Hollywoodstar trifft Politiker

Zwei für Tibet: Richard Gere und Michael Brand

+
Richard Gere und Michael Brand trafen sich in einem Berliner Hotel.

Der Hollywoodstar Richard Gere traf in Berlin auf den Fuldaer Bundestagsabgeordneten Michael Brand. Ihr gemeinsames Interesse gilt dem Himalaya-Staat Tibet.

Berlin. Der Hollywood-Star Richard Gere und MdB Michael Brand kamen diese Woche zu einem fast einstündigem Gespräch in Berlin zusammen. Die beiden Männer vereint gleich mehrere Dinge: Beide engagieren sich für Menschenrechte, beide machen sich stark für Tibet, beide sind „unerwünschte Personen” in China – die kommunistische Regierung hat beiden mit einem Einreise-Verbot belegt.

Der 67-Jährige US-Star hatte bei der „Oscar”-Verleihung 1993 die chinesische Tibet-Politik kritisiert; Brand hatte als Vorsitzender der Menschenrechtsausschusses im Bundestag immer wieder klar die Rechte der Tibeter und anderer Minderheiten, der Uiguren und der Christen, eingefordert und auf Veränderungen gedrängt. China versuchte daraufhin Druck auf den Fuldaer Abgeordneten auszuüben, Texte sollten zensiert und Termine bei Menschenrechtsorganisationen abgesagt werden – Brand widersetzte sich.

Die Reaktion Pekings war ein außenpolitischer Eklat und belastete auch die deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen von Kanzlerin Angela Merkel. „Religionsfreiheit gilt für alle”, so der evangelische Christ Brand im Gespräch mit dem Buddhisten Gere. „Die Tibeter sind nicht aggressiv anderen gegenüber – es gibt überhaupt keinen Grund, gegenüber Tibetern aggressiv zu sein. Fast 150 Selbstverbrennungen von tibetischen Mönchen sind ein Aufschrei und eine Mahnung an die Menschlichkeit”, so Brand. „Gerade jetzt müssten diejenigen zusammenrücken, die für Freiheit und Menschenrechte stehen, und neue Verbündete suchen. „ Das Anliegen teilte auch Richard Gere: „Gerade jetzt ist die deutsch-amerikanische Freundschaft wichtig.”

Als „guten Typen mit viel Tiefgang, politischen Kontakten und dem Willen zur Veränderung“ beschreibt der osthessische Abgeordnete den Amerikaner. Anschließend machte sich der Mann aus Philadelphia auf den Weg ins Kanzleramt – der Fuldaer Brand hatte das Treffen mit Kanzlerin Merkel eingefädelt. „Das Treffen hat politische Signalwirkung nach Peking, zumal die Bundeskanzlerin öffentlich darüber berichtet hat.”

Offizielle Termine mit Freunden des Dalai Lama führten regelmäßig zu Protestnoten Chinas. Gere und Brand plädierten für, „dies- und jenseits des Atlantiks eine aktivere Rolle in den Beziehungen zu China zu spielen”. Die systematische Zerstörung von Heiligtümern und die brutale Unterdrückung dieser einzigartigen Kultur des für seine Friedfertigkeit bekannten Volkes, sei einer so alten Kultur wie der chinesischen völlig unangemessen und trage nicht zur Verbesserung des Ansehens von China in der Welt bei. Veränderungen zum Guten seien möglich – deshalb versprachen sich die beiden: „Lasst uns weitermachen!“

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Banküberfall erfunden? Kripo nimmt zwei Männer fest und findet Geld und Waffen in Osthessen

Zwei Männer, davon ein Angestellter der Bank, sollen einen Überfall Petersberg im Dezember 2016 erfunden haben, um an Geld zu kommen.
Banküberfall erfunden? Kripo nimmt zwei Männer fest und findet Geld und Waffen in Osthessen

In der Rhönbahn: 19-Jähriger droht Zugbegleiter Gewalt an 

Während Zugfahrt von Gersfeld nach Fulda: Strafverfahren gegen jungen Mann eingeleitet
In der Rhönbahn: 19-Jähriger droht Zugbegleiter Gewalt an 

Kostenlose Erlebnisausstellung GROßE FREIHEIT – liebe.lust.leben. macht Halt in Fulda

Heute eröffnete die kostenlose Erlebnisausstellung GROßE FREIHEIT – liebe.lust.leben.  auf dem Universitätsplatz in Fulda.
Kostenlose Erlebnisausstellung GROßE FREIHEIT – liebe.lust.leben. macht Halt in Fulda

Erneute Spurensuche nach tödlichen Schüssen auf 19-jährigen Flüchtling

Einsatzkräfte des LKA und der Bereitschaftspolizei sind seit dem Montagmorgen im Münsterfeld tätig
Erneute Spurensuche nach tödlichen Schüssen auf 19-jährigen Flüchtling

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.