Bistum Fulda: Weiter sinkende Einnahmen aus Kirchensteuer

Der Diözesan-Kirchensteuerrat des Bistums Fulda hat den Haushalt für das Jahr 2021 verabschiedet.
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Der Diözesan-Kirchensteuerrat des Bistums Fulda hat den Haushalt für das Jahr 2021 verabschiedet.

Um 10,9 Millionen Euro niedriger als in 2020 veranschlagt

Fulda. Der Diözesan-Kirchensteuerrat des Bistums Fulda hat den Haushalt für das Jahr 2021 verabschiedet. Schwerpunkt sind die Konzentration auf die Kernaufgaben der Kirche und entsprechende Investitionen in die Zukunft. Die Überlegungen zur Finanzplanung fanden auch vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie und deren Auswirkungen statt.

Bei sinkenden Einnahmen werden im aktuellen Haushaltsjahr die Aufwendungen die Erträge der Diözese Fulda rechnerisch um über 21,6 Millionen Euro übersteigen. Ursache dafür sind neben der Corona-Pandemie vor allem der tatsächliche, operative Aufgaben- und Regelbetrieb sowie die Unterstützungsleistungen für die unterschiedlichen Angebote und Engagements des Bistums.

Mit Aufwendungen von 143,3 Millionen Euro liegen die Planungen der Diözese um 8,5 Millionen Euro niedriger als im vorhergegangenen Haushaltsjahr. Zugleich werden die Kirchensteuereinahmen mit 102,04 Millionen Euro um 10,9 Millionen niedriger ausfallen als im Jahr 2020 veranschlagt werden konnte. Die Kirchensteuer bleibt mit 74,5 Prozent die umfangreichste Ertragsquelle des Bistums.

Für die Zukunft besteht eine wesentliche Herausforderung und Konsequenz darin, die Kernaufgaben kirchlichen Handels deutlich zu machen und diese auch zu benennen. Der Kirchensteuerrat forderte ausdrücklich, sich von Bereichen, Unternehmungen und Strukturen zu trennen, die für die Zukunft kein Potential aufweisen können und zu viel finanzielle Mittel binden. Die Handlungsfähigkeit der Diözese, der Sendungsauftrag der Kirche sowie Personal- und Finanzressourcen, die zur Umsetzung priorisierter sowie sozial-caritativer Projekte gebraucht werden, müssen unbedingt erhalten bleiben.

Die zurückgehenden Kirchensteuereinnahmen und das ausgewiesene Defizit wurden in den Gremien der Diözese, vor allem im Kirchensteuerrat intensiv und wiederholt reflektiert. „Der Kirchensteuerrat ist sich einig, dass angesichts des strukturellen Defizits sowohl aktuell als auch in der Zukunft klarer Handlungsbedarf für eine kritische Überprüfung der Ausgaben besteht“, betonte der Vorsitzende des Gremiums, Dr. Joachim Hein, in seiner Einschätzung der Situation. „Leitlinie wird es dabei sein, im Kern unseres kirchlichen Auftrags zukunftsfähig, innovativ und lebendig zu bleiben, jedoch auch weniger zentrale Aufgabenfelder zu identifizieren, die zukünftig mit weniger Geldern auskommen müssen“.

Hein formulierte zugleich den Auftrag des Kirchensteuerrates an das Bistum, ein Konsolidierungskonzept zu entwickeln. Dieses soll „zeitlich und inhaltlich noch in diesem Jahr konkretisiert und die Grundlage für die langfristigen Budgetentscheidungen sein.“ Optimistisch stimmen ihn die konstruktiven Beratungen zwischen den Aufsichtsgremien und dem Generalvikariat, sagte der Finanzexperte: „Wir werden in einzelnen Bereichen uns investiv verstärken, andere Aufgabengebiete aber auch abgeben oder reduzieren.“ Ziel sei es, in fünf bis sieben Jahren einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen zu können.

Zuversichtlich zeigte sich auch der Finanzdirektor und Diözesanökonom des Bistums Gerhard Stanke: „Wir haben in den vergangenen Jahren vorrausschauend geplant und gut gewirtschaftet. Das versetzt uns nun in die Lage, diesen Weg gemeinsam mit den Gremien selbstbestimmt gehen zu können.“

Mit dem Haushalt 2021 wurde vom Diözesankirchensteuerrat der Finanzbericht für das Haushaltsjahr 2019 mit einem Bilanzvolumen in Höhe von 730,0 Millionen Euro gegenüber 705, 40 Millionen Euro 2018) genehmigt.

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