Blut spenden ist auch in Krisenzeiten notwendig

Martin Klug, Gründungsmitglied des „DRK“-Ortsvereins Künzell informiert über die aktuelle Lage.

Fulda - Die aktuellen Zahlen der SARS-COV-2-Infektionen flachen langsam ab. Nun bereiten sich Krankenhäuser auf die Regelversorgung vor, daher steigt auch die Nachfrage an Blutkonserven.

Blut zu spenden ist auch in Krisenzeiten notwendig, um schwer Erkrankten und Unfallopfern helfen zu können. Dazu hat „Fulda aktuell“ Martin Klug, Gründungsmitglied des „DRK“-Ortsvereins Künzell und Mitglied des Erweiterten Präsidiums im Kreisverband, befragt.

Im Laufe seines 45-jährigen ehrenamtlichen Engagements hat er aktiv am Rettungsdienst teilgenommen, zahlreiche Ehrenämter begleitet und darüber hinaus unzählige Sanitätsdienste, Blutspendedienste sowie soziale Projekte federführend geleitet.

Fulda aktuell: Gehen aktuell weniger Menschen zum Blutspenden?

Martin Klug: Nein, das würde ich nicht sagen. 13 Prozent der Bevölkerung gehen Blut spenden. Natürlich könnte die Zahl höher sein. Aber die Pandemie hat die Menschen nicht am Spenden gehindert. Wem es wichtig ist – der tut es auch.

FA: Wie sieht das Blutspenden aktuell aus?

KLUG: Wer Blut spenden möchte, kann online einen Termin vereinbaren. Somit wird verhindert, dass zu viele Menschen gleichzeitig zum Spenden kommen. Außerdem werden Hygieneregeln strikt eingehalten. Bereits vor dem betreten des Gebäudes wird Fieber gemessen. Wer sich nicht wohlfühlt oder wenn eine erhöhte Temperatur festgestellt wird, wird die Person nach Hause geschickt. Alle Spender werden wie gewohnt vor der Spende ärztlich untersucht und auf Risiken zum Schutz der eigenen Gesundheit und des Empfängers befragt. Trennwände im Gebäude sorgen für die notwendige Abschirmung der Spender. Und sogar der Kugelschreiber kann mitgenommen werden, damit dieser nicht von einer weiteren Person benutzt werden kann.

Anmeldung Blutspenden

FA: Gibt es eine steigende Nachfrage an Blutkonserven?

KLUG: Auf jeden Fall. Seit Dienstag wird die Regelversorgung in Krankenhäusern wieder hochgefahren. Viele Operationen wurden zum Anfang der Pandemie aufgeschoben, um Betten frei zu halten für mögliche Corona-Fälle. Nun beginnt so langsam wieder der normale Alltag und somit werden auch mehr Blutkonserven benötigt.

FA: Was hat sich geändert?

KLUG:  Im Grunde hat sich nur geändert, dass die sozialen Kontakte verloren gehen. Leider können wir nach der Spendenaktion auf Grund der aktuellen Lage keine Verpflegung im Nachhinein anbieten. Das ist sehr schade.

FA: Was würden Sie Menschen raten, die Angst haben?

KLUG: Kommen Sie ruhig her und lassen Sie sich von uns die Abläufe erklären. Vor dem Blutspenden muss man wirklich keine Angst haben. Wenn man sich selbst in einer Notlage befindet, würde man sich auch von den anderen Menschen wünschen, dass diese Blut spenden.

FA: Welche Hygienemaßnahmen sollte ich vor der Blutspende treffen?

KLUG: Im Prinzip finde ich das gewissenhafte und regelmäßige Waschen der Hände am wichtigsten.

FA: Wer kann spenden?

KLUG: Prinzipiell gilt, wie auch während der Grippezeit sowie der Corona-Pandemie: Sie können spenden, wenn Sie sich gesund und fit fühlen.

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