Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht vor 4.500 Anhängern auf dem Fuldaer Uniplatz

Bundeskanzlerin Angela Merkel auf Wahlkampftour in Fulda.
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Bundeskanzlerin Angela Merkel auf Wahlkampftour in Fulda.

Tausende Anhänger und einige hundert Gegner waren am Freitagabend auf dem Uniplatz in Fulda, als Kanzlerin Merkel im Wahlkampf auftrat.

Fulda - Kämpferisch gab sich Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrem Wahlkampfauftritt in Fulda. "Extremisten haben in unserem Land nichts zu suchen", rief sie den rund 4.500 Menschen - größtenteils Anhängern - zu, die am Freitagabend auf den Fuldaer Uniplatz gekommen waren. Damit spielte sie unter anderem auf die rechtsradikale Partei "Der III. Weg" an, die sich am Samstag in Fulda versammelt. Laut Polizei hatte ein Abordnung dieser "Partei" auch während der Merkel-Veranstaltung lautstark demonstriert.

Während ihrer Rede empfahl Merkel neben der Wahl des CDU-Bundestagsabgeordneten Michael Brand auch die Wiederwahl von Bernd Woide als Fuldaer Landrat. Sie sprach auch die Diesel-Problematik an: "Wir wollen die Autofahrer vernünftig behandeln, damit diese am Schluss nicht die Zeche zahlen müssen."

Fachleute und Familien

Zur Wirtschaftspolitik ihrer Partei sagte Merkel: ",Made in Germany' muss auch morgen noch ein Gütesiegel sein." Dafür brauche es gut ausgebildete Fachleute. Unterstützung für Familien in Form von Anhebung des Kindergeldes und des Existenzminimums für Kinder führte sie als Unterstützung von Familien an. "In den Familien wird die Zukunft unseres Landes gelebt", rief sie den Fuldaern zu.

Auch das Thema Europa ließ die Bundeskanzlerin in ihrer knapp halbstündigen Ansprache nicht aus: "Europa stärken heißt Deutschland stärken", so Merkel. Zur ihrer Flüchtlingspolitik sagte die Bundeskanzlerin unter anderem, dass man die Fluchtursachen bekämpfen müsse, "damit niemand seine Heimat verlassen muss."

Polizei und Ehrenamt wurden gleichermaßen gelobt, denn laut Merkel sind 25 Millionen Deutsche ehrenamtlich tätig. "Menschen engagieren sich in Deutschland für Menschen", lobte sie.

Angela Merkel war in ihrer bisher zwölf Jahre dauernden Zeit als Bundeskanzlerin bereits zum vierten Mal in der Domstadt. "Sie sind ein Fulda-Fan", sagte der Bundestagsabgeordnete Michael Brand, der der Bundeskanzlerin zwei Präsente überreichte, darunter ein Buch über die Bonifatius-Figur, die einst einen riesigen Kronleuchter im Reichstagsgebäude geziert hatte. Da Fuldas Alt-Bürgermeister Dr. Wolfgang Hamberger just an diesem Tag Geburtstag hatte, überbrachte Brand die Glückwünsche direkt vom Podium - und die Bundeskanzlerin sozusagen als Geburtstagsgeschenk.

Hessentag und Landesgartenschau

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier sagte, dass die Region Fulda stark sei und die CDU den Landkreis weiter stärken wolle. "Wir setzen uns dafür ein, dass der Hessentag 2021 und die Landesgartenschau 2023 in Fulda stattfinden werden", so Bouffier. Beides würde die Stadt noch weiter voranbringen.

Bouffier und Merkel forderten gemeinsam von den Fuldaern, der Demonstration der rechtsradikalen Partei "Der III. Weg" am Samstag friedlich, aber entschlossen entgegenzutreten. "Wir brauchen keine Belehrungen von Extremisten", sagte der Ministerpräsident.

Ebenso einig waren sich Merkel und Bouffier, dass "die Wahl noch nicht entschieden" sei. "Beide Stimmen für die CDU", rief der Ministerpräsident den Zuhörern zu. "Zwölf Jahre Merkel waren zwölf bewegte, aber gute Jahre", so Bouffier.

Unter dem Beifall der Menge machte sich Angela Merkel, die mit CDU-Generalsekretär Peter Tauber und Staatsminister Helge Braun angereist war, wieder auf den Weg. Und der Wettergott schien der Kanzlerin gewogen gewesen zu sein, denn kurz nach Merkels Abreise entlud sich ein Gewitter mit starkem Regen über der Barockstadt.

Keine Ausschreitungen

Während der Wahlkampfveranstaltung gab es laut Polizeibericht nur geringfügige Störungen, unter anderem durch einen Mann mit Megafon. "Er hatte außerdem zwei Plakate dabei, die möglicherweise strafbare Aussagen enthielten. Außerdem störten Anhänger der als rechtsextrem eingestuften Partei "Der III. Weg" die Veranstaltung mit einem Transparent. Die vier angemeldeten Gegen-Versammlungen mit insgesamt knapp 100 Teilnehmern auf dem Bahnhofsvorplatz, der Bahnhofstraße und der Rabanusstraße verliefen nahezu störungsfrei", so der Polizeibericht.

Zur Einsatzbewältigung war die Polizei mit Kräften im mittleren dreistelligen Bereich im Dienst. Das Polizeipräsidium Osthessen erhielt dabei Unterstützung von Kräften der hessischen Bereitschaftspolizei, des hessischen Landeskriminalamt sowie des Bundeskriminalamts.

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