Dinge aus aller Welt: Urlaubs-Mitbringsel, die uns erinnern (sollen)

+

Wir bringen von Reisen vieles mit, das uns irgendwann nicht mehr gefällt. Welcher Souvenir-Typ sind Sie?

Osthessen. Kennen Sie das auch? Sie kommen aus dem Urlaub und haben einiges im Gepäck, was Sie eigentlich gar nicht brauchen. Gekauft als Andenken an eine sehr schöne Zeit.

Ich bin der Typ, der während eines Urlaubes fast alles sammelt – vom Hotelprospekt bis zum Pipipausen-Bon von der Autobahnraststätte. Dann habe ich eigentlich vor, alles auf Pappe aufzukleben und ein Urlaubs-Erinnerungs-Album daraus zu machen. Oft ist es aber leider so, dass mehrere Monate ins Land gehen, ehe ich wirklich einmal genügend Zeit und Muße finde, mein Urlaubs-Album anzulegen.

Doch hier soll es um Souvenirs gehen. Das was an jedem Urlaubsort in Massen angeboten wird. Meist überteuert und dann oft zuhause verstaubend.In dem Moment, in dem ich Geld für ein Mitbringsel ausgebe, finde ich es schön. Denn es erinnert mich an die Zeit, die ich beispielsweise in Venedig verbracht habe. Die Ernüchterung bei einer "Original Muranoglas-Blume” kam leider erst zuhause, als ich das winzige Klebeschildchen "Made in China” entdeckte. Aber egal – es kommt mir auf die Erinnerung an, nicht auf die Sache. Und die Glasblume sieht ja trotzdem recht hübsch aus auf meinem Wohnzimmer-Regal. Und sie ist eines der wenigen Reiseandenken, das ich noch "ausstelle”.

Anders geht es vielen anderen Dingen, die ich auf Reisen kaufte. Die Nachbildungen der Tonkrieger des chinesischen Kaisers Qín Shǐhuángdì (aus der Wanderausstellung damals in Mannheim), ein kleines Glockenspiel aus Bayern, zahlreiche türkische Schlüsselanhänger mit dem "Glücksauge”, eine Mozart-Büste aus Wien oder ein kleiner Skarabäus aus Ägypten fristen inzwischen ein Dasein in Kartons.

Manchmal frage ich mich schon: "Warum hast du dir diese Dinge eigentlich gekauft?” Die Antwort dürfte ganz einfach sein: Ich wollte etwas Bleibendes haben, das mich an genau diesen Urlaub erinnert. Dabei rede ich allerdings eher von meiner Vergangenheit. Denn heute bin ich davon abgekommen, mir einfach irgendwas zu kaufen. Maximal eine Postkarte, die mich an mein Reiseziel erinnert. Ansonsten mache ich sehr viele Fotos mit meinen Lieben darauf. Die sind für mich inzwischen viel mehr Erinnerung als irgendwelche Gegenstände.

Wenn ich im Urlaub weile, denke ich natürlich auch immer viel darüber nach, was ich den Daheimgebliebenen mitbringen könnte. Da ich – wie bereits bekannt – selbst nichts haben möchte, das einstauben kann, fällt meine Wahl oft auf Dinge für den täglichen Gebrauch oder etwas landestypisches zum Kochen oder Essen. Olivenöl aus Bardolino, Safran aus Marokko oder ein essbarer "Schneeball” aus Rothenburg ob der Tauber sind dann für meine Lieben eher etwas als Ramsch und Talmi.

Wovon ich großen Abstand halte sind "Souvenirs”, die mir beim Zoll Probleme bereiten könnten. Tabak und Alkohol sind nichts, was ich aus einem Urlaub als "Andenken” mitnehmen würde. Auch Schmuck oder Kleidung – vor allem keine gefälschten Artikel – kaufe ich nicht im Ausland ein. Zwar gibt es innerhalb der EU offizielle Reisefreimengen, doch das Risiko, dass mir beim Zoll irgendetwas beschlagnahmt wird oder ich viel Geld draufzahlen muss, ist mir das Mitbringsel nicht wert.

Wer im Urlaub etwas Außergewöhnliches für Zuhause sucht, sollte auch auf alles verzichten, was von geschützten oder bedrohten Tierarten stammt. Krokoleder-Handtaschen, Aschenbecher mit Haifischzahn-Deko oder Elfenbein-Brieföffner sollten schon aus Vernunftgründen tabu sein.

Ganz klar ist, dass man aus dem Urlaub nichts mitbringt, was verboten ist. Antike Münzen aus Tunesien, Drogen aus Amsterdam oder gefälschte Markenuhren aus der Türkei – wer damit erwischt wird, kann sogar mit Gefängnis bestraft werden. Der deutsche Zoll hat eine App entwickelt, die detailliert darüber informiert, welche Dinge in welchen Mengen mit nach Deutschland eingeführt werden dürfen (siehe "Appetizer”).

Mit einem Lavasteinchen vom Vesuv, ein paar Muschelschalen aus dem Watt oder einem Schieferbrocken aus den Alpen habe ich das Zollproblem zum Glück nicht. Und statt viel Geld auszugeben ist etwas, das ich selbst gefunden habe, oft von größerem ideellen Wert als irgendwelcher Tand, der nur Staub fängt. Eine meiner Kolleginnen hat einen Stein von Fehmarn, den sie als Briefbeschwerer benutzt. So findet auch ein Urlaubsmitbringsel seinen praktischen Nutzen.

Die schönsten Reise-Erinnerungen habe ich sowieso in meinem Gedächtnis. Und da kann ein Souvenir – gleich welcher Art – mir auch nach Jahren noch auf die Sprünge helfen, mich an schöne Zeiten zu erinnern.

• Haben Sie auch etwas aus dem Urlaub mitgebracht? Senden Sie uns Ihr Foto an goebel@fuldaaktuell.de . Wir freuen uns auf Ihre Erinnerungen.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Wieder sieben Fälle mehr: Jetzt 155 Corona-Erkrankungen im Kreis Fulda

Corona-Bulletin des Hessischen Sozialministeriums vom Dienstag
Wieder sieben Fälle mehr: Jetzt 155 Corona-Erkrankungen im Kreis Fulda

Den Menschen Nähe zeigen: Dr. Michael Gerber seit einem Jahr Fuldas Bischof

Deutschlands jüngster katholischer Diözesanbischof wurde am 31. März 2019 in sein Amt eingeführt 
Den Menschen Nähe zeigen: Dr. Michael Gerber seit einem Jahr Fuldas Bischof

Vorfahrt missachtet: Drei Verletzte bei Unfall in Fulda  

Frontalzusammenstoß an Kreuzung Ronsbachstraße/Mainstraße
Vorfahrt missachtet: Drei Verletzte bei Unfall in Fulda  

Treibt im Bereich Neuhof ein Brandstifter sein Unwesen?

Bereich Neuhof/Ellers: Polizei muss sich mit mehreren Bränden in der Nacht auf Dienstag befassen
Treibt im Bereich Neuhof ein Brandstifter sein Unwesen?

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.