Pro & Contra: Halloween: Mit Spuk oder ohne?

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Jennifer Sippel und Christopher Göbel vertreten unterschiedliche Meinungen zum Thema "Halloween".

Lasst uns Gespenster und Gruselgestalten sein

Heute Abend ist Halloween. Man mag sagen, was man will: Für unsere Kinder ist die Sitte, von Haustür zu Haustür zu ziehen, attraktiv – und nicht zuletzt lukrativ, was die Süßigkeiten-Schublade angeht. Es macht den Kids Spaß, sich zu verkleiden, sich gruselig zu schminken und dann spukend und heulend einmal im Jahr das zu sein, was sie sonst nicht sein können: Gruselige Gespenster, murmelnde Mumien, wilde Vampire oder huschende Hexen. Das ist eine Abwechslung zu Prinzessinnen, Marienkäfern oder Cow­boys, die zum Fasching aktuell sind.

Aus meiner Kindheit kenne ich es allerdings eher, dass wir am Nikolausabend herumgingen, ein Sprüchlein aufsagten und dann Schokolade, Äpfel und andere Leckereien im Beutel nach Hause brachten. Wer heute als Geist an Halloween umgeht, wird aber dennoch an Martinsumzügen und am "Kläuschen” teilnehmen. Da braucht sich die Kirche keine Gedanken zu machen. Vor allem, weil die Kirche Halloween oder "All Hallows Eve” (Abend vor Allerheiligen) miterfunden hat.

Statt Halloween als heidnisch  zu verdammen sollten Gläubige beider christlichen Konfessionen sich mit dem Thema auseinandersetzen und Programm ersinnen, den katholischen Brauch in das heutige Kirchengefüge einzubinden. Lasst uns den Spaß, die Geisterwelt ein einziges Mal im Jahr auferstehen zu lassen, beim Kochen und Backen gruselig kreativ zu werden und uns kurz vor dem Beginn der Karnevalszeit schon zu kostümieren. In diesem Sinne: "Allen Leserinnen und Lesern ein Happy Halloween!”

Bitte keine Monster vor meiner Haustür

Ich finde es nicht sehr amüsant, wenn es zum zehnten Mal an der Haustür Sturm läutet und der schrille Schlachtruf "Süßes oder Saures!" ertönt. Wenn in der Nachbarschaft faule Eier an die Fensterscheiben klatschen oder der Briefkasten mit einem Böller in die Luft gesprengt wird. Halloween, das Fest der Untoten und Dämonen, ist ein beliebter Anlass, Schabernack in Vandalismus ausarten zu lassen.

Als Kind bin ich am 10. November mit Freunden von Haustür zu Haustür gezogen. Und zwar bei "Matten Matten Mären". Ähnlich wie beim katholischen Martinssingen gehen Kinder dabei in kleinen Gruppen von Tür zu Tür und singen ein Lied oder sagen ein Gedicht auf. Dafür haben wir Nüsse, Mandarinen, ein paar Süßigkeiten oder ein bisschen Geld bekommen. Ein typischer "Brauch" aus der Region Hannover. Wir haben also etwas Nettes getan, indem wir gesungen oder Gedichte vorgetragen haben und dafür eine "Belohnung" erhalten. Und den Menschen nicht einfach ein "Süßes oder Saures" ins Gesicht geplärrt.

Ich bin großer USA-Fan – habe dort selbst ein Jahr verbracht – und dennoch bin ich der Meinung, dass man nicht alles übernehmen muss, was die Amis uns vormachen.Der 31. Oktober ist außerdem Reformationstag – wir Evangelen feiern die Reformation der Kirche durch Martin Luther. Und nicht das Fest der Monster, Vampire und Zombies.Und überhaupt: Die einzigen, die etwas von Halloween haben, sind die Süßwaren- und Verkleidungsindustrie.

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