Pro & Contra: Darf man digitale Weihnachtsgrüße verschicken?

Antonia Schmidt und Christopher Göbel diskutieren, wie man heutzutage Weihnachtsgrüße versenden sollte.

Auch digital kann man an die Lieben denken

Christopher Göbel

Die obige Frage kann ich guten Gewissens mit „ja“ beantworten. Ich weiß nämlich, was mit den meisten Weihnachtskarten aus Papier passiert: Sie landen früher oder später im Papierkorb – wie liebevoll und hübsch sie auch gestaltet sind. Ich freue ich über Weihnachts- und Neujahrsgrüße per „WhatsApp“, „Facebook“ oder E-Mail ganz genauso wie über diejenigen, die mich per Briefpost erreichen. Digitale Grüße haben für mich den Vorteil, dass ich sie direkt auf Smartphone oder Computer speichern kann. Und dort kann ich sie mir immer mal wieder ansehen. Die Papierkarte im Müll ist für immer verloren. Auch wenn ich weiß, dass manche davon mit viel Liebe und Arbeit hergestellt und geschrieben worden sind. Aber irgendwann nehmen diese Karten leider nur noch Platz weg.

Ich bastele selbst seit Jahren am Computer Weihnachtsgrüße und verschicke diese auf den vorhin genannten digitalen Wege. Bisher hat sich noch niemand beschwert – nein, es kam meistens ein Dank für die lieben und schönen Grüße zurück. Diese direkte Antwortmöglichkeit gibt es bei Brief-Postkarten nicht. In unserem digitalen Zeitalter werde ich auf jeden Fall beim digitalen Weihnachtgrüße-Versand bleiben, denn diejenigen, die ich bedenke, wissen es einfach zu schätzen, dass ich an sie denke. Und wer sich tatsächlich allem Neuen verweigert, mir aber besonders am Herzen liegt, der bekommt einen Ausdruck meiner digitalen Weihnachtspost ;-) !

Handgeschrieben und mit viel Herz

Antonia Schmidt

Ich begrüße den technischen Fortschritt, vieles wird mit elektrischen beziehungsweise digitalen Helfern einfacher. Doch die handgeschriebenen Weihnachtsgrüße ersetzen sie nicht. Es ist doch immer eine große Freude, wenn zwischen Rechnungen und anderen Geschäftsbriefen ein hübscher Weihnachtsgruß liegt.

Die vielen Grüße per „Whats-App“, „Facebook“ oder E-Mail haben für mich keine große Bedeutung. Man kann da schon von Spam reden. Viele meinen es natürlich gut und möchten zeigen, dass sie an einen denken. Aber wenn ich zum zehnten Mal das selbe Bild geschickt bekomme, frage ich mich manchmal wirklich, ob diese digitale Post Fluch oder Segen ist. Ich verbringe viel Zeit mit meinem Smartphone. Es ist mein ständiger Begleiter, durch die Arbeit bei „Fulda aktuell“ wurde es fast unabkömmlich. Immer auf den neuesten Stand und immer erreichbar sein. Wenn ich dann abends auf der Couch liege, freue ich mich, wenn das Handy mal still ist. Die vielen Adventsgrüße via Messenger sind da doch etwas störend. Und landen letzten Endes im digitalen Papierkorb. Für handgeschriebene Post nehme ich mir gerne Zeit und lese sie aufmerksam. Schöne Karten hebe ich auch gern mal auf.

Natürlich wandern die meisten nach dem Lesen in den Müll. Ich hebe ja auch keine Joghurtbecher auf. Die Botschaft: „An jemanden zu denken“. Ist durch das Lesen der Karte angekommen.

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