Caritas in Fulda gibt Startschuss für Spezial-Pflegeheim und Tagesförderstätte

Spatenstich für einzigartiges Projekt / Dippel: "Leuchtturmprojekt" für das ganze Land

Fulda - Alles andere als novembergrau präsentierte sich der Zeitpunkt, als in den Räumen der "Caritas-Werkstatt" Vinzenz-Straße am Fuldaer Neuenberg die offizielle Feier zum Bau einer Doppeleinrichtung von Altenhilfe und Behindertenhilfe startete. Auf dem Grundstück gleich neben der Werkstatt entsteht bis 2020 ein Spezial-Pflegeheim für Menschen mit Behinderung wie auch eine Tagesförderstätte für Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen, also etwa Unfallopfer oder Schlaganfall-Geschädigte.

Bevor zum Höhepunkt die etwa 100 Anwesenden und Gäste heraustraten, der Caritas-Aufsichtsratsvorsitzende Monsignore Elmar Gurk das Grundstück weihte, und unter Beifall mit rund 15 Beteiligten der Spatenstich erfolgte, gab es zunächst ein abwechslungsreiches Programm mit Ansprachen und Grußworten, das durch einen musikalischen Beitrag von Werner Neubauer (Mundharmonika) und Harald Kirchner (Akkordeon) vom Taubblindenheim sowie ein musikalisches Spiel der Kita-Kinder von der nahen Kindertagesstätte St. Andreas angereichert wurde.

Zum Auftakt hatten Diözesan-Caritasdirektor Dr. Markus Juch und Vorstandsmitglied Ansgar Erb die beiden Projekte, die nun mit dem Bau verwirklicht werden, konzeptionell vorgestellt und auch zum Bau und zu seiner Finanzierung Infos geliefert. So wird das Pflegeheim mit 32 Plätzen vor allem für ältere pflegebedürftige Menschen mit geistiger Behinderung, aber auch für Menschen mit Sinnesbehinderungen wie Blindheit und Gehörlosigkeit oder Menschen mit Demenz eine Heimat sein. Beiträge zu den Baukosten kamen neben den Eigenmitteln von Kirche und Caritas unter anderem vom Hessischen Sozialministerium (Zuschuss und Darlehen); die Aktion Mensch steuerte einen Zuschuss speziell zur Errichtung der Tagesförderstätte bei.

Diese Tagesförderstätte wird 20 Menschen Platz bieten und richtet sich an Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen. Für diese Betroffenen gibt es bisher kein adäquates Angebot zur Teilhabe an Bildung und Arbeit und zur Tagesstruktur, bei dem die besonderen Betreuungsanforderungen der Zielgruppe an die Rehabilitationsmaßahme Berücksichtigung finden. Für diese neue Tagesförderstätte, die – so betonten mehrere unter den Rednern – in der Form bisher einmalig in Hessen und Deutschland ist, arbeitet die Caritas konzeptionell und auch später nach Inbetriebmaßnahme mit dem BDH Bundesverband Rehabilitation zusammen – die Grußworte des BDH kamen von der Bundesvorsitzenden Ilse Müller und dem Fuldaer Vorsitzenden Hermann Auth.

Weitere Grußworte kamen vom ständigen Vertreter des Diözesan-Administrators, Professor Dr. Gerhard Stanke, und vom Staatssekretär aus dem Sozialministerium, Dr. Wolfgang Dippel. Er unterstrich, dass Fulda eine lebendige Region sei, in der viel bewegt würde. Daher passe es, dass die neue Einrichtung als Leuchtturmprojekt für das ganze Land hier entstehe.

Für die Stadt Fulda sprach Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld, und für den Landeswohlfahrtsverband kam das Grußwort vom Ersten Beigeordneten Sr. Andreas Jürgens. Beide gratulierten zum Start des Bauprojektes und wünschten für die Phase der Errichtung alles Gute. Letzte Rednerin war die zukünftige Landtagsabgeordnete der Grünen, Silvia Brünnel, die betonte, dass die Caritas schon mehrfach Vorbildfunktion in der Region übernommen habe, und dass auch die neue Einrichtung in dieser Hinsicht vorbildlich sei.

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