Coronavirus in Deutschland: Klinikum Fulda ist vorbereitet

BARMER und DAK-Gesundheit bieten Beratungshotlines an die über das Virus informieren.

Fulda - Die Krankheitsfälle durch ein neuartiges Coronavirus (2019-nCoV) betreffen derzeit insbesondere die 11-Millionen-Metropole Wuhan in der zentralchinesischen Provinz Hubei. Das neuartige Virus gehört - wie das aus dem Jahr 2003 bekannte SARS-Virus - zu den beta-Coronaviren. Auch außerhalb von China sind mittlerweile reiseassoziierte Fälle bekannt geworden. Heute wurde auch ein Fall in Bayern bestätigt. Das Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Fast alle infizierten Personen waren vorher in Wuhan, einige hatten in China Kontakt zu bestätigten 2019-nCoV-Fällen.

Klinikum Fulda

Das Klinikum Fulda ist auf einen möglichen Ausbruch des Coronavirus in der Region vorbereitet. „Im Klinikum Fulda sind bisher keine Verdachtsfälle aufgetreten. Wir sind aber auf einen möglichen Ausbruch vorbereitet, auch wenn die Wahrscheinlichkeit dafür derzeit eher gering ist“, so der Sprecher des Vorstands, Priv.-Doz. Dr. Thomas Menzel. Die entsprechenden internen Verfahrensanweisungen seien gemäß den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) bereits in der letzten Woche auf die aktuelle Lage angepasst worden. So wurde ein Ablaufschema für den Umgang mit Verdachtsfällen in Kraft gesetzt. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Patienten mit Infektionen der Atemwege in der Zentralen Notaufnahme behandeln, tragen einem Mund-Nasen-Schutz. „Es ist zu erwarten, dass auch Menschen zu uns in die Notaufnahme kommen, die Sorge haben, sich infiziert zu haben, selbst wenn die Wahrscheinlichkeit dafür äußerst gering ist“, so der Vorstand Krankenversorgung. Allerdings seien in Fulda und auch sonst in Deutschland bei Erkältungssymptomen und „grippalen Infekte“ fast immer so genannte „Erkältungsviren“ verantwortlich. Aber auch die „echte Grippe“ für die das Influenzavirus verantwortlich ist, ist aktuell ein Thema, da die Grippewelle 2020 Fahrt aufnimmt. Menschen, die in letzter Zeit in der betroffenen Gegend in China (Provinz Hubei oder einem anderen Risikogebiet) waren, und die innerhalb von 14 Tagen nach ihrer Rückkehr Fieber, Husten oder Atemnot entwickeln, sollten zu Hause bleiben, um unnötige Kontakte zu vermeiden und sich telefonisch unter Hinweis auf ihre Reise und ihre Beschwerden mit einem Arzt in Verbindung zu setzen, empfiehlt das RKI. Nach Einschätzung des RKI ist die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland durch die neue Atemwegserkrankung aus China derzeit weiterhin gering.

DAK-Gesundheit

Zur Aufklärung über mögliche Gefahren schaltet die DAK-Gesundheit in Fulda am 31. Januar eine Beratungshotline. Zwischen 8 und 20 Uhr beantworten Ärzte und Hygienefachleute Fragen zu Risiken und notwendigen Schutzmaßnahmen. Das spezielle Serviceangebot unter der kostenlosen Rufnummer 0800 1111 841 können Kunden aller Krankenkassen nutzen.

BARMER

Angesichts des ersten bestätigten Falls in Deutschland hat die BARMER eine Hotline zum Coronavirus eingerichtet. Medizinexperten geben hier rund um die Uhr Informationen darüber, wer besonders gefährdet sei, wie man sich schützen und einen Verdachtsfall erkennen könne. „Unsere Experten kennen den aktuellen Stand der medizinischen Forschung und können deshalb helfen, Unsicherheit oder gar Angst zu vermeiden“, erklärt Markus Jurgons von der BARMER in Fulda. Die kostenlose Hotline stehe allen Interessierten rund um die Uhr unter der Nummer 0800 84 84 111 zur Verfügung.

Menschen mit schwerer Grunderkrankung gefährdet Laut Markus Jurgons zeigen sich bei Infektionen mit gewöhnlichen Coronaviren zumeist Symptome einer Erkältung, wie etwa Husten oder Schnupfen. „Bestimmte Coronaviren, wie das zuerst in China aufgetretene, können aber auch schwere Infektionen und Lungenentzündungen verursachen“, so Markus Jurgons. Die neue Lungenerkrankung gefährde vor allem Menschen, die schon an einer schweren Grunderkrankung leiden.

Deutsches Gesundheitswesen gut vorbereitet Panik sei jedoch nicht angebracht. Auch wenn es derzeit noch keinen Impfstoff gäbe, ließen sich Betroffene je nach Schwere der Erkrankung dennoch sehr wirkungsvoll behandeln. Markus Jurgons: „Mit unserem modernen Gesundheitswesen sind wir auch für diese Fälle sehr gut aufgestellt. Selbstverständlich übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen von der Diagnostik bis zur Krankenhausbehandlung alle Kosten.“

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