Die Ära der osthessischen Impfzentren ist nun Geschichte

Die letzte Corona-Spritze im Impfzentrum des Vogelsberges setzt dessen Leiter Dr. Erich Wranze-Bielefeld bei der 14-Jährigen Mathilda Greb selbst an.
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Die letzte Corona-Spritze im Impfzentrum des Vogelsberges setzt dessen Leiter Dr. Erich Wranze-Bielefeld bei der 14-Jährigen Mathilda Greb selbst an.

Impf-Standorte in Fulda und Alsfeld sind diese Woche geschlossen worden.

Fulda/Alsfeld. Nachdem das Land Hessen beschlossen hat, die Impfzentren Ende September zu schließen, haben in dieser Woche auch die beiden Zentren in Fulda und Alsfeld ihre Tore geschlossen. „Seit den ersten mobilen Impfungen am 27. Dezember 2020 sind unter der Regie des Landkreises Fulda gut 190.000 Impfdosen verimpft worden“, schreibt der Landkreis Fulda in einer Pressemeldung. „Wir danken allen, die über neun Monate hinweg an diesem guten Ergebnis mitgewirkt haben“, so Landrat Bernd Woide und Gesundheitsdezernent Frederik Schmitt. Die Rückmeldungen aus der Bevölkerung über das Personal, die Organisation und die Betreuung seien von Anfang an durchweg positiv gewesen.

Insgesamt sind im Landkreis Fulda mittlerweile knapp 290.000 Impfungen erfolgt, zwei Drittel davon im Impfzentrum und durch mobile Teams. Ein Drittel der Impfungen haben die niedergelassen Ärzte verabreicht, denen Woide und Schmitt danken. „Sie haben engagiert, mit großer Leistungsfähigkeit und wirkungsvoll die Impfkampagne im Landkreis Fulda unterstützt.“

Die aktuellen Impfzahlen im Landkreis Fulda entsprechen einer Impfquote von 65,9 Prozent bei den Erstimpfungen. Die Impfquote der Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Fulda, die über zwölf Jahre alt sind, beläuft sich bei den Erstimpfungen auf 76,3 Prozent. Diese Zahlen decken sich laut Kreis-Pressestelle in etwa mit den entsprechenden Werten in Hessen. Das gelte auch für die Zahl der geimpften Zwölf- bis 17-Jährigen, die im Landkreis Fulda etwa 36 Prozent beträgt.

Auch das Vogelsberger Impfzentrums in der Alsfelder Hessenhalle ist nun Geschichte. Um 13.52 Uhr am Mittwoch wurde die letzte Dosis an die 14 Jahre alte Mathilda Greb aus Herbstein verimpft. Und zwar von Dr. Erich Wranze-Bielefeld, dem Leiter des Impfzentrums, höchstpersönlich.

„Ich wollte mich von Anfang an impfen lassen“, sagte die Schülerin. Für sie und ihre Freunde sei klar gewesen, dass sie sich impfen lassen würden. „Ich will mich echt schützen, weil ich das nicht kriegen will.“ Außerdem will sie sich endlich wieder mit Freunden treffen und zum Sport gehen. „Nach Wochen und Monaten im Lockdown mit Homeschooling und ohne jegliche sozialen Kontakte vergeht einem irgendwann die Lust. Da will man wieder in die Schule, man will in den Verein gehen, zum Sport und man will seine Freunde treffen“„, sagte sie. Zudem wolle sie ihre beiden Großmütter, die in Pflegeheimen leben, schützen. Auf die Entscheidung, die ihre Tochter getroffen hat, ist Mutter Ulrike Greb sehr stolz: „Meine Tochter übernimmt mehr Verantwortung als mancher Erwachsene.“

Der Landkreis Fulda will am Standort Esperantohalle nun einen Stützpunkt für mobile Impfteams aufrecht erhalten. Die Angebote wie Stadtteil- oder Schulimpfungen sollen so zeitlich befristet beibehalten werden. „Die Schließung der Impfzentren bedeutet auch, dass die COVID-19-Impfung genau wie andere Impfungen als Regelversorgung von den niedergelassenen Ärzten übernommen wird. Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen hat bereits kommuniziert, dass die hessischen Bürgerinnen und Bürger sich darauf verlassen könnten, Erst- und Zweit- sowie Auffrischungsimpfungen bei den niedergelassenen Haus- und Fachärzten zu erhalten“, schreibt die Pressestelle.

„Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, das medizinische Fachpersonal, Apotheker, Ärzte, Rettungsdienstler, Verwaltungsangestellte, Logistiker, Kollegen in der Betreuung, die Desinfektoren und die Geschäftsführer – Sie alle haben Großartiges geleistet und waren Teil einer nationalen Kraftanstrengung, der größten Impfaktion in der Bundesrepublik Deutschland. Darauf sind wir sehr stolz: Ihr Einsatz verdient Respekt und Anerkennung.“ So formulierten die Gesellschafter der „Impfzentrum Fulda gGmbH“ am letzten Tag den Dank an das gesamte Team des Fuldaer Impfzentrums. Als Zeichen des Dankes überreichten die Gesellschafter kurz vor der offiziellen Schließung des Impfzentrums am Donnerstag symbolisch Sonnenblumen an die Mitarbeiter.

Hinter 255 Tagen Dauerbetrieb, auch an Sonn- und Feiertagen, standen 230 Mitarbeiter, 490 mobile Einsätze in Senioren- und Sozialeinrichtungen sowie in Krankenhäusern, insgesamt 191.921 durchgeführte Corona-Schutzimpfungen. Eine beachtliche Bilanz, die in Erinnerung bleibt. Hinter der „Impfzentrum Fulda gGmbH“ stehen vier starke Player aus der regionalen Gesundheitsversorgung, die partnerschaftlich zusammenarbeiten: die „Klinikum Fulda gAG“, die „DRK“-Kreisverbände Fulda und Hünfeld und die „Gesundheitsnetz Osthessen eG“.

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