Der Landkreis Fulda ist Zecken-Risikogebiet

Der Landkreis Fulda ist vom „Robert- Koch- Institut“ (RKI) als neues Risikogebiet für die meist von Zecken übertragene Hirnhautentzündung FSME eingestuft worden.
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Der Landkreis Fulda ist vom „Robert- Koch- Institut“ (RKI) als neues Risikogebiet für die meist von Zecken übertragene Hirnhautentzündung FSME eingestuft worden.

Der Landkreis Fulda ist bekannt für weite Felder, Berge, Wälder und ausgiebige Wanderwege. Somit besteht auch immer ein Risiko, mit Zecken in Kontakt zu kommen – sei es beim Wandern in der Rhön, beim Spielen mit den Kindern im Park oder mit dem Hund auf der Wiese. Zecken sind in Deutschland weit verbreitet und können neben den Viren der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose insgesamt bis zu 50 gefährliche Krankheitserreger übertragen. Die FSME gehört dabei für den Menschen zu den gefährlichsten Erkrankungen, die durch von Zecken übertragenen Erregern ausgelöst werden kann.

Fulda. „Fulda aktuell“ hat mit dem Landkreis Fulda und dem Forstamt Hofbieber über das Thema Zecken gesprochen.
„Der Landkreis Fulda ist im Frühling dieses Jahres als weiteres ‚FSME‘-Risikogebiet eingestuft worden“, so die Pressestelle des Landkreises Fulda: „Aufgrund der Betrachtung der vergangenen fünf Jahre kam es möglicherweise auch zufällig zu einer Häufung über den Schwellenwert im Zeitraum von 2016 bis einschließlich 2020, weshalb das ‚Robert Koch-Institut‘ den Landkreis Fulda schließlich zum Risikogebiet erklärt hat. Im Süden und Osten angrenzende Landkreise sind schon länger als Risikogebiete ausgewiesen, insofern lag eine Ausdehnung der Risikogebiete nahe.“ Laut dem Landkreis gab es im Landkreis im Jahr 2021 bisher einen FSME-Fall.

Aus einem Bericht des „RKI“ geht hervor, dass im Jahr 2020 insgesamt 704 FSME- Erkrankungen in Deutschland übermittelt wurden, die die Referenzdefinition des „Robert- Koch- Instituts“ erfüllten (Stand: 18. Januar 2021). Dies entspricht einer Zunahme von 58 Prozent gegenüber dem Vorjahr (445 FSME-Erkrankungen).

Die Mehrzahl der FSME- Erkrankungen findet in den Monaten Mai bis Oktober statt, so auch im Jahr 2020. Üblicherweise tritt die höchste Fallzahl im Juni auf. Außerdem steige das Risiko einer FSME- Erkrankung ab dem Alter von 40 Jahren deutlich an und sei größer bei männlichen als bei weiblichen Personen, heißt es im „Epidemiologischen Bulletin“ des „Robert Koch Instituts“-

„Grundlage der Prävention ist die Aufklärung über das erhöhte Risiko der FSME- Übertragung in den ausgewiesenen Risikogebieten und über vorbeugende Maßnahmen“, so die Pressestelle des Landkreises Fulda. „Zeckenstiche können zum Teil durch Schutzmaßnahmen wie das Tragen heller, geschlossener Kleidung, das Vermeiden von Unterholz und hohen Gräsern und das Verbleiben auf festen Wegen verhindert werden.“

Auch Florian Wilshusen, Forstamtsleiter von „HessenForst, Forstamt Hofbieber“ rät: „Schützen Sie sich, in dem Sie lange Hosen anziehen, die Hose in die Socken stecken, wie auch das T-Shirt und den Pullover, ziehen Sie Gummistiefel an und suchen Sie sich nach dem Aufenthalt im Wald und auf der Wiese nach Zecken ab. Außerdem sollten Zecken sofort mit einer Zange entfernt werden, falls man eine am Körper entdecken sollte. Auch zwei Stunden später sollte man sich nochmals absuchen.“

Achtung

Im Gegensatz zur Übertragung von Borrelien durch Zecken auf den Menschen, die erst zirka 24 Stunden nach Beginn des Saugakts erfolgt, gelangen die FSME- Viren bereits bei Beginn des Saugakts von der Zecke in den Menschen. Daher kann das Absuchen des Körpers nach Zecken und deren schnelle Entfernung zwar häufig eine Borreliose verhindern, bietet jedoch wenig Schutz vor FSME. Zecken bevorzugen Stichstellen wie zum Beispiel Haaransatz, Ohren, Hals, Achseln, Ellenbeuge, Bauchnabel, Genitalbereich oder Kniekehle.

Impfung gegen FSME

Den zuverlässigsten Schutz gegen die FSME bietet eine Impfung. Diese ist von der „STIKO“ empfohlen für Personen, die in Risikogebieten wohnen oder arbeiten und dabei ein Risiko für Zeckenstiche haben. Ein zeitlich begrenzter Impfschutz (etwa für Feriengäste aus Nichtrisikogebieten) erfordert mindestenszwei Gaben des Impfstoffs. Ein länger bestehender Impfschutz benötigt jedoch drei Gaben. Die erste Auffrischungsimpfung erfolgt nach drei Jahren. Weitere Auffrischungsimpfungen werden je nach Altersgruppe und verwendetem Impfstoff in Abständen von drei bis fünf Jahren empfohlen.

Symptome

Sollte man in den sieben bis 14 Tagen nach einem Zeckenstich und einem Aufenthalt in einem FSME- Risikogebiet grippeähnliche Symptome wie Fieber, Abgeschlagenheit, Unwohlsein, Kopfschmerzen oder Gliederschmerzen entwickeln, sollte ein Arzt konsultiert werden. Eine generelle Antibiotikatherapie nach einem Zeckenstich wird nicht empfohlen, sie ist erst bei einem begründeten Borrelioseverdacht (Wanderröte und/oder neurologische Symptome oder massive Gelenkschwellung) angezeigt. Vermehrt sich das FSME- Virus in Gehirn und Rückenmark, kann es zu schweren Verläufen mit bleibenden neurologischen Ausfällen kommen. Folgen können dauerhafte Lähmungen oder Schluck- und Sprechstörungen sein. Bei zirka einem Prozent der Erkrankten führt die Erkrankung zum Tode.

FSME bei Tieren

Nicht nur der Mensch kann nach dem Stich einer infizierten Zecke an FSME erkranken. Auch bei Haustieren wie Hunden und Pferden sind FSME- Fälle bekannt, sie erkranken jedoch wesentlich seltener.

Passiert dennoch eine Ansteckung, ist die Krankheit durch schwere Verläufe gekennzeichnet. Neben Fieber wurden besonders starke neurologische Störungen beobachtet. Im Gegensatz zum Menschen gibt es bislang keinen Impfstoff gegen FSME-Viren für Hunde. Aus diesem Grund beschränkt sich die Therapie auf die Behandlung von Symptomen. Es ist daher ratsam, Hunde und Katzen nach Spaziergängen im Freien regelmäßig gründlich abzusuchen und die Zecken so schnell wie möglich zu entfernen.

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