Diskussion um Feuerwerke zu Silvester

Ein Klartext von Redaktionsvolontärin Martina Lewinski zum Thema Verzicht auf Feuerwerke zum Jahreswechsel.

Kontaktbeschränkungen, Verbot von Feiern und eine Verlängerung des Lockdowns. Und nun soll vielen auch noch ihr geliebtes Feuerwerk an Silvester genommen werden. Bereits zu Beginn des zweiten Lockdowns hatte Kanzlerin Angela Merkel gesagt: „Dass es die großen, rauschenden Silvesterpartys gibt, glaube ich nicht“.

Auf die traditionelle „Silvesterböllerei“ sollen die Menschen nun – wenn möglich – freiwillig verzichten und auf belebten Plätzen und Straßen soll die Verwendung von Pyrotechnik ganz untersagt werden, um größere Gruppenbildungen zu vermeiden. Insbesondere, um die Rettungskräfte zu entlasten, die Kapazitäten des Gesundheitssystems freizuhalten und um größere Gruppenbildungen zu vermeiden. Klingt in meinen Ohren vernünftig.

Doch die Empörung der Bevölkerung ließ nicht lange auf sich warten. Ist der Verzicht von Feuerwerkskörpern an Silvester zu viel für die Menschen? Natürlich finde auch ich es schade, dass sich so vieles geändert hat. 2020 war nun mal ein Jahr, welches viele Menschen ganz schnell abhaken und vergessen wollen. Jedoch werde ich eher traurig bei dem Gedanken an all jene, die eine warmherzige Umarmung vermissen, so abgeschirmt sind, dass sie jegliche soziale Kontakte verloren haben oder gar im Krankenhaus liegen ohne Besuch empfangen zu dürfen – das sind für mich die wahren Skandale der Pandemie und nicht, dass wir keine Böller in die Luft schießen dürfen.

Ich mochte Feuerwerke immer sehr gerne und wahrscheinlich werden sie mir ein wenig fehlen dieses Jahr. Aber schauen wir mal auf das Positive dieses Verzichts: Zum einen werden viele Menschen sehr viel Geld sparen. Laut „Statista“ geben Deutsche etwa 133 Millionen Euro für Silvester-Feuerwerksartikel aus. Geld, das im wahrsten Sinne des Wortes in die Luft geschossen wird – für ein paar Minuten Spaß. Geld, das man sinnvoller verwenden könnte. Dann gibt es da auch noch unsere Haustiere. Wer eine Katze oder einen Hund hat, kennt das Problem: Der Lärm des Silvesterfeuerwerks erschreckt die Haustiere und versetzt sie in Panik. Auch Wildtiere haben in der Neujahrsnacht Todesangst. Sie nehmen den Lärm, die hellen Blitze und die Gerüche der Raketen und Böller als lebensbedrohlich wahr.

Und nicht nur für Tiere sind Feuerwerkskörper gefährlich: 2018 starben 24 Menschen, aufgrund von Explosionen in einer mexikanischen Feuerwerksfabrik. Immer wieder kommt es zu solchen Vorfällen in Produktionshallen. Doch nicht nur dort, wo sie produziert werden, kommt es zu tragischen Unfällen. In Deutschland sorgen die Raketen und Böller jedes Jahr für volle Notaufnahmen. Besonders häufig sind Brandverletzungen an den Händen. Und nicht zu vergessen starten wir das neue Jahr regelmäßig mit extremer Luftverschmutzung.

Sind das nicht genug Gründe, damit man auch mal schweren Herzens auf das „böllern“ verzichten kann? Stattdessen könnte man sich auf wichtigere Dinge im Leben besinnen. Dennoch bin ich mir sicher: Es wird auch wieder Jahreswechsel voller bunter Lichter am Himmel geben und Menschen, die sich in den Armen liegen. Aber bis dahin heißt es: Auf sich und andere Acht geben und sich an den kleinen Dingen des Lebens erfreuen.

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