Bischof Algermissen plant Lebensabend in Fulda

Bischof Algermissen (rechts, hier mit Papst Franziskus) plant seinen Lebensabend in Fulda zu verbringen 

Geistlicher Oberhirte des Bistums will Wohnung im ehemaligen Kontorgebäude von "Wein Schmitt" beziehen

Fulda - Wenn Bischof Heinz Josef Algermissen im Februar 2018 anlässlich seines 75. Geburtstags den Papst um Entpflichtung von seinem Amt bittet, wird er nicht nur seinem Bistum erhalten bleiben, sondern auch der Stadt Fulda. Allerdings wird er das Bischofshaus für einen Nachfolger im Amt freigeben. Stattdessen wird Bischof Algermissen dann eine Wohnung im ehemaligen Kontorgebäude von "Wein Schmitt" (Paulustor 6b) beziehen, wie das Bistum jetzt mitteilte.

Das Kontorgebäude befindet sich im Bistumsbesitz. Um die Immobilie sinnvoll zu nutzen, wird das ehemalige Lagerhaus zu einer Wohnung mit etwa 140 qm Wohnfläche umgebaut. Erstbezieher dieser Wohnung wird nach seinem Rücktritt Bischof Algermissen werden. Mit der Unterbringung des Bischofs in diesem Haus schlägt das Bistum quasi zwei Fliegen mit einer Klappe: Einerseits sind ohnehin Aufwendungen für Erhalt und Pflege des denkmalgeschützten Hauses aufzubringen; andererseits ist das Bistum verpflichtet, dem dann emeritierten Bischof eine angemessene Wohnung anzubieten.

Der alte Weinkeller sowie die Restauration Schmitt waren wegen Schimmelbefall nicht mehr nutzbar, werden auch in Zukunft nicht mehr nutzbar sein. Einem Abriss des Hauses stand der Denkmalschutz entgegen. Komplexe denkmalpflegerische Erfordernisse wie Sicherung der Bausubstanz, Schimmelbeseitigung und sporendichte Trennung von Gewölbekellern beziehungsweise 1. Untergeschoss und Erdgeschoss und ähnlichem waren vorzunehmen und schlagen mit rund 400.000 Euro zu Buche.

Der Umbau des ehemaligen Lagerhauses in eine Wohnimmobilie sichert nicht nur die historische Bausubstanz, sondern ermöglicht es, die Immobilie langfristig zu vermieten. Die Kosten für diese Baumaßnahmen belaufen sich voraussichtlich auf etwa 450.000 Euro. Bischof Algermissen wird sich in seiner Wohnung ein Gästezimmer, ein Arbeitszimmer und einen einfachen Andachtsraum einrichten. Die Immobilie wird so gestaltet, dass sie zu einem späteren Zeitpunkt anderweitig genutzt werden kann.

Bereits seit Beginn der Planungen sind alle erforderlichen Gremien beteiligt. Sämtliche Aufwendungen sind im Haushaltsplan des Bistums, der veröffentlicht und von unabhängigen Wirtschaftsprüfern geprüft wird, einsehbar.

Hintergrund

Vor fünf Jahren wurde der "Schmitt‘sche Weinkeller" durch das Gesundheitsamt wegen Schimmelbefalls geschlossen. Bis heute ist es nicht gelungen, die Kelleretage soweit vor Feuchtigkeit frei zu halten, sodass ein erneuter Befall ausgeschlossen werden kann. Da er nicht mehr als Weinkeller genutzt werden konnte, musste auch für das Kontorgebäude eine neue Nutzung gefunden werden. Einen Abriss hat das Denkmalamt nicht erlaubt. Es wurden umfangreiche Auflagen zur Sicherung des Gebäudes gemacht. Um es langfristig sinnvoll nutzen zu können, wird das ehemalige Lagerhaus zu einer Wohnimmobilie umgestaltet, die ein gutes Drittel des umbauten Raumes ausmacht. In dieser Lagerhalle ist bisher keinerlei Wohnungsausstattung vorhanden, wie beispielsweise Küche oder Nasszellen. Als die Liegenschaftsabteilung des Bistums nach einer Wohnung für den Bischof suchte, der nach seinem 75. Geburtstag in 2018 emeritiert werden wird, bot sich diese Immobilie als Wohnsitz für den Bischof an.

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