Pro & Contra: Sollen Schultoiletten Geld kosten?

Die Redaktionsmitglieder Antonia Schmidt und Christopher Göbel diskutieren über die Zustände auf vielen Schultoiletten.

Antonia Schmidt: Eine Frage der richtigen Erziehung

Die Bilder von manchen Schultoiletten sind einfach nur ekelhaft. Die Sanitäranlagen werden bewusst verschmutzt und zerstört. Wieso? Weil diese Kinder scheinbar keinen Respekt mehr vor dem Besitz anderer haben. Einige Schulträger wissen sich nicht mehr zu helfen und führen nun Nutzungsgebühren für die Schultoiletten ein. Gut so! Wenn die Schüler und ihre Eltern nur so den Wert einer sauberen Toiletten erkennen, dann muss das wohl so sein.

Auch wir haben als Kinder Streiche gespielt und das gesamte Toilettenpapier in den Räumen verstreut. In unserer Schule musste man sich zur Strafe dann jedes Mal welches aus dem Klassenraum mitnehmen. Oder die Toiletten wurden verschlossen und den Schlüssel musste man sich während des Unterrichts vom Lehrer oder im Sekretariat abholen. Auch diese Erziehungsmaßnahme hatte gefruchtet. Scheinbar wirken diese Maßnahmen bei der folgenden Generation nicht mehr. Schon häufig ist mir aufgefallen, dass Respekt bei Jugendlichen und Kindern nicht mehr so groß geschrieben wird. Erwachsene werden grundsätzlich mit „Du“ angesprochen oder auch der ein oder andere dumme Spruch wird einem Erwachsenen mal an den Kopf geworfen. Dieser fehlende Respekt ist auch der Grund für verschmutze und verwüstete Toiletten in den Schulen.

Ich finde es richtig, dass nun Eltern für den fehlenden Respekt ihrer Kinder zahlen müssen. An ihnen ist es, ihren Kindern Werte zu vermitteln – haben sie dies verpasst, muss nun mal der Geldbeutel bluten. Das ist alles eine Frage der richtigen Erziehung.

Christopher Göbel: Der Schulträger muss für Sauberkeit sorgen

Wie weit soll es denn noch kommen? Für unsere Kinder besteht eine Schulpflicht. Sie müssen also eine gewisse Zeit ihres Lebens zur Schule gehen. Und wo man mehrere Stunden des Tages verbringt, muss es auch sanitäre Anlage geben, die nicht kaputt, verdreckt oder auf sonst eine Art nicht benutzbar sind.

Der Schulträger – also Städte oder Landkreise – haben die Pflicht, diese Bedingungen für unsere Schüler sicherzustellen. Natürlich gibt es in Schulen einige Kinder, denen es Spaß macht, im „unbeobachteten Raum“, also meist auf den Schulklos, Mist zu bauen. Aber wie bei allen anderen Schäden müssen diese schnellstmöglich behoben werden. Das ist bei der Schultoilette nicht anders als bei einem WC in irgendeinem Amt.

Es darf einfach nicht sein, dass unsere Kinder sich ekeln, auf die Schultoilette zu gehen. Es darf nicht sein, dass sie vormittags nichts trinken, um nicht dort aufs Klo gehen zu müssen. Es darf aber genauso wenig sein, dass wir Eltern dafür herangezogen werden, per „Klogebühr“ dafür zu sorgen, dass die unhaltbaren Zustände mancher Schultoiletten bereinigt werden. Wer eine Schule unterhält – und das ist nun mal der Schulträger –, der muss auch dafür sorgen, dass dort alles paletti ist. Und zwar in allen Bereichen.

Statt Whiteboards und „iPads“ wäre es aus meiner Sicht sinnvoller, in die Bereiche zu investieren, die jeder Schülerin und jedem Schüler zugute kommen. Und das sind die sanitären Anlagen. Unsere Kinder sollen sich schließlich in der Schule wohlfühlen. Und mit mehr Personal für diese Aufgaben könnte vielleicht sogar ein wenig gegen die Arbeitslosigkeit getan werden.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

"Mythen und Märchen" beim "Tag der offenen Gärten" in und um Fulda

Eröffnungsabend am kommenden Freitag, 20. Juli / Verborgenes wird wieder sichtbar gemacht
"Mythen und Märchen" beim "Tag der offenen Gärten" in und um Fulda

Nach tödlichem Unfall: Bestürzung im Petersberger Rathaus

Am gestrigen Sonntag verstarb ein 35-Jähriger nach einem Unfall. Der tödlich Verletzte war Mitarbeiter der Gemeinde Petersberg.
Nach tödlichem Unfall: Bestürzung im Petersberger Rathaus

Der Schafstall bebt: „Schäferei Spies“ feiert 40-jähriges Bestehen

Die "Schäferei Spies" in Eiterfeld-Leimbach feiert das Jubiläum mit Radiomoderator Daniel Fischer und den "Südtiroler Spitzbuam".
Der Schafstall bebt: „Schäferei Spies“ feiert 40-jähriges Bestehen

Vater (35) rast bei Dietershausen mit geliehenem Quad gegen Baum und stirbt

Der Mann, der am Abend bei Künzell-Dietershausen starb, trug keinen Helm. Der kleine Sohn, der mit auf dem Quad saß, wurde leicht verletzt.
Vater (35) rast bei Dietershausen mit geliehenem Quad gegen Baum und stirbt

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.