„Auf einem Pulverfass“

„DEHOGA“-Chef sieht Politik dringend in der Pflicht

Steffen Ackermann, der Vorsitzender des Kreisverbandes des „Deutschen Hotel- und Gastronomieverbandes“
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Steffen Ackermann, der Vorsitzender des Kreisverbandes des „Deutschen Hotel- und Gastronomieverbandes“.

Steffen Ackermann, der Vorsitzender des Kreisverbandes des „Deutschen Hotel- und Gastronomieverbandes“ („DEHOGA Hessen“), fordert von der Politik eine Öffnungsperspektive für Gastronomie und Hotellerie.

Osthessen. „Vom Blitz getroffen und entsetzt nehmen wir die indiskutablen Äußerungen rund um den Osterreiseverkehr wahr. Diese verunsichern die Gastgeberinnen und Gastgeber über das erträgliche Maß hinaus, nebst unlängst bestehenden existenziellen Nöten. In der vergangenen Woche fanden wir in den Beschlüssen der Bund-Länderkonferenz keine Erwähnung und ein paar Tage später müssen wir solche unüberlegten Ausführungen zur Kenntnis nehmen. Wir erwarten einen Dialog über die längst notwendige Öffnungsperspektive“, sagte Steffen Ackermann, der Vorsitzende des Kreisverbandes des „Deutschen Hotel- und Gastronomieverbandes“ („DEHOGA Hessen“).

„Die rechtliche Relevanz überlassen wir den Juristen der gastgewerblichen Verbände, die bereits jetzt nachvollziehbare Kritik äußern. Wir wissen zum heutigen Tag noch nicht, welche Inzidenz wir in sechs Wochen haben werden. Uns beschleicht der Gedanke, dass faktenbasierte Entscheidungen mitunter wenig Relevanz haben. Das Unverständnis für viele der getroffenen Entscheidungen ist nach wie vor groß. Es scheint, dass die Entscheider mitnichten selbstkritisch und dazu unüberlegt mit dem eigenen Handeln, rund um die aktuellen Maßnahmen, umgehen“, so Ackermann weiter. „Wir vermissen unsere Abgeordneten aus Bund und Land. Seit Monaten herrscht nahezu Funkstille. Keine Hilfe. Keine Vorschläge. Keine Unterstützung. Kein Dialog. Keine Lösungen. Kein Interesse?“, fragt der „DEHOGA“-Vorsitzende.

Im Kommunalwahlkampf würden sich zahlreiche Akteure das Gastgewerbe auf die Fahnen schreiben. „Doch, was nach der Wahl? Wer vertritt unsere Branche auf politischer Ebene in den Parlamenten? Wo ist die Wertschätzung, die die zahlreichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verdienen?“, fragt er.

„Wir haben bis heute – bereitwillig – zahlreiche bittere Pillen geschluckt. Wir haben jede Entscheidung anstandslos mitgetragen. Wir haben die endlos scheinende Verzögerung, und in großen Teilen noch immer ausstehenden Unterstützungen, verschmerzt. Jederzeit im Sinne eines konstruktiven Dialogs“, so Ackermann. Doch die Stimmung kippe. Die Gastronomie sitze auf einem Pulverfass. „Unsere Gastgeberinnen und Gastgeber ertragen nicht mehr viel“, ist Ackermann sicher.

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