Das Coronavirus ist auf dem Vormarsch: Wie gut ist Hessen darauf vorbereitet?

Die Redaktion geht der Frage nach, wie die Ausbreitung der Coronavirus-Epidemie verhindert werden kann, wichtige Vorsorgetipps inklusive.

Osthessen - „Wir stehen am Beginn einer Epidemie in Deutschland“, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Mittwoch zum Thema Coronavirus. Gleichzeitig warnte Spahn aber auch vor einer Hysterie: „Wir empfehlen der Bevölkerung, nicht hinter jedem Husten eine Corona-Infektion zu vermuten. Dass sie aber ihren Hausarzt anrufen und die Behandlung abklären, wenn sie innerhalb von 14 Tagen nach Reisen in Gebiete, in denen Infektionen vorgekommen sind, Fieber, Husten oder Atemnot entwickeln“, so Spahn.

In den Bundesländern Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen und nun auch Hessen sind bisher (bei Drucklegung) 32 Menschen nachweislich am Coronavirus Covid-19 erkrankt. Weltweit wurden bislang 81.245 Fälle gemeldet, davon sind bisher 2.770 Menschen verstorben. Laut dem Bundesgesundheitsministerium sind die meisten der in Deutschland Erkrankten inzwischen wieder gesund und wurden aus den Kliniken entlassen.

Erster Fall in Hessen

In der Nacht zum Freitag hat das Sozialministerium eine Meldung veröffentlicht, in der es heißt: „Bei einer Person im Lahn-Dill-Kreis wurde das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 nachgewiesen.“

Das Hessische Ministerium für Soziales und Integration (HMSI) hat den Öffentlichen Gesundheitsdienst rechtzeitig in besondere Bereitschaft versetzt. „Wir stehen in regelmäßigem Kontakt mit Gesundheitsämtern, Krankenhäusern, niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten, dem Rettungsdienst sowie Wissenschaft und Forschung, damit wir schnell und angemessen auf mögliche COVID-19-Infektionen reagieren können“, sagt der hessische Sozial- und Integrationsminister Kai Klose. 

Vorsichtsmaßnahmen

Als Schutzmaßnahme – auch vor der ebenfalls derzeit aktuellen Grippe – sollten alle Menschen laut dem Hessischen Sozialministerium einfache Hygieneregeln beachten:

• In die Armbeuge husten oder niesen
• Einmaltaschentücher verwenden und diese nach jedem Gebrauch entsorgen
• Händeschütteln vermeiden
• gründliches und regelmäßiges Händewaschen
• nicht mit den Händen die Nasen-, Mund- und Augenschleimhaut berühren (zum Beispiel nach Festhalten an Griffen in Bussen oder Benutzen von Türgriffen, die von vielen angefasst werden)
• grundsätzlich eigene Gläser und Besteck benutzen
• wenn möglich Menschenansammlungen meiden

Wer derzeit grippeähnliche Symptome zeigt, ist laut Experten wahrscheinlich auch an einer Erkältung oder einer Grippe erkrankt. Ein erhöhtes Risiko vor einer Coronavirus-Infizierung besteht demnach nur, wenn man in direktem Kontakt mit einem mit Covid-19 infizierten Menschen war oder in einer Region, in der das Virus bereits ausgebrochen ist – beispielsweise in Wuhan in China oder Norditalien.

Nicht direkt zum Arzt

Arztpraxen oder Notaufnahmen der Krankenhäuser sollten mit einem Coronavirus-Verdacht nicht aufgesucht werden, um die Gefahr der möglichen Weiterverbreitung nicht zu erhöhen. Eine hessenweite Hotline zum Coronavirus ist unter der Nummer 0800/5554666 montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr erreichbar. Weitere Informationen gibt es auch unter www.hessenlink.de/2019nCoV .

Extra-Info

Neuhof. Die „Reisewelt“ aus Neuhof veranstaltet an diesem Wochenende die Reisemesse „Urlaubsträume 2020“ im dortigen Gemeindezentrum. „Wir haben bei allen Ausstellern nachgefragt, wo sie sich in den vergangenen Wochen aufgehalten haben“, sagt Geschäftsführerin Gaby Vor auf Anfrage von „Fulda aktuell“. Keiner der mehr als 50 Aussteller sei in Gebieten gewesen, die als Risikozonen für das Coronavirus gelten. „Wir standen im Vorfeld auch ständig mit den Ausstellern in Kontakt. Und wir haben keine Aussteller aus betroffenen Ländern“, so Vor. Der Besuch der Reisemesse berge für Besucher keine besonderen Risiken, sich mit dem Coronavirus anzustecken. Geöffnet ist die Messe heute und morgen jeweils von 10 bis 17 Uhr.

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