Bistum Fulda: Fronleichnam in neuer Form

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Der kreative Umgang mit der Corona-Krise hat das Fronleichnamsfest in Fulda in neuer Form ermöglicht – und so eine mehr als 700 Jahre alte Tradition mit neuen Mitteln fortgesetzt. Dass aktuell corona-bedingt immer wieder neue Wege beschritten werden müssen, erinnerte Bischof Dr. Michael Gerber während des Festes vor dem Dom an das Evangelium: Schon Jesus forderte seine Jünger heraus, neue Wege zu suchen. Und wie ihnen gibt er auch uns heute Kraft für diesen Weg ins Unbekannte.

Fulda. Der Weg zu diesem anderen Fronleichnamsfest war ein Suchweg zu einer unbekannten Alternative. „Es kann sein, dass der Herr selbst uns durch den Verlust von so mancher vertrauten Form auf neue Weise formen möchte“, betonte der Fuldaer Bischof Dr. Michael Gerber in seiner Festpredigt. Vor dem Fest gab es immer neue Ansätze und Überlegungen, wie Fronleichnam unter den aktuellen Rahmenbedingungen gefeiert werden könne. So etwa in der vergangenen Woche, als Singen im Freien unter bestimmten Voraussetzungen wieder erlaubt wurde.

Der Ausdruck „Suchweg“ passt laut Gerber auch zu den Herausforderungen der Corona-Zeit: Wie bleiben wir mit Freunden und Angehörigen in Kontakt, wie finden Kinder und Jugendliche Zugang und Anschluss an die Schulbildung und besonders betroffene Branchen eine Zukunft und wie finden wir alle gemeinsam Wege aus der Pandemie?

Neue Wege

Vertraute Formen sind derzeit nicht möglich, die Sehnsucht der Menschen umso größer, gerade in bekannten Ritualen Stabilität und Sicherheit zu finden. Dennoch müssen wir damit rechnen, so Gerber, „dass der in der Eucharistie gegenwärtige Herr uns formt und dass dies Wirkung zeigt, so wie sich der Weg der Jünger bei der Begegnung mit dem Herrn in Emmaus um 180 Grad dreht.“ An Fronleichnam können wir die Eucharistie in ihrer ursprünglichen Wirkung entdecken, betont Gerber: „Als Kraft und Zurüstung für Wege ins Unbekannte, für Suchwege, für Wege in das, was jenseits unserer bisherigen Kategorien liegt.“

Der Bischof von Fulda erinnerte beispielhaft an Menschen, die sich etwa nach einem Schlaganfall, einer Krebsdiagnose oder nach einem schweren Unfall völlig neu im Leben zurechtfinden müssen und damit auf einem existenziellen Suchweg sind. Er dankte dabei allen Seelsorgerinnen und Seelsorgern, die auch unter Pandemie-Bedingungen in großer Treue Alten und Kranken beistehen.

Stehende Prozession

Stellvertretend für viele in der Pandemie-Zeit besonders geforderte Gruppen brachte Bischof Gerber das Allerheiligste in einer stehenden Prozession an drei Altäre auf dem Domplatz: Den „Altar der Nächstenliebe“, repräsentiert durch Vertreter der Klinikseelsorge Marburg, den „Altar der Familie“ mit Eltern und Kindern eines Familienkreises und an den „Altar der Barmherzigkeit“, an dem Vertreter der Caritas als Beispiel für viele weitere haupt- und ehrenamtliche Helferinnen und Helfer standen.

Musikalisch begleitet wurde das Hochfest des Leibes und Blutes Christi von Sängerinnen und Sängern des Domchores unter der Leitung von Domkapellmeister Franz-Peter Huber sowie Prof. Hans-Jürgen Kaiser an der Orgel. Dank des deutlichen Rückgangs der Corona-Fallzahlen und entsprechender Lockerungen war unter freiem Himmel zudem wieder der Gemeindegesang möglich.

Ausblick: Bonifatiusfest am Sonntag

Auch das Bonifatiusfest am Sonntag wird dank der Kreativität der Beteiligten in anderer Form als sonst gefeiert: Mit unterschiedlichen Angeboten für verschiedene Zielgruppen über den Tag verteilt. Während des Pontifikalamtes auf dem Domplatz ab 10 Uhr spricht Bischof Gerber unter anderem über seinen inhaltlichen Zugang zum Bistums-Heiligen und darüber, was uns Bonifatius heute zu sagen hat. Das Pontifikalamt wird live im Internet übertragen: www.bistum-fulda.de

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