Im Geisaer Land: Fünf Coronavirus-Infizierte

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Das Rathaus der Stadt Geisa.

50 Personen stehen vorsorglich unter häuslicher Quarantäne / Mahnende Worte von Bürgermeisterin Manuela Henkel

Geisa/Fulda - In der Stadt Geisa und deren Ortsteilen sowie in der Gemeinde Schleid gibt es  (Stand Freitag) fünf offiziell bestätigte Personen, die sich mit dem Coronavirus infiziert hatten sowie weitere 50 Personen, die wegen Erstkontakt oder der Rückkehr aus Risikogebieten aktuell vorsorglich unter behördlich angeordneter häuslicher Quarantäne stehen. Verglichen mit dem restlichen Wartburgkreis konzentrieren sich somit die Fälle in dieser Region.

"Die fünf infizierten Personen hatten einen leichten Krankheitsverlauf und ihnen sowie allen anderen unter Quarantäne stehenden Bürgern geht es aktuell gut“, bestätigte Geisas Bürgermeisterin Manuela Henkel. Sie hatte gemeinsam mit dem Ordnungsamt der Stadt zu allen Personen telefonischen Kontakt aufgenommen. „Alle fünf infizierten Personen haben sich in Skigebieten aufgehalten“, teilte die Bürgermeisterin mit. „Wir haben in unserer Region eine starke Gemeinschaft und viele Vereine und Gruppierungen, die regelmäßig gemeinsame Ausflüge und Reisen unternehmen“, so Henkel.

Zum Zeitpunkt der Reisen sei keines der Reiseziele als Risikogebiet ausgewiesen gewesen. „Die betroffenen Bürger haben teilweise sogar noch vor Antritt der Reise in den Skigebieten angerufen und sich bestätigen lassen, dass vor Ort alles unproblematisch sei“, gibt die Bürgermeisterin weiter. Die Lage im Geisaer Amt könne man mit der im Landkreis Fulda teilweise vergleichen, bei dem vermutlich sich auch bis zu 80 Prozent der infizierten Coronafälle in Skigebieten angesteckt hätten. Das bedeute, dass es nach Einschätzung der Bürgermeisterin keine aktuell registrierten Coronafälle des Gesundheitsamtes im Geisaer Land gibt, wo Bürger sich in Einkaufzentren, in öffentlichen Einrichtungen, auf Spielplätzen oder an der Arbeit angesteckt haben.

Die unter Quarantäne stehenden 50 Personen hatten nach ihren Recherchen alle mit den fünf als infiziert gemeldeten Personen Kontakt. „Allein schon bei einer intern stattfindenden Veranstaltung hatten zahlreiche Personen unbewusst und unverschuldet einen Erstkontakt“, sagt die Bürgermeisterin. Zu diesem Zeitpunkt waren private und öffentliche Veranstaltung noch uneingeschränkt möglich.

„Die eigentliche Stärke des Geisaer Amtes, nämlich eine starke Gemeinschaft und große Familienverbände, sind in der aktuellen Situation zu unserem Schwachpunkt geworden“, ist sich Henkel sicher. In der aktuellen Woche vom 23. bis 29. März kann nach den ihr vorliegenden Daten bei 42 Personen, soweit sich hier nicht noch Krankheitsanzeichen ergeben, die 14tägige Quarantäne aufgehoben werden. Dies sei aber kein Grund, um nachlässig zu werden, appelliert die Bürgermeisterin an die Bevölkerung.

„Am Beispiel anderer Länder haben wir gesehen, was passieren kann, wenn nicht rechtzeitig reagiert wird“, so Henkel. „Alle aktuellen Maßnahmen dienen dazu, uns alle zu schützen.

Gemeinsam mit den Bürgermeistern der Region, dem Stadtbrandmeister, Ortsbrandmeistern und Wehrführern kümmert sich Schleids Erster Beigeordneter Martin Schuchert aktuell um die Vernetzung aller Feuerwehren im Geisaer Amt. Für die Wehren wurden zusätzlich Desinfektionsmittel, Schutzanzüge und Handschuhe geordert. „Es wurden Anweisungen erarbeitet, die speziell an Hilfseinsätze in der aktuellen Lage angepasst sind und das Ansteckungsrisiko der Feuerwehrleute im Einsatz minimieren sollen“, so Schuchert.

Bereits noch vor den ersten amtlichen Anweisungen hatten die Kommunen  nach Bekanntwerden des ersten Falles in der Region alle öffentlichen Einrichtungen und Plätze gesperrt. Seitdem ist auch die Stadtverwaltung, die strengen hygienischen Auflagen zur Sicherheit der Mitarbeiter unterliegt, geschlossen. „In Notfällen können persönlich Termine unter Sicherheitsvorkehrungen vereinbart werden, telefonisch und per Email sind wir natürlich weiterhin erreichbar“, so  Henkel. Das Bauamtsgebäude wurde aus Sicherheitsgründen komplett für den Besucherverkehr geschlossen. Einige der Stadtmitarbeiter arbeiten mittlerweile über Homeoffice. Weiterhin hatte die Stadtverwaltung am Wochenende im Namen des Landratsamtes Informationsflyer an alle Haushalte des Geisaer Landes verteilt. Ebenso sollen die Bürger mit Lautsprecherdurchsagen in allen Orten nochmals sensibilisiert werden. Vor allen Dingen bitten die Bürgermeister die Eltern darum, die Kinder und Jugendlichen konsequent anzuweisen, sich nicht auf öffentlichen Plätzen zu treffen. Das Ordnungsamt der Stadt macht regelmäßig Kontrollfahrten, um dies zu überprüfen, auch in den Abendstunden.

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