In der "Waideshalle" wird ein Corona-Impfzentrum für den Landkreis Fulda eingerichtet

+

Herausforderung muss bis zum 11. Dezember gemeistert sein / Impfen an sieben Tagen in der Woche

Fulda/Wiesbaden - Die Fallzahlen der Corona-Infektionen bewegen sich im Landkreis Fulda weiter auf einem hohen Niveau. Mit Stand Dienstag sind von den insgesamt 35 so genannten "High Care-Intensivbetten" zwölf mit Covid-19-Patienten belegt, 18 mit Patienten, die an anderen Erkrankungen leiden, und fünf Betten sind frei. Darauf verwies Erster Kreisbeigeordneter und Gesundheitsdezernent Frederik Schmitt zu Beginn eines Pressetermins in der "Waideshalle" des "Kongress- und Tagungszentrums Esperanto" an der Ochsenwiese in Fulda. Dort wird der Landkreis Fulda ein zentrales Impfzentrum für die Bürger aus Stadt und Kreis Fulda einrichten. Das muss am 11. Dezember "startklar sein, auch wenn wir nicht wissen, wann die ersten Impfdosen kommen", wie Landrat Bernd Woide sagte. Auch so genannte "mobile Impfteams" für Alten- und Pflegeheime könnten zum Einsatz kommen.   

Zur Vorgeschichte: Im Rahmen der nationalen Impfstrategie zur Eindämmung der aktuellen Corona-Pandemie werden in Hessen 30 Impfzentren eingerichtet. Auch der Landkreis Fulda ist von der Landesregierung damit beauftragt worden, ein solches Impfzentrum aufzubauen. Ziel der Strategie aus  Wiesbaden ist es,  knapp vier der insgesamt gut sechs Millionen Einwohner zu impfen, um ein so genannte Herdenimmunität zu erreichen.

Der Landrat sprach am Dienstag von einer "gewaltigen Herausforderung": Gehe man von den 220.000 Einwohnern aus, die im Landkreis zu Hause seien, und von zwei Dritteln, die sich impfen lassen wollten, dann seien dies 150.000. Der Vorgang sei in zwei Schritte aufgeteilt; einer ersten Impfung folge etwa drei Wochen später eine zweite. "Dann sind dies rund 300.000 Impfungen, die sich über einen Zeitraum von neun bis zehn Monaten erstrecken werden". Die Kapazität solle bei rund 1.100 Impfungen täglich liegen. Woide: "Das Impfzentrum wird im Schichtbetrieb von 7 bis 22 Uhr an sieben Tagen in der Woche am Laufen sein". Die Impfung ist kostenlos, es wird keine Impfpflicht geben.

Die "Waideshalle" des "Esperanto" sei ausgewählt worden wegen der zentralen Lage, der guten Erreichbarkeit durch Bus und Bahn und wegen der großen Anzahl an Parkplätzen. Zudem sei dort die Möglichkeit gegeben, die Einsatzkräfte unmittelbar zu versorgen. Darüber hinaus sei eine Erweiterung am Standort möglich, alle logistischen Notwendigkeiten seien vorhanden. Auf Nachfrage betonte Woide, dass es ein Sicherheitskonzept und einen Sicherheitsdienst geben werde.  

Der Kontakt zu den einzelnen Bürgern, die - ähnlich wie bei einer Wahl - zu der Impfung eingeladen würden, werde über eine landesweite Software erfolgen. In der "Waideshalle" erfolge dann die Registrierung beziehungsweise die Feststellung der Identität. Dann werde es ein Gespräch mit einem Mediziner zwecks Anamnese geben sowie die eigentliche Impfung, die auch medizinisches Fachpersonal vornehmen könne. Der Geimpfte könne sich - falls erwünscht oder notwendig - anschließend etwas ausruhen und sich den Termin für die zweite Impfung geben lassen.

Dringender Appell

Der Landrat: "Wir streben bei der Besetzung mit Ärzten und medizinischem Personal eine enge Zusammenarbeit mit den Hilfsorganisationen und den niedergelassenen Ärzten an". Der Landkreis bittet darum, dass sich an der Mitarbeit Interessierte über die Mailadresse personal.impfzentrum@landkreis-fulda.de melden. Gesucht werden Ärzte sowie medizinische Fachangestellte. Möglich sei sowohl eine haupt- als auch nebenberufliche Tätigkeit. Auch Personen mit medizinischer Qualifikation, die sich im Ruhestand befinden, können eingesetzt werden. 

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meist Gelesen

Geflügelpest in Freiensteinau: Tiere müssen getötet werden 

Nach Entscheid des Verwaltungsgerichtshofs sind rechtliche Möglichkeiten des Tierhalters erschöpft
Geflügelpest in Freiensteinau: Tiere müssen getötet werden 

75 Jahre Caritas

Die „Caritas“ in Fulda prägt seit 75 Jahren die soziale Landschaft. Wegen der Corona-Pandemie sind Feierlichkeiten nicht möglich.
75 Jahre Caritas

Unfall zwischen Thalau und Döllbach

Motorradfahrer fuhr auf Klein-Lkw auf und verletzte sich schwer 
Unfall zwischen Thalau und Döllbach

Jung und dynamisch: Helios-Geschäftsführer Sebastian Mock im Gespräch

Der 28-jährige Sebastian Mock leitet zwei Kliniken in Hünfeld und Grebenhain.
Jung und dynamisch: Helios-Geschäftsführer Sebastian Mock im Gespräch

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.