Pro & Contra: Ist der Einhorn-Hype gerechtfertigt?

Antonia Schmidt und Christopher Göbel vertreten unterschiedliche Meinungen zur derzeitigen Einhorn-Mania - vor allem bei Mädchen und Frauen.

Pro Christopher Göbel: Einhorn-Schrein im Kinderzimmer

Einhörner – gibt’s derzeit in jeglichen Formen und natürlich mit Regenbogenfarben, Glitzer und sogar als Duft. „Einhorn-Pups“ nennt sich das. Ich finde das cool – von meiner Tochter und ihren Freundinnen ganz zu schweigen. Die Meinige hat sich einen „Einhorn-Schrein“ im Zimmer aufgebaut. Mit Einhorn-Kopfhörern, Einhorn-Cerealien-Packungen, einem Einhorn-Piñata für den Kindergeburtstag, Einhorn-Kuschelkissen, Einhorn... ich weiß gar nicht mehr, was noch alles. Ich habe kein Problem damit, denn wenn es ihr gefällt, dann soll sie ihren Spaß damit haben. Ich selbst habe als Kind auch gerne gesammelt. Pumuckl war das damals. Und noch so einiges anderes. Chiara ist zehn Jahre alt und in ihrem Freundeskreis ist der Einhorn-Hype ebenso ausgebrochen. Wir haben auch „Monster High“, „Polly Pocket“ und „Fidget Spinner“ überlebt – also werden wir auch über die Einhorn-Mania hinwegkommen. Ich selbst ertappe mich dabei, in allen möglichen Geschäften genauer hinzuschauen, wenn mir etwas mit Einhörnern begegnet. Denn Chiara hat ihre Geburtstagswünsche schon ganz klar geäußert: „Auf jeden Fall etwas mit Einhörnern“. Dann soll es so sein und als Papa werde ich dem Wunsch natürlich nachkommen. Und wenn ich dann auch noch etwas finde, das außer dem Einhorn-Style auch nach alltagsgebräuchlich nützlich ist, dann ist das umso besser. Einhörner sind weniger „schädlich“ als manch andere Dinge, auf die unser Nachwuchs gelegentlich steht.

Contra Antonia Schmidt: Ich kann keine Einhörner mehr sehen

Sich sein inneres Kind bewahren, dass ist auch gut und richtig. Aber dieser Einhorn-Wahn nimmt mittlerweile Formen an, die ich nicht mehr schön finde. Welcher erwachsene Mensch möchte bitte in einem Auto mit einem Einhorn auf den Türen und auf der Motorhaube fahren? Geht´s noch?! Dieser Einhorn-Hype wird von klugen Marketingleuten ausgenutzt. So musste ich im Supermarkt schon Einhorn-Würstchen sehen. Den Schnaps in pastellrosa habe ich mir noch gerade gefallen lassen, obwohl ich es nicht gut finde, Alkohol zu verniedlichen. Denn auch im Einhorn-Style bleibt es Alkohol, der bei übermäßigem Verzehr schädlich für den Körper ist. Wenn ich die meist weiblichen Erwachsenen dann noch beim Kauf dieser „Zutaten“ sehe schäme ich mich wirklich fremd. „Ohhhh wie süß ist das denn?“. In diesen Momenten kann man den Marketingverantwortlichen der Firmen nur gratulieren. Sie haben ein Produkt, dass wahrscheinlich ohne Einhorn im Regal stehen gelassen würde zum Verkaufsschlager gemacht. Ich bezweifle, dass das ausgestellte Fahrzeug jemals einen Besitzer findet. Jetzt mal ehrlich: Ich verhalte mich auch häufig nicht meines Alters entsprechend flippe bei bekannten Kinderliedern völlig aus und hüpfe auch auf Trampolinen umher, weil es mir Spaß macht. Aber dieser Einhorn-Wahn nervt. Von den „Anhängern“ ganz zu schweigen. Einhorn hin oder her aber bitte liebe Einhorn-Fans bleibt auf den Teppich, wenn ihr schon über zwölf Jahre seid.

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