Das Bistum Fulda hat einen neuen Bischof: Dr. Michael Gerber feierlich ins Amt eingeführt

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Einführungsgottesdienst für Dr. Michael Gerber und anschließendes "Fest der Begegnung" 

Fulda - Beeindruckender hätte die Szenerie nicht sein können: Ein mit 1.200 Gläubigen überfüllter Dom und viele Menschen, die die Zeremonie draußen auf Leinwänden, in Gotteshäusern oder auch zu Hause live am Bildschirm verfolgten: Das Bistum Fulda hat seinen neuen Bischof Dr. Michael Gerber auf das Herzlichste willkommen geheißen. Der bisherige Weihbischof von Freiburg wurde am Sonntagnachmittag in sein neues Amt eingeführt. Danach folgte ein "Fest der Begegnung" rund um das Bischöfliche Priesterseminar, zu dem der Bischof alle Anwesenden auf das Herzlichste einlud.

Dem Sonntag waren zwei Tage des Pilgerns vorangestellt worden: Gemeinsam mit rund 800 Gläubigen war Gerber am Freitag und Samstag vom Hoherodskopf im Vogelsbergkreis über Kleinheiligkreuz bis nach Fulda gepilgert.

In seiner Predigt ging der neue Oberhirte des Bistums auf diese Pilgererfahrung ein: "Zusammen mit vielen von Ihnen durfte ich in den vergangenen beiden Tagen auf der Bonifatiusroute pilgernd unterwegs sein. Sehr viele, die mit diesem Weg in Berührung kamen, haben auf einer Schriftrolle unterschrieben. Sie ist hier vorne vor dem Altar, kommt unter dem historischen ,Codex Ragyndrudis' hervor. Darin steckt eine Botschaft. Die Geschichte, die Gott mit den Zeuginnen und Zeugen der Evangelien geschrieben hat, die Geschichte, die Gott mit Bonifatius geschrieben hat, die Geschichte, von der dieser Codex erzählt, diese seine Geschichte geht weiter mit uns."

Gerber betonte, dass Zeugen wie Bonifatius oder auch die Heilige Elisabeth uns Menschen heute eine Empfehlung mitgeben: Gestaltet eine Pastoral am Puls und in Fühlung mit den tiefen Regungen der Herzen der Menschen, die euch begegnen. Seid dabei nicht unkritisch, sondern schaltet Verstand und Herz ein. Zieht keine voreiligen Schlüsse, sondern bringt das, was ihr da entdeckt, in den Dialog mit dem Wort Gottes und mit dem Weg der Kirche. 

Erzbischof Dr. Nikola Eterović, Apostolischer Nuntius, dankte dem emeritierten Bischof  Heinz Josef Algermissen und Bistumsverwalter Professor Dr. Karlheinz Diez für deren Einsatz für das Bistum. Der neue Fuldaer Bischof Gerber sei nach Maßgabe der geltenden Ordnungen durch das Domkapitel gewählt und von Papst Franziskus zum Bischof von Fulda ernannt worden. In der Ernennungsbulle erinnere Franziskus daran, dass es der Wille Gottes sei, das Volk Gottes der Leitung von guten Hirten anzuvertrauen. 

Reinhard Kardinal Marx, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, würdigte mit erfrischenden Worten die Offenheit des neuen Fuldaer Bischofs.

Bischof Martin Hein sprach für die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck und überbrachte zugleich Grüße der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und ihres Kirchenpräsidenten Dr. Volker Jung. Man habe nicht nur gemeinsame Regionen in Hessen, sondern auch eine gemeinsame Geschichte: Der Hohe Dom von Fulda stehe über dem Grab des Bonifatius, des großen Missionars im Frankenreich. 

Der hessische Kultusminister Professor Dr. Alexander Lorz war in Vertretung des erkrankten Ministerpräsidenten Volker Bouffier gekommen und verwies darauf, dass der Beitrag der Kirchen für den Zusammenhalt der Gesellschaft dem neuen Fuldaer Bischof ein wichtiges persönliches Anliegen sei. Gerber habe  den Wunsch formuliert, es möge uns gelingen, eine „Herzenshaltung“ auszuprägen, mit der wir die gegenwärtigen Herausforderungen in Kirche und Gesellschaft konstruktiv angehen und bewältigen können. Lorz: "Zu dieser Herzensbildung gehört ganz entscheidend das Bewusstsein für die spirituellen Wurzeln unseres Gemeinwesens. Da kommt man in Fulda nicht vorbei am Heiligen Bonifatius, der ja nicht nur als Patron dieser Diözese, sondern weit über die Bistumsgrenzen hinaus als ,Apostel der Deutschen' verehrt wird". 

Ernennungen

Bischof  Gerber hat Domkapitular Professor Dr. Gerhard Stanke am Ende des Pontifikalamts zum Generalvikar und Moderator der Kurie ernannt. Zum stellvertretenden Generalvikar wurde Domkapitular Christof Steinert ernannt.

Weihbischof Diez wurde zum Bischofsvikar für Liturgie ernannt. 

Außerdem wurde Domkapitular Professor Dr. Lothar Wächter als Offizial bestätigt. Bestätigt wurde ferner Pfarrer Till Hünermund in seinem bisherigen Amt als Vizeoffizial.

Weiterhin leitete der Bischof die Wahl des Priesterrates ein, dessen Amtszeit mit der Annahme des Verzichts seines Vorgängers erloschen war.

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