Demokratie-Ausstellung in Großenlüder eröffnet

Großenlüder. "Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen" lautet das Motto einer Ausstellung der Friedrich-Ebert-Stiftung, die a

Großenlüder. "Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen" lautet das Motto einer Ausstellung der Friedrich-Ebert-Stiftung, die auf Initiative von Bürgermeister Werner Dietrich bis zum 25. November 2011 in der Lüdertalschule zu sehen ist. Gemeinsam mit der Büroleiterin des Hess. Landesbüros der Friedrich-Ebert-Stiftung und Rektor Keil von der Lüdertalschule eröffnete Dietrich am vergangenen Dienstag die interessante und informative Ausstellung.

Ziel der Ausstellung sei es, zu verhindern, dass rechtsextreme Gruppen mit anscheinend harmlosen Aktionen und Parolen die Sympathien Jugendlicher gewinnen, so Nicole Nestler. Konzerte, Schulungszentren, Freizeitangebote – oft sei die rechtsextreme Intention zunächst versteckt und erst auf den zweiten Blick ersichtlich. Den Jugendlichen müsse gezeigt werden, welche radikalen Positionen diese Gruppen vertreten. Dazu solle die Ausstellung entsprechende Zeichen setzen. Sie rief die Jugendlichen auf, sich einzumischen und zu engagieren und gegen den Rechtsextremismus zur Wehr zu setzen.

Es sei eine spontane, schnelle Entscheidung gewesen, die Ausstellung nach Großenlüder zu holen, betonte Bürgermeister Werner Dietrich zur Eröffnung. Dies bedeute nicht, dass in Großenlüder entsprechende Probleme vorhanden seien, sondern eine Möglichkeit "Demokratie zu stärken", denn nur in der Demokratie seien Grund- und Bürgerrechte verankert und weitestgehend auch gesichert, geachtet und umgesetzt. Nach seiner Überzeugung sei die größte Gefahr für die Demokratie der Verlust des inneren Friedens, des persönlichen Friedens, des Friedens in der Familie und in der Gesellschaft.

Mitentscheiden für die Entwicklung und den Fortbestand der Demokratie und der Resistenz gegen Rechts sei, dass Demokratie von der Bevölkerung als "funktionierend" empfunden werde. Dabei sei die Orientierung an den Regeln der Moral oder an allgemeinen Werten wie dem Guten oder dem Gerechten für alle Teile der Bevölkerung wichtig.

Wie das aktuelle Tagesgeschehen beweise, werden auch heute Menschen anderer Nationalität oder anderer Hautfarbe von rechtsextremen Terroristen getötet oder "undemokratisch behandelt". Statistiken und Zahlen stehen oft vor gelebter Integration. Dies führe eher zur Spaltung statt zur notwendigen Integration. Der oder die zu integrierende Mitbürger/in müsse jedoch auch den Willen und die Bereitschaft zur Integration zeigen und ein Recht darauf einfordern.

Im Gegensatz zu komplizierten politischen Sachverhalten gelinge es den Rechtsextremen mit einfachen Parolen und einfachen vermeindlichen Wahrheiten und Fakten gerade in Krisenzeiten hierfür empfängliche Menschen einzufangen. Der Soziologe Elmar Brähler bezeichnet "die Ausländerfeindlichkeit als Einstiegsdroge zum Rechtsextremismus".

"Demokratie braucht Tat, Beispiel, Perspektive und den Prozess permanenter Überprüfung und Erneuerung", so Dietrich, "Rechtsextremismus wird erst dann stärker, wenn die Demokratie schwächelt." Durch die gute Einbindung von Kindern, Jugendlichen bis Senioren in die vielfältigen Angebote der Vereine, Organisationen, demokratischen Parteien, Kirchen, Schulen und Kitas habe die Gemeinde und ihre Bürgerinnen und Bürger einen eigenen inneren Frieden gefunden, der weiter gepflegt würde und so gegen Rechtsextremismus schützt und wappnet. Er dankte der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Lüdertalschule für die Unterstützung.

Rektor Keil betonte, dass es schon immer ein Anliegen der Lüdertalschule sei, über Rechtsextremismus aufzuklären und Demokratie bewusst zu machen. Das aktuelle Geschehen zeige, wie wichtig Aufklärung und Schulung sei. Mit Unterstützung der Ausstellung werde die Thematik in den Klassen 8 bis 10 behandelt und besprochen. Er hofft, dass auch Eltern, Schüler anderer Schulen, Erwachsene und Jugendliche die Ausstellung besuchen. Das Programm wurde musikalisch umrahmt von den "Singschwestern".

Die Ausstellung "Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen" kann noch bis zum 25. November 2011 in der Lüdertalschule, Dr. Stieler, Str. 2 - 4, Großenlüder, besucht werden. Die Öffnungszeiten sind Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr.

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