Brand fordert Ende der "Salami-Taktik"

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Scharfe Kritik an "TenneT"-Netzausbau-Plänen: Gegenteil von versprochener Transparenz

Fulda. Angesichts "neuer Erkenntnisse aus Bund und Ländern" hat der heimische Abgeordnete Michael Brand beim geplanten Netzausbau "Ehrlichkeit von allen Seiten" verlangt. Brand nannte die "offenbar auch betriebsinternen Gründe" von Suedlink-Betreiber zur "Weigerung einer ehrlichen und ernsthaften Prüfung auch der Thürnigen-Trasse nicht akzeptabel". TenneT müsse "dringend für Klarheit sorgen", ob der Ost-Korridor möglicherweise auch deshalb aus der ernsthaften Prüfung gefallen ist, weil er sich im Gebiet des Übertragungsnetzbetreibers ´50 Hertz´ befindet und deshalb "für Tennet dort schlicht kein Geld zu verdienen" sei.

Scharfe Kritik übte Brand an der aktuellen Ankündigung von TenneT-Chef Lex Hartmann, die Antragsunterlagen für die Suedlink-Trasse noch vor Weihnachten bei der Bundesnetzagentur einzureichen. "Das schafft kein Vertrauen, im Gegenteil", so Brand. Er forderte das Unternehmen in einem aktuellen Schreiben auf seine "Salami-Taktik endlich zu beenden". Die von TenneT bei dem von Brand organisierten "Runden Tisch" im Fuldaer Landratsamt so stark betonte "Transparenz und Bürgerbeteiligung" werde zu einer Farce, wenn TenneT weiter den offenen Dialog blockiere, kritisierte der Abgeordnete."Dass der Suedlink vorangetrieben wird und gleichzeitig kein einziges Wort über die ebenfalls geplante, zusätzliche Wechselstromleitung verloren wurde, bedeutet das glatte Gegenteil von versprochener Transparenz und trifft auf unseren Widerstand in der Region."

Zudem sei das Thema "Erdverkabelung statt Trassen durch Wälder und Städte bislang bei weitem nicht angemessen anaylsiert". Es müssten "endlich, jenseits aller regionalen, kommunalen oder privaten Gründe" die "Energieszenarien und alle Optionen für Energietrassen und Windkraft offen und ehrlich auf den Tisch", forderte der Abgeordnete.

"Wer Fakten hinter dem Berg hält, oder durch ideologische Rhetorik Misstrauen sät, der darf sich über Ärger und Wut der Leute nicht wundern", betonte der Wahlkreisabgeordnete. "Die allermeisten Menschen wissen, dass unsere fossilen Energien zu Ende gehen, und alle wollen das Klima schützen. Sie sind für eine seriöse Energiewende zu gewinnen – aber dazu braucht es ehrliche Fakten und gute Argumente, nicht Festhalten an Ideologie", sagte Brand. "Wenn wir dabei Irrtümer korrigieren, hilft das sicher mehr als an alten Standpunkten um jeden Preis festhalten zu wollen". Brand bekräftigte, "dass wir bei der Bundesnetzagentur, dem Wirtschaftsministerium und anderen Beteiligten weiter darauf drängen, dass die beste Möglichkeit gegangen wird und nicht die, die am wenigsten Widerstand bedeutet". "Wer den Erfolg der Energiewende will, der muss die Menschen gewinnen – und dafür braucht es endlich mehr Klarheit und Wahrheit, gegenüber jedermann", stellte Brand abschließend fest.

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