Delta auf dem Vormarsch

Im Fuldaer Impfzentrum wurden bis dato 231.000 Erst- und Zweitimpfungen gegen COVID-19 verabreicht.
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Im Fuldaer Impfzentrum wurden bis dato 231.000 Erst- und Zweitimpfungen gegen COVID-19 verabreicht.

Impfschwänzer-Quote steigt auch in Fulda und Vogelsberg

Osthessen. In Deutschland nehmen viele Bürgerinnen und Bürger ihre Impftermine nicht wahr. In der Politik wird derzeit darüber diskutiert, ob den sogenannten Impfschwänzern eine Strafe von 25 bis 30 Euro drohen solle. Außerdem ist im Gespräch, die häufig benötigten Corona-Tests für Ungeimpfte kostenpflichtig zu machen.

Die Quote derer, die nicht zu ihrem Impftermin gekommen sind, lag laut Fuldaer Kreis-Pressestelle bei den Erstimpfungen bei rund 30 Prozent. Dem gegenüber stehen bisher 231.000 durchgeführte Impfungen im Impfzentrum und in den Praxen niedergelassener Ärzte sowie mobiler Teams und in Krankenhäusern. Rund 58,5 Prozent der Bürger des Landkreises haben inzwischen die erste Impfung erhalten, 45 Prozent die zweite. Im Vogelsbergkreis wurden 33,76 Prozent 35.665 Menschen) Erst- und 28,38 Prozent 30.790 Menschen) bisher zweitgeimpft. Dort sind laut der dortigen Pressestelle zehn bis 20 Prozent der Bürger nicht zu den vereinbarten Impfterminen erschienen. Die Tendenz sei steigend.

„In den kommenden drei Wochen sind täglich zwischen 1.000 und 1.250 Impfungen im Impfzentrum geplant“, so die Kreis-Pressestelle auf Anfrage von FULDA AKTUELL. 130.000 von insgesamt 180.000 impfberechtigten Menschen im Kreis Fulda haben ihre erste Impfung erhalten. Laut dem Hessischen Innenministerium sollen Impftermine nun innerhalb vom vier Tagen vergeben werden. „Jetzt ist die Zeit, sich registrieren zu lassen. Jetzt werden Termine über das Landesportal und die Hotline sehr zügig vergeben“, so der Erste Kreisbeigeordnete Frederik Schmitt.

„Wir sind der Überzeugung, dass Angebote wie Sonderaktionen mit Schulen oder eine vereinfachte Anmeldung, wie beispielsweise über unsere Online-Nachrückerliste, wichtig sind, um die Menschen dazu zu bringen, sich impfen zu lassen. Auf der Website www.impfspringer.de wird versucht, im Impfzentrum freigewordene Termine neu zu vergeben. Sobald ein Termin abgesagt oder länger als eine Stunde nicht wahrgenommen wurde, wird dieser ins Netz gestellt und kann online gebucht werden. Wir prüfen derzeit, ob es noch andere seriöse Aktionen geben kann“, heißt es aus dem Vogelsberg. Dort sind bisher zwei Fälle der Delta-Variante des Coronavirus nachgewiesen worden.

Im Landkreis Fulda sind es sechs Menschen. Dort gibt es zudem zwei weiteren Personen, bei denen die Gamma-Variante nachgewiesen wurde. Vier der acht Personen stünden in Zusammenhang mit bereits nachgewiesenen Varianten-Fällen. „Entsprechend der Beobachtungen und Untersuchungen des RKI ist auch im Landkreis Fulda die Delta-Variante aktuell die dominierende Variante. Etwa zwei Drittel gehen auf diese Variante zurück. Das RKI hat entsprechend seine Empfehlungen zur Absonderung als Kontaktperson aktualisiert: Die Delta-Variante gilt nicht mehr als nicht verbreitete Variante in Deutschland. Das bedeutet, Geimpfte und Genesene müssen sich nicht in Quarantäne begeben, wenn sie Kontakt mit einer Person hatten, bei der die Delta-Variante nachgewiesen wurde. „Wir gehen davon aus, dass künftig deutlich mehr als 50 Prozent Delta-Varianten auftreten werden. Daher sind die Bemühungen, die von der Bundesregierung angestrebte Impfquote von 80 Prozent der Bevölkerung rasch zu erreichen, sehr wichtig und die Bereitschaft der Menschen, sich impfen zu lassen, von großer Bedeutung“, so Dr. Erich Wranze-Bielefeld, der Leiter des Alsfelder Impfzentrums.

„Über den Impffortschritt im Landkreis Fulda können wir insgesamt sehr zufrieden sein“, sagen Landrat Bernd Woide und Gesundheitsdezernent Frederik Schmitt. „Sowohl die Teams im Impfzentrum als auch die Haus- und Fachärzte haben seit dem offiziellen Beginn der Impfungen Ende Dezember vergangenen Jahres unermüdlich an dem guten Ergebnis gearbeitet. Dafür sind wir sehr dankbar.“ Gleichwohl sei noch nicht alles geschafft. „Alle sind momentan sehr zuversichtlich und genießen den Sommer und die Lockerungen, die jedem so guttun und die man sich auch gönnen darf. Gleichzeitig müssen wir weiter umsichtig und klug bleiben und uns klar darüber sein, dass wir uns für den kommenden Herbst wappnen müssen“, appellieren Woide und Schmitt.

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