Bundespolizei Hünfeld im Einsatz gegen illegale Einreise und Schleuser

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Kontrolle der Rollenden Landstraße in Weil/Rhein
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Durchsuchung eines  Lkws in Rosenheim

Kräfte an Grenzen zu Österreich und der Schweiz tätig / Kontrollen von Pkws, Lkws, Bussen und Güterzügen

Hünfeld - Seit mehr als zwei Jahren gehören Einsätze an den Grenzen zu Österreich und der Schweiz zum festen Aufgabenspektrum der Hünfelder Bundespolizeiabteilung. Für die Einsatzkräfte aus Osthessen liegt der Schwerpunkt der Aufgabe in der Kontrolle des grenzüberschreitenden Verkehrs. Ziel ist es, die illegale Einreise zu verhindern und Schleusungen zu erkennen. Dabei gilt es, alle Grenzübertrittsmöglichkeiten zwischen Salzburg und dem Bodensee auf gut 650 Kilometern Grenzlänge im Auge zu behalten.

In Pkws, mit Reisebussen und mit dem Personenreiseverkehr der Eisenbahnen, zum Teil aber auch versteckt in Lkws oder zu Fuß, versuchen Menschen die Grenze nach Deutschland unerlaubt zu überschreiten. Organisierte kriminelle Schleuser lassen sich ihre Kenntnisse und Unterstützung dafür gut bezahlen und suchen immer neue Wege.

Eine neue, für die illegal einreisenden Personen lebensgefährliche Methode des Grenzübertritts wird seit Herbst letzten Jahres vermehrt auf den aus Italien kommenden offenen Güterzügen für Lkw-Transporte, der sogenannten "rollenden Landstraße" festgestellt. Verborgen unter den Lkw-Aufliegern auf der offenen Ladefläche der Waggons riskieren die zum Großteil aus Afrika stammenden Menschen auf der stundenlangen Fahrt über die Alpen ihr Leben. Sie nutzen dabei das Beladen der Güterzüge oder Zwischenhalte auf der sogenannten Brennerroute in Italien, um sich unbemerkt auf den Ladeflächen der Güterwagen mit Ziel Deutschland zu verstecken. Aufgrund der Witterungsbedingungen und Temperaturen besteht bei dieser Form der illegalen Einreise eine hohe Gefahr für Gesundheit, Leib und Leben.

Um tödliche Unfälle bei der unerlaubten Einreise zu verhindern, werden diese Güterzüge deshalb bereits unmittelbar nach dem Grenzübertritt in den Bahnhöfen Rosenheim und Weil am Rhein regelmäßig kontrolliert. Hünfelder Spezialkräfte der Beweissicherungs- und Dokumentationseinheit sowie der Technischen Einsatzhundertschaft werden gemeinsam mit Kräften der Bundespolizeiinspektionen zur Suche nach den versteckten Personen eingesetzt und konnten bereits mehrere Einsatzerfolge verbuchen. Allein in der letzten Woche stellten sie 14 Personen auf den Güterzügen fest.

Seit Jahresbeginn entdeckten die Bundespolizisten bei ihren Schwerpunktaktionen zur Bekämpfung dieses Phänomens der unerlaubten Einreise bereits rund 800 Migranten unter aufgeschlitzten Planen von Sattelaufliegern, zwischen Rädern und Achsen der Lkw-Trailer oder sogar auf einem Puffer zwischen zwei Waggons. Bei der Kontrolle ist das Transportmittel selbst, aber auch die geladenen LKW nach illegal eingereisten Personen abzusuchen. Die Länge der bis zu 700 Meter langen Güterzüge erfordert eine hohe Zahl von Einsatzkräften und bedingt regelmäßig einen Einsatz im gefährlichen Gleisbereich.

Neben diesen besonderen Einsatzmaßnahmen kontrollieren und fahnden die Hünfelder weiterhin mit Kräften der Einsatzhundertschaft und der Aufklärungseinheit an den grenzüberschreitenden Bundesautobahnen und benachbarten Straßen nach geschleusten Personen. Allein an der BAB 93 wurden vor Kurzem 38 unerlaubte Einreisen festgestellt, zehn Haftbefehle vollstreckt, 130 Ordnungswidrigkeiten verfolgt und 60 sonstige Straftaten zur Anzeige gebracht. Die regelmäßige Unterstützung durch Einsatzkräfte der Einsatzhundertschaft, der Technischen Einsatzhundertschaft, der Unterstützungseinheit und der Logistikeinheit Einsatzunterstützung/Standortservice aus Hünfeld bleibt an den Grenzen nach Österreich und der Schweiz unverzichtbar und hält weiter an.

Die Bundespolizei hat zwischenzeitlich neben Rosenheim zwei neue Inspektionen in Freilassing und Kempten eröffnet und dort zusätzliches Personal bereitgestellt. Der bislang sehr große Grenzabschnitt der Inspektion Rosenheim ist damit auf drei Inspektionen mit eigenen Führungsgruppen aufgeteilt. Für die Führungsgruppen der Hünfelder Abteilung aus Stab und Hundertschaft ist dadurch der Einsatz zur Verstärkung in Rosenheim zunächst beendet.

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