das „Bonifatiushaus“ auch weiterhin seine zentrale Position als Tagungs- und Bildungsstätte behält, informiert halbjährlich ein Programm mit einer Auflage von 5.500 Stück über die vielschichtigen Angebote. Stolz ist Geiger schließlich auch darauf, dass der Einrichtung, die zahlreiche Kooperationen und Mitgliedschaften pflegt, vom „Verein Weiterbildung Hessen“ ein Qualitätssiegel verliehen wurde. „Damit ist dem, Bonifatiushaus‘ ein hohes Qualitätsniveau in der Weiterbildung attestiert worden“.

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