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Dramatischer Rückgang der Gästezahlen

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Von: Christopher Göbel

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Steffen Ackermann ist hessischer Vizepräsident des „Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes“ (DEHOGA).
Steffen Ackermann ist hessischer Vizepräsident des „Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes“ (DEHOGA). © Privat

DEHOGA-Chef Ackermann beleuchtet die pandemische Lage der Gastronomie

Osthessen. Seit Beginn der Corona-Pandemie ist die Gastronomiebranche schwer gebeutelt. Der Fuldaer Hotelier Steffen Ackermann, Fuldaer „DEHOGA“-Chef und Vizepräsident des „DEHOGA HESSEN“, stand unserer Zeitung Rede und Antwort zur aktuellen Lage.

„Die Umsetzung von 2Gplus ist für das Gastgewerbe katastrophal“, so Ackermann. Die Gästezahlen seien erneut dramatisch zurückgegangen. „Bereits 2G hat das wichtige Vorweihnachtsgeschäft, gerade in Bezug auf Weihnachtsfeiern, ob privat oder geschäftlich, auf ein Minimum reduziert. Der Weihnachtsreiseverkehr ist weitestgehend eingebrochen“, sagt Ackermann. „Der Umsatzverlust im Gastgewerbe im Vergleichszeitraum 2021 zu 2019 beträgt 41 Prozent. Dies hat kürzlich eine Umfrage der Mitgliedsbetriebe ergeben“.

Die 2G-Regelung sei bereits eine große Herausforderung für die Branche und zugleich eine enorme Belastung gewesen. „Besonders die Personalplanung und der Einkauf von verderblichen Lebensmitteln gestalten sich schwierig. Menschlich ist die aktuelle Situation eine emotionale Belastung“, sagt der Fuldaer „DEHOGA“-Chef.

„Wir sind nicht überzeugt davon, dass das Gastgewerbe mit der zusätzlichen 2Gplus-Regel noch mehr zur Eindämmung der Pandemie beitragen kann. Ein großer Wurf war diese Entscheidung nicht“, ist Ackermann sicher. Das Infektionsgeschehen im Gastgewerbe sei „verschwindend gering“. Die 2Gplus-Regel im Gastgewerbe sei keineswegs verhältnismäßig, da sich Menschen überall träfen. „Und nicht alle Bundesländer setzen diese um. Wir sind im Gespräch mit dem hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier und appellieren, diese Entscheidung zu überdenken“, so Ackermann.

Bouffier habe in seiner letzten Pressekonferenz geäußert, dass die aktuellen finanziellen Hilfen für die Gastronomie unter 2Gplus-Regelung nicht ausreichen würden. „Dem stimmen wir zu. Wir brauchen deutlich bessere Unterstützung, um die Zukunft der zahlreichen Betriebe zu sichern. Ein Fixkostenzuschuss und Kurzarbeitergeld reichen nicht aus. Die Hilfen laufen in Kürze aus. Hier muss dringend nachgebessert werden. Die finanziellen Reserven sind in den meisten Betrieben längst aufgebraucht“, sagt Ackermann.

Wäre ein kompletter Lockdown in der Branche eine Möglichkeit, die Betriebe zu retten? „Eine Schließung der Betriebe mit gleichzeitiger finanzieller Kompensation wäre zwar ein klarer Schnitt, ist letztlich aber keine Lösung. Wir haben eine Verantwortung gegenüber unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, besonders gegenüber unseren Auszubildenden“, so Ackermann.

Doch ganz hoffnungslos sieht der „DEHOGA“-Chef sie Lage nicht: „Wir alle blicken hoffnungsvoll auf das Frühjahr, welches hoffentlich Entspannung in die pandemische Lage bringt und das Gastgewerbe möglichst ohne Einschränkungen arbeiten kann. Wir empfehlen unseren Mitgliedsbetrieben die absolute Einhaltung aller Maßnahmen. Wir bieten unseren Gästen sichere Räume und somit einen größtmöglichen Schutz vor einer Infektion.“

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