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Die Region ist auf Kriegsflüchtlinge vorbereitet

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Von: Christopher Göbel

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Die Ankunft von Flüchtlingen aus der Ukraine in den Landkreisen Fulda und Vogelsberg wird überall akribisch vorbereitet
Die Ankunft von Flüchtlingen aus der Ukraine in den Landkreisen Fulda und Vogelsberg wird überall akribisch vorbereitet © Pixabay

Die Vorkehrungen zur Aufnahme von Ukrainern laufen in ganz Osthessen auf Hochtouren

Osthessen. Wegen des Krieges in der Ukraine fliehen Menschen auch in den Landkreis Fulda, um hier Schutz zu finden. Der Landkreis hat ein Kontaktbüro Ukraine eingerichtet, um sowohl die flüchtenden Menschen als auch die Helferinnen und Helfer in der Region zu unterstützen. Die Hilfsbereitschaft der Bürgerschaft ist groß.

Die Zahl der Menschen, die in der Region bislang Obdach gefunden haben, ist schwer abzuschätzen. Geflüchtete mit einem biometrischen Pass können sich für die ersten 90 Tage visumsfrei in Deutschland aufhalten. Sie können bei Freunden, Verwandten, Bekannten wohnen, in Hotels, Pension oder Ferienwohnungen und jederzeit ihren Aufenthaltsort wechseln. Sie sind innerhalb der 90 Tage nicht verpflichtet, sich bei den Behörden registrieren zu lassen. Da es jedoch sinnvoll ist, einen Überblick über die Zahl der Hilfesuchenden zu erhalten, ruft der Landkreis dazu auf, dass sich die Geflüchteten melden. Aktuell (Stand 8. März, 16.30h) haben dies 420 Personen getan.

Anders ist es, wenn sich ukrainische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger in den hessischen Erstaufnahmeeinrichtungen anmelden. In diesem Fall liegt die Zuständigkeit beim Land Hessen, das in der Folge diese Menschen den Landkreisen und kreisfreien Städten zuweist, die für deren Unterbringung sorgen müssen.

Nach einem EU-Ratsbeschluss zur Massenzustrom-Richtlinie, können Geflüchtete aus der Ukraine bei der jeweiligen Ausländerbehörde eine Aufenthaltserlaubnis zum vorübergehenden Schutz (§24 Aufenthaltsgesetz) beantragen. Im Bedarfsfall können die Frauen und Männer aus der Ukraine Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten. Eine Residenzpflicht besteht nicht. Jene, die sich bereits in der Region angemeldet haben, werden von der Ausländerbehörde des Landkreises Fulda kontaktiert.

Aktuell ist davon auszugehen, dass bislang nahezu alle geflüchteten Personen aus der Ukraine hier im Landkreis privat oder auf private Initiative untergekommen sind. Da mit einem weiteren Zustrom zu rechnen ist, ist der Landkreis bestrebt, den Menschen, die hier Zuflucht suchen, bei der Unterbringung behilflich zu sein. Deswegen ist am Wochenende bereits über das eingerichtete Kontaktbüro Ukraine ein Aufruf ergangen, Wohnungen telefonisch, per E-Mail oder über die Webseite www.landkreis-fulda.de/ukraine.de zu melden. 150 Wohnungen sind bisher gemeldet worden.

Ebenso haben sich rund 30 Helferinnen und Helfer gemeldet, die sich persönlich engagieren möchten, etwa mit Behördengängen oder im Alltag.

Zudem wird geprüft, inwieweit größere Unterkunftsstrukturen vorhanden sind oder bei Bedarf geschaffen werden können.

Erstaufnahme im Vogelsberg

Der Vogelsbergkreis muss Notunterkünfte für bis zu 1000 Flüchtlinge aus der Ukraine einrichten. Ein entsprechender Einsatzbefehl aus dem hessischen Innenministerium traf in der Nacht zum Mittwoch ein. „Wir werden uns zunächst auf den Standort Alsfeld konzentrieren und in einem ersten Schritt die Hessenhalle einrichten“, kündigte Landrat Manfred Görig an. „Einen zweiten Standort haben wir in Reserve“, erklärt der Landrat weiter.

Neben dem Vogelsberg wurden auch der Landkreis Marburg-Biedenkopf, der Hochtaunuskreis und der Wetteraukreis aufgefordert, Notunterkünfte einzurichten. Die Stadt Frankfurt hat den Einsatzbefehl erhalten, das Erstversorgungszentrum bis zum heutigen Samstag zu erweitern.

„Da wir gut vorgearbeitet haben, ist das kein Problem, die Hessenhalle wird bereits früher bezugsfertig sein“, so der Landrat. Zunächst wird sich die Untere Katastrophenschutzbehörde um die Flüchtlinge und den Betrieb der Notunterkunft kümmern.

Unabhängig von der Einrichtung der Notunterkunft sucht das Sachgebiet Flüchtlingswesen weiterhin abgeschlossene Wohnungen und Häuser für die geflüchteten Menschen. Meldungen werden telefonisch unter der Nummer 06641/977-2450 oder per E-Mail an asyl@vogelsbergkreis.de entgegengenommen.

Dolmetscher gesucht

Auch in Hünfeld werden in den nächsten Tagen Geflüchtete aus dem Kriegsgebiet der Ukraine ankommen. Deshalb bereitet sich die Stadt Hünfeld gegenwärtig darauf vor, in Zusammenarbeit mit Hilfsorganisationen Unterkünfte und Betreuungsmöglichkeiten zu mobilisieren, teilt Bürgermeister Benjamin Tschesnok mit. Was allerdings dafür gebraucht wird, sind Menschen, die ukrainisch und / oder russisch können und bei der Betreuung der Geflüchteten helfen wollen.

Wer über entsprechende Sprachkenntnisse verfügt und helfen möchte, kann sich unter der Telefonnummer 06652/ 180-102 an die Stadtverwaltung Hünfeld wenden.

Suche auch in Hilders

Die im Landkreis und dem Land angelaufene Initiative „Hessen hilft“ wird von der „Bürgerhilfe Hilders“ (BHH) vor Ort unterstützt. Koordiniert mit dem Bund wird Wohnraum für Kriegsflüchtlinge aus der geschundenen Ukraine gesucht. Meist werden es Frauen mit ihren Kindern sein, die eine feste Unterkunft suchen. Für die unverbindliche Erfassung werden folgende Angaben benötigt: Name, Adresse, Telefonnummer, Anzahl und Größe der gegebenenfalls verfügbaren Räume, ganz oder teilweise möbliert oder unmöbliert, mögliches Einzugsdatum und Mietkosten. Infos zum Aufenthaltsrecht finden sich unter https://innen.hessen.de/hessen-hilft-ukraine .

Wer in Hilders und seinen Ortsteilen beziehungsweise im Ulstertal ein Wohnungsangebot für Flüchtlinge aus der Ukraine hat, meldet sich per E-Mail an mail@hilfe-Hilders.de oder an die Mobilnummer 0175/9627494.

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