Eindringlicher Appell

Bürgermeister Helfrich zu Tourismussituation

Manfred Helfrich, Bürgermeister der Gemeinde Poppenhausen
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Manfred Helfrich, Bürgermeister der Gemeinde Poppenhausen

Manfred Helfrich, Bürgermeister der Gemeinde Poppenhausen (Wasserkuppe) hat sich in einer Stellungnahme mit den Folgen der Schließung von Gastronomie und Hotellerie sowie dem Ausübungsverbot für Dienstleister der Tourismusbranche befasst. Diese seien durch den aktuellen Beschluss weiter verstärkt worden. Es drohten dramatische Folgen mit zahlreichen Betriebsschließungen.

Poppenhausen. Helfrich: „In der prosperierenden Tourismusgemeinde Poppenhausen (Wasserkuppe) registrieren wir normalerweise etwa 110.000 Übernachtungen im Jahr. Bei uns und in den umliegenden Gemeinden ist der Tourismus ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, der zudem dafür sorgt, dass die örtliche Infrastruktur gesichert und weiterentwickelt wird“.

In seiner Stellungnahme spricht der Bürgermeister auch für die touristische Arbeitsgemeinschaft „Die Rhöner“, in der sich die Städte Tann und Gersfeld sowie die Gemeinden Hilders, Ehrenberg, Hofbieber und Poppenhausen organisiert haben.

Je länger der Lockdown dauere, umso schwieriger werde die Lage, die gesamte Branche samt dem davon abhängigen Gewerbe stehe mit dem Rücken an der Wand. „Die Leidensfähigkeit der Menschen, deren Verständnis für die Einschränkungen sowie Geduld auf hoffnungsvolle Zeiten schwindet zusehends“. Die Menschen würden aggressiver, wie dies auch bei den Demonstrationen gegen die Corona-Einschränkungen in Kassel zu sehen war.

Dabei führe verständlicherweise folgende Tatsache zu Missmut: „Die Deutschen fliegen nach Mallorca in den Urlaub, im eigenen Land können sie derzeit bis auf weiteres leider keinen Urlaub verbringen!?“ Leider hätten die Inzidenzzahlen wieder eine Höhe erreicht, die sehr besorgniserregend sei. Helfrich: „Tourismus und Gastronomie sind nicht die Verantwortlichen der Ausbreitung der Pandemie!“

Seines Wissens wurden in diesen Wirtschaftsbereichen funktionierende Hygienekonzepte erarbeitet und verlässlich angewendet. Was spreche dagegen, dass Ferienhäuser und Wohnmobilstellplätze von erholungssuchenden Urlaubern belegt und genutzt würden? Dort halte sich jeder in seinem Bereich auf, habe nur mit der eigenen Familie Kontakt und nicht mit Fremden. Die Infektions- beziehungsweise Ansteckungsgefahr sei dort nicht höher als Zuhause. Mit Rucksackverpflegung, die man sich vor Ort besorge, könne man zu herrlichen Wanderungen in der Rhön, im Land der offenen Fernen, aufbrechen und sich in der gepflegten Kururlandschaft erholen.

Helfrich: „Weiterhin bin ich der Auffassung, dass Restaurants bis etwa 22 Uhr öffnen könnten, um die Gäste zu versorgen und ihre Leistungen anzubieten. Die Gastwirte haben funktionsfähige Hygiene-Konzepte entwickelt und bieten zur Abstand-Haltung nur etwa die Hälfte ihrer Tischplätze an. Was spricht dagegen, dass die Einheimische und Gäste in Restaurants ein Essen einnehmen und Getränke zu sich nehmen?.“ Anders seien in diesem Zusammenhang die Bars und Bierkneipen zu beurteilen.

Es sei nicht zu verstehen und nicht akzeptabel, dass man die Branche voll gegen die Wand fahren lasse. Die finanzielle Unterstützung des Staates durch Ausgleichszahlungen, die Möglichkeit der Kurzarbeit sowie die Aussetzung der Verpflichtung der Insolvenzanmeldung seien zwar wichtige Bausteine zur Unterstützung der Tourismuswirtschaft, doch mit Zeitablauf suchten sich immer mehr Beschäftigte dieser Branche einen neuen Arbeitsplatz. Man müsse unterscheiden zwischen nebenberuflichen Tourismusanbietern, die sich etwas dazuverdienen und denen, die mit dem Tourismus ihren Lebensunterhalt bestreiten, Beschäftigte bezahlen müssen und Investitionen abtragen müssen. Untersuchungen ergaben, dass jedes vierte Tourismusunternehmen erwägen würde, aufzugeben.

Helfrich abschließend: „Die Verantwortlichen der Politik, das Corona-Kabinett, sollten zügig eine Aussicht auf Öffnung geben, sonst werden Folgen mit irreparablen Schäden riskiert“.

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