Pro und Contra: Allgemeines Verbot von Silvester-Feuerwerk?

Die Redaktionsmitglieder Antonia Schmidt und Christopher Göbel diskutieren über ein allgemeines Verbot von Silvester-Feuerwerk.

Antonia Schmidt für die Pro-Seite: Lasst lieber Profis ran

Ich kann den lieben Feuerwerkszündern nur Applaudieren. Jedes Jahr ärgere ich mich über den Krach zum Jahreswechsel. Schon als Kind fand ich diese Knallerei an Silvester schrecklich. So manche falsch gestartete Rakete flog auch schon knapp über meinen Kopf hinweg. Es ist kein Wunder, dass es für die Zündung von Feuerwerkskörpern Regeln gibt, die an Silvester und an den Tagen davor oft ignoriert werden. Brandverletzungen und abgetrennte Gliedmaßen sind daher kein Wunder. Auch verstehe ich nicht, wie Menschen ständig über zu wenig Geld jammern können aber es in der Silvesternacht dann verschießen. Als Hundehalterin und Tierschützerin ist mir das Silvesterfeuerwerk natürlich auch aus Sicht der Tiere ein Dorn im Auge. Auch dieses Jahr zitterte sich meine Hündin in das neue Jahr. Den ganzen Tag sind wir angespannt, da es wirklich manche Menschen gibt, die meinen, den ganzen Tag rum knallen zu müssen. Rückzugsort ist für uns tagsüber der Wald. Dabei möchte ich anmerken, dass meine Hündin acht Jahre lang die Silvesternacht friedlich verschlafen hat und erst durch ein Feuerwerk in einer Sommernacht, dass völlig unerwartet gezündet wurde, verschreckt wurde. Dieses Erlebnis durchlebt sie nun jedes Jahr aufs neue. Auch da waren Amateure am Werk. Ich begrüße die Idee von ausschließlich Feuerwerken von Profis. Denn auch dann wäre gewährleistet, dass der ganze Müll, der von Privatleuten scheinbar nicht weggeräumt werden kann, von den Straßen verschwindet.

Christopher Göbel für die Contra-Seite: Vollkommen überzogene Forderung

Gerade ist die Silvesternacht vorbei, da werde ich von einem „Facebook“-Bekannten dazu aufgefordert, eine Petition von „Peta“ zu unterschreiben. Tenor der Forderung: Privates Feuerwerk an Silvester zu verbieten. Natürlich wegen der armen Tiere. Natürlich bin ich gegen jegliche Tierquälerei, aber ich bin auch gegen jegliche militante Form der „Überzeugung“, wenn jemand nicht mit Verbänden wie der „Peta“ konform geht. Ich werde diese Petition mit Sicherheit nicht unterschreiben. Zwar habe ich in diesem Jahr keine Feuerwerksraketen oder Böller gekauft, aber ich habe mich kurz vor dem Jahreswechsel darüber gefreut, als der Himmel erstrahlte. Ich wollte nicht daran denken, wie viele Millionen Euro da am Himmel verpufft sind. Und auch nicht, wieviel zusätzlicher Feinstaub in die Atmosphäre gepustet wurde. Warum ich nicht daran denken wollte? Weil es einmal im Jahr ist. Weil ich gesehen habe, wie vielen Menschen es Freude bereitet hat. Und dort, wo ich war, ist der Jahreswechsel zum Glück auch friedlich gefeiert worden. Tierschutz ist okay, aber Silversterfeuerwerk auch. Wer Tiere hat, kann für diese eine Nacht im Jahr auch dafür sorgen, dass diese sicher und möglichst schallgeschützt über den Jahreswechsel kommen. Dafür allen das Feuerwerk zu verbieten, ist vollkommen überzogen. Dennoch muss ich sagen, dass die Chaoten, die meinen, vom 29. Dezember bis zum 3. Januar böllern zu müssen, auch mir auf die Nerven gehen. Aber das ist zum Glück nicht die Mehrheit.

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