Blanker Brechreiz!

Von HANS-PETER EHRENSBERGER Ich bin ein Star, holt mich hier raus. Umgekehrt wre es treffender formuliert: Sie sind partout

Von HANS-PETER EHRENSBERGER

Ich bin ein Star, holt mich hier raus. Umgekehrt wre es treffender formuliert: Sie sind partout keine Stars, auch wenn sie Sternchen sammeln. Und am besten sollten sie alle dort bleiben, wo sie jetzt sind. In diesem dmlichen Dschungel-Camp nmlich, irgendwo im fernen Australien. Am Arsch, pardon, anderen Ende der Welt. Niemand wird sie hier wirklich vermissen.

Leicht gleitet man in die Fkalsprache ab, wenn man sich diesen Schwachsinn hoch zehn im privaten Ekel-TV anschaut. Natrlich wird jetzt das Argument kommen, ja dann schaltet doch einfach um, ab, oder die Glotze erst gar nicht ein. Aber man will halt doch wissen, was bis zu fnf Millionen sensationsgeile und schadenfrohe Schwachkppe animiert, sich einen solchen widerlichen Schrott anzusehen. Auch um mitreden, um diese Zeilen schreiben zu knnen.

Einmal und nie wieder diese schlimme Schweinerei. Schon bei den Moderatoren dreht sich einem der Magen um, auch wenn dies eher bei Dirk Kugelbauch Bach danach ausschaut. Kurz vorm Platzen blabbert er in einer postnatalen Kindersprache Banalitten daher, dass im Vergleich selbst die Teletubbies wie Intelligenzbestien wirken. Und auch die billige Witzfigur Sonja Zicke Zietlow ist an Primitivitt und Fantasielosigkeit kaum noch zu berbieten. Dachte man eigentlich, nach den Schimpftiraden bei (Schlag den) Raab, nach einer besinnungslosen Hella von Sinnen, nach dem Hme und Spott speienden Dieter Bohlen in diversen peinlichen Casting-Shows wre die unterste Schublade schon lngst gezogen, so muss man sich mit dem Busch-Zeltlager eines Besseren belehren lassen.

Gibt es wirklich nichts Wichtigeres in diesem unserem Lande, als ausrangierte D-Klasse-Promis von anno dazumal down under Kakerlaken-Maden und Knguruh-Hoden fressen, sich Ratten und Spinnen auf den Kopf setzen, mit Wasserschlangen und Krokodilen kraulen oder die Haare mit Aalschleim einschmieren zu lassen? Pfui Deibel! Wie stark muss man als frherer Schlager-Fuzzi mit Jauche geimpft, wie tief muss man als Ex-Porno-Queen gesunken sein, dass man Rippenbrche, Magenentzndungen, blutende Wunden und Kollapse fr die abendliche Fernsehunterhaltung in Kauf nimmt? Vor allem, welch` krankes Hirn muss ein Rpel-Rapper haben, dass er den Hitlergru zeigt?

Solche Leute gehren eher in psychiatrische Behandlung als in die australische Wildnis. Mitleid mit denen ist gnzlich unangebracht dann schon eher mit den geschundenen Tieren. Aber was tut man nicht alles als viertklassiger Promi, um (wieder) ins Rampenlicht zu kommen. Zum Kotzen. Das RTL-Dschungel-Camp ein Tiefpunkt des schlechten Geschmacks!

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