SPD und Bürgerliste fordern: Schlussstrich unter Standort Löschenrod und Lösung für Firma Weider

Die Bürgerliste Eichenzeill fordert einen Schkussstrich unter den Standort Löschenrod für die Firma Weider und neue Standort Vorschläge.

Eichenzell. Die Bürgerliste Eichenzell hat sich bereits vor vielen Wochen gegen den Standort „Im Oberfeld“ ausgesprochen. Auf der Bürgerversammlung am vergangen Dienstag haben sich keine neuen Fakten ergeben, die für diesen Standort sprechen.

„Es ist an der Zeit zu handeln“ sagt Oliver Kümmel, stellvertretender Vorsitzender der Gemeindevertretung und Fraktionsmitglied der Bürgerliste. „Wenn ich auf der Bürgerversammlung höre, dass die Brecheranlage inmitten von 6.000 Bürgern nur ganz knapp die Lärmgrenzwerte einhält, ohne bereits vorhanden Lärm zu berücksichtigen, dann ist spätestens an dieser Stelle die Umsiedlung nach Löschenrod absolut nicht mehr tragbar. Wenn ich weiterhin höre, dass der Grenzwert für Lärm so gerade eingehalten wird, wenn 10 Stunden Lärm auf 16 Stunden rechnerisch verteilt wird, kann ich nur noch staunen. Das ist keinem mehr zu vermitteln. Wir brauchen einen Schlussstrich. In der Gemeindevertretersitzung am 01.09.2016 wurde auf Antrag der Bürgerliste noch von allen Fraktionen einstimmig beschlossen, dass der Gemeindevorstand Hessen Mobil kontaktieren soll, um aus Lärmschutzgründen eine Geschwindigkeitsbegrenzung für die B27 zu erreichen. Jetzt kommt auf diese zu hohe Lärmbelastung durch die B27 noch eine Brecheranlage mit Lärm, Staub und Lkw-Verkehr hinzu. Wer soll dies alles das ganze Jahr über ertragen?“, so Kümmel weiter.

Für die Bürgerliste ist es unverständlich, warum immer noch am Standort „Im Oberfeld III“ festgehalten wird. Von alternativen Standorten habe man bisher nicht viel gehört, während man für den Standort Löschenrod eine Bürgerversammlung abhält und mehr und mehr Geld für neue Gutachten ausgibt.

„Es muss ein anderes Gelände für die Firma Weider gefunden werden. Davon unabhängig ist weder Löschenrod, noch eine Erweiterung in Welkers aufgrund der Nähe zur Wohnbebauung eine für die Bürger akzeptable Lösung. Wir brauchen eine Lösung für die Firma Weider und die Bürger. Hier ist Kreativität gefragt. Wir werden daher versuchen, zeitnah mit den anderen Fraktionen und über die Ortsbeiräte einen gemeinsamen neuen Lösungsansatz vorzuschlagen“, so Gerhard Dehler, Fraktionsvorsitzender der Bürgerliste und Ortsvorsteher von Eichenzell abschließend.

Die Eichenzeller SPD-Fraktion fordert den Gemeindevorstand auf, die Umsiedlungspläne der Firma Weider-Erdarbeiten in das Gebiet „Im Oberfeld“ aufzugeben. Die Gemeindevertretung möge laut SPD-Antrag beschließen, die Umsiedlung von Welkers nach Löschenrod nicht mehr weiter zu planen, zu betreiben oder sonst irgendwie zu fördern. „Wir sehen eine derart starke Abneigung gegen das Projekt, so dass es nicht mehr zu realisieren ist“, begründet Fraktionschef Lutz Köhler den Antrag der Sozialdemokraten. „Wir müssen den Willen der Bürgerinnen und Bürger ernst nehmen und sehen daher nur die Möglichkeit, die Umsiedlungspläne in Richtung Oberfeld zu beenden und keine weiteren Anstrengungen mehr zu betreiben“, ergänzt Fraktionsvize Dirk Fischer. Das Unternehmen Weider betreibt unter anderem eine Brecheranlage. Die geplante Verlagerung des Betriebssitzes hätte auch die Erweiterung der bisherigen „Brechergenehmigung“ mit sich gebracht. Köhler: „Die bisherigen Brechermengen würden sich um ein Vielfaches erhöhen, auch wenn die Beantragung einer sogenannten Z2-Erlaubnis mittlerweile vom Tisch ist.“ Nach Bekanntwerden dieser Tatsachen sei festzustellen gewesen, dass sich unter der Bürgerschaft in der Gemeinde, besonders in den Orten Eichenzell, Löschenrod und Kerzell massiver Widerstand formiert habe. „Die Anwohner haben Angst vor gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch Immissionen schädlicher Stoffe, die unbestritten in dem Brechergut vorhanden sind. Unabhängig von der Klassifizierung“, sagt Dirk Fischer. Dies sei von der Bürgerschaft in diversen Schreiben an die Gemeinde, Fraktionen und Gemeindevertreter vermittelt worden. Auch zwei große Demonstrationen hätten dies belegt. Und auch die Bürgerversammlung in Rothemann habe die Ängste und Zweifel nicht ausräumen können. Köhler: „Der Wille der Bürgerinnen und Bürger ist oberstes Gebot. Dass dieser Standort nicht zu halten ist, müsste jedem bewusst sein. Er ist einfach nicht geeignet.“

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