Brandstifter-Prozess in Fulda: 21-Jähriger zu neun Monaten auf Bewährung und 90 Sozialstunden verurteilt

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Vor dem Amtsgericht Fulda wurde gegen einen 21-Jährigen wegen Brandstiftung in sechs Fällen verhandelt.

Fulda - Vor dem Jugendschöffengericht Fulda fand am Mittwoch die Verhandlung gegen einen 21-Jährigen aus dem Südteil des Landkreises statt. Der Mann hatte im Zeitraum vom 30. August 2015 bis 21. Februar 2016 sechs Brände gelegt. In vier Fällen hatte er Blätter, Zweige, Holzstapel und Mülltonnen angesteckt, in einem Fall war ihm das Anzünden einer Scheune vorgeworfen worden. Ein weiterer Fall betraf den Versuch, ein Wohnhaus in Brand zu setzen, in dem gerade eine Feier stattfand, an der er selbst teilnahm. Seit 2014 ist der 21-Jährige bei der Freiwilligen Feuerwehr aktiv und war an vier Löscheinsätzen beteiligt. Beim Scheunenbrand setzte er selbst einen Notruf ab. "Ich war geschockt, dass das Feuer auf die Scheune übergriff", so der Angeklagte während der Verhandlung.

Der 21-Jährige gestand seine Schuld sofort ein. Auch zu Beginn der Ermittlungen hatte er sich kooperativ gezeigt. Die Öffentlichkeit wurde auf Wunsch des Verteidigers, Rechtsanwalt Uwe Heinsch beziehungsweise seines Mandanten, bei den Aussagen des Angeklagten und des Gutachters, Diplom Psychologe Klaus Glas, ausgeschlossen. "Mein Mandant wird über sehr persönliche Dinge sprechen und möchte nicht, dass diese Informationen an die Öffentlichkeit geraten", so Heinsch.

"Ich wollte niemanden verletzen und möchte mich bei allen Beteiligten entschuldigen", sagte der 21-Jährige. Er befinde sich seit Bekanntwerden der Taten in psychologischer Behandlung. Seinen Traumberuf Rettungssanitäter beim "Deutschen Roten Kreuz" habe er verloren, nachdem bekannt geworden sei, was er getan hatte. Die Ausbildung hatte gerade begonnen. Zurzeit arbeite er bei einem Autoservice. Und wohne wieder bei seinen Eltern.

Staatsanwältin Heike Meeuw-Wilken honorierte das Geständnis des 21-Jährigen. Doch sie erklärte, dass ihm hätte klar gewesen sein müssen, dass das Feuer auch auf das Wohnhaus hätte übergreifen können. "Nur durch glückliche Umstände ist das nicht passiert", so die Staatsanwältin. Und führte weiter aus: "Ich kann trotz ausführlicher Erklärung Ihrerseits nicht nachvollziehen, wie sie zu dieser Tat gekommen sind. Jeder hat mal Stress an der Arbeit und Konflikte mit Angehörigen."  Der Angeklagte habe nur dieses eine Problem, aber eine Restgefahr ginge von ihm aus.

"Mein Mandant ist kein pathologischer Brandstifter", betonte Heinsch.  Der 21-Jährige habe zwar "etwas gemacht", aber noch die Restkontrolle behalten. Daher plädierte der Verteidiger dafür, seinen Mandanten weiterhin mit einer psychologischen Betreuung zu unterstützen.

Richter Christoph Mangelsdorf erkannte die Einsicht des Täters an und verurteilte den jungen Mann zu neun Monaten auf Bewährung mit einer Bewährungszeit von zwei Jahren. Auch muss er 20 weitere Stunden bei der psychologischen Beratung verbringen und 90 Sozialstunden leisten. "Tun Sie sich den Gefallen und halten Sie sich an die Vorgaben", mahnte der Richter.

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