Dorferneuerung: Initiativen in die Mitte lenken

Nieder-Gemnden. "Wir haben gemeinsam die Verpflichtung, unserer Jugend und unseren Familien langfristig eine lebens- und liebenswerte Infra

Nieder-Gemnden. "Wir haben gemeinsam die Verpflichtung, unserer Jugend und unseren Familien langfristig eine lebens- und liebenswerte Infrastruktur zu schaffen" - bei einem Besuch in Gemnden betonte Landrat Rudolf Marx die Notwendigkeit des Landesprogramms Dorferneuerung, das noch mehr als bisher "die Initiativen verstrkt in die Mitte lenken" msse.

Marx berreichte an Brgermeister Lothar Bott einen Bewilligungsbescheid in Hhe von knapp 320.000 Euro. Mit dem Geld des Landes soll ein zentrales Projekt gefrdert werden: die Sanierung des historischen Rathauses in Nieder-Gemnden. Die Baukosten belaufen sich auf voraussichtlich rund 850.000 Euro.

Brgermeister Lothar Bott und Ortsvorsteher Norbert Fischer bedankten sich fr die Untersttzung aus dem Landesprogramm. Die Kommunalpolitik habe nach "umfangreichen Diskussionen eine wichtige und richtige Entscheidung fr die den Ortskern getroffen", unterstrich Bott. Es gelte, das "wunderschne Ensemble mit der Kirche im Umfeld langfristig zu sichern".

Das Rathaus, sein Umfeld und die Kirche bilden den Ortsmittelpunkt von Nieder-Gemnden. Im Rahmen der Dorferneuerung (DE) wird das stolze Fachwerkgebude und Kulturdenkmal aus dem Jahre 1817 saniert und zur modernen brgerorientierten Verwaltung umgebaut.

Aufgrund der hohen stdtebaulichen Bedeutung und der zentralen Funktion fr das Dorfzentrum wird das Vorhaben gefrdert, obwohl die Dorferneuerung in Nieder-Gemnden bereits im Jahr 2000 ausgelaufen war. Eine wichtige Rolle bei dieser Einzelfall-Lsung spielen die engen Verknpfungen zum Dorfentwicklungsverfahren in Burg-Gemnden, das noch bis 2009 andauert.

Die bisherige DE-Bilanz fr Nieder- und Burg-Gemnden: Insgesamt flossen fr kommunale Projekte in den beiden Ortsteilen bisher rund 1,2 Millionen Euro aus der Dorferneuerung. Hinzu kommen fr ber 100 private Baumanahmen weitere Frdergelder in Hhe von 565.000 Euro, ingesamt also rund 1,8 Millionen Euro. Landrat Marx geht mindestens von einem "Faktor drei" bei den ausgelsten Investitionen aus, also rund 5,4 Millionen Euro.

Landrat Marx lobte die Entscheidung der Gemeindepolitik zur Sanierung des historischen Rathauses: "Das ist zukunftsweisend und entspricht der Herausforderung, den Vernderungen durch den demographischen Wandel zu begegnen." Einer "Entleerung" des alten Ortskerns werde mit dem Projekt deutlich entgegengewirkt.

Dies entspreche in besonderem Mae der Zielsetzung des hessischen Dorferneuerungsprogramms. Die Innenentwicklung der Drfer msse aktiv untersttzt werden, denn dies sichere die nachhaltige Nutzung der kulturhistorisch wertvollen Bausubstanz. Das Rathaus-Projekt entspreche den neuen Herausforderungen.

Hauptthema einer zukunftsorientierten Dorfentwicklung, so Margit Wagner, Leiterin des Bereichs Dorf- und Regionalentwicklung in der Kreisverwaltung, sei der demographische Wandel und dessen Auswirkungen auf die jeweilige Gemeinde mit ihren Ortsteilen. "Kommunale Gesamtstrategien fr angepasste und berrtliche Gemeinbedarfs- und Versorgungseinrichtungen werden an Bedeutung zunehmen", sagte Wagner.

Knftig werde zudem verstrkt darauf gesetzt werden, durch geeignete Vorleistungen der Kommune in Kooperation mit den Brgern bereits zu Beginn im Dorferneuerungsprozess Ideen und Handlungsanstze zu entwickeln, damit besonders erhaltenswerte Bausubstanz, auch die zunehmenden Leerstnde, gleich wie bebaubare Flchen im Kernbereich fr Eigentmer und private Investoren attraktiver werden.

Dies setze voraus, dass kommunales Flchenmanagement mit dem Ziel der Strkung der Innenentwicklung und im Einklang mit der Ausweisung von Neubaugebieten Vorrang hat. Das DE-Programm trage dem Rechnung mit dem neu aufgenommenen Frderinstrument fr ein Flchenmanagement zur nachhaltigen Verbesserung der Wohnqualitt der Kerngebiete unter Wahrung der kulturhistorischen Werte.

Die Umbaumanahmen am Rathaus erfolgen unter weitestgehender Erhaltung der Konstruktion. Die uere Gliederung der Fassade bleibt bis auf wenige nderungen erhalten. Auf die energetische Verbesserung des Gebudes durch entsprechende Dmmmanahmen wird besonderer Wert gelegt. Das Erdgeschoss soll barrierefrei und somit Behinderten gerecht werden. Gefrdert werden hauptschlich konstruktive Bauteile, wie Fassade und Dach.

Margit Wagner wies darauf hin, dass in Burg-Gemnden fr Bauherren weiterhin von ihrem Amt eine kostenlose Beratung angeboten werde als Voraussetzung einer mglichen Frderung. Zuwendungen gewhrt das Land Hessen fr Investitionen zur Umnutzung, Sanierung, Erweiterung und Gestaltung erhaltenswerter Bausubstanz im alten Ortskern. Darber hinaus gibt es Zuschsse fr die Neuanlage von Gebuden, die sich unter Beachtung baugestalterischer und denkmalpflegerischer Kriterien in die rtliche Siedlungsstruktur einfgen sowie fr betriebliche Investitionen.

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