Und es dreht sich doch: Das Trendspielzeug Fidget-Spinner erobert Osthessen

Fidget-Spinner sind das aktuelle Trendspielzeug.
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Fidget-Spinner sind das aktuelle Trendspielzeug.

Der Hype um diese Spielzeuge ist ungebrochen. Aber stimmt es, dass "Fidget-Spinner"zur Therapie von ADHS und Autismus beitragen können? - Mit ZWISCHENRUF

Osthessen - Was ist eigentlich ein „Finger-Spinner“? Manche nennen es auch „Fidget-Spinner“ oder „Hand-Spinner“. Gemeint ist ein kleines Spielzeug, das an einen Kreisel oder einen Ninja-Stern erinnert. Derzeit sind die „Fidget-Spinner“ der Renner, vor allem bei Kindern und Jugendlichen. In vielen Spielzeuggeschäften sind die handlichen Dinger ausverkauft. Doch den Trend haben auch mobile Markthändler erkannt, denn inzwischen gibt es auf fast jedem Markt mindestens einen Stand mit „Finger-Spinnern“ in allen möglichen Formen und Farben.

Kugellager im Inneren

An sich ist das System ganz einfach: ein meist dreigliedriges Gebilde ist um ein Kugellager gebaut. Durch Drehen rotiert das Gerät wie ein Propeller. Es wird in den USA sogar als Mittel eingesetzt, um Konzentrationsstörungen in den Griff zu bekommen. Auch Kindern mit Autismus soll es helfen. Wissenschaftlich fundierte Studien dazu gibt es allerdings bisher nicht. Der Fuldaer Kinderarzt Dr. Ulrich Kraft sagt dazu: „Das ist absoluter Schwachsinn.“ Laut Kraft hat das Spielen mit dem „Fidget Spinner“ keinerlei Auswirkungen auf ADHS-Kinder. „Das Gehirn lernt nichts dabei. Es kann höchstens sein, dass sich solche Kinder eine Weile mit dem Gerät beschäftigen, denn ADHS-Kinder sind nicht ständig unkonzentriert.“ Der „Fidget Spinner“ sei eigentlich nur eine Weiterentwicklung des Kreisels. „Dass das Ding therapeutischen Nutzen haben soll, ist allerhöchstens ein Verkaufsargument“, ist der Experte sicher. Als Spielzeug sei es okay, aber als therapeutisches Mittel vollkommen ungeeignet.

In manchen Schulen sind die „Fidget Spinner“ bereits verboten worden. Allerdings hat der Trend die osthessischen Schulen anscheinend noch nicht erreicht. Gudrun Faber-Döring, Schulleiterin der „Grundschule an der Sommerseite“ in Bad Hersfeld, weiß noch nichts von dem Hype: „Bei uns ist das Problem noch nicht aufgetaucht. Bisher haben mich die Lehrkräfte noch nicht darauf angesprochen“, sagt sie auf Nachfrage von „Fulda aktuell“. Auch an der Jahnschule in Hünfeld läuft auch ohne „Fidget-Spinner“ alles rund: „Im Unterricht haben die Dinger nichts zu suchen, aber auf dem Schulhof sind sie natürlich erlaubt“, sagt Schulleiter Hubertus Reith. An der Gesamtschule Obersberg in Bad Hersfeld weiß Schulleiterin Kerstin Schmidt: „Jeder hat so ein Teil, aber Probleme gibt es damit nicht. Vor allem die Fünft-, Sechst- und Siebtklässler spielen damit“, sagt sie. Die „Fidget-Spinner“ sind auf jeden Fall ein Trendspielzeug.

Auf zahlreichen „Youtube“-Kanälen zeigen Kinder und Jugendliche, welche Kunststücke sich damit erlernen lassen. Neben den dreiteiligen gibt es auch „Fidget-Spinner“ mit nur zwei, aber auch mit fünf oder gar sechs Flügeln. Das System ist jedoch dasselbe. Neben den verschiedenen Formen sind die „Fidget-Spinner“ auch mit Leucht-LEDs oder im Dunkeln leuchtend zu bekommen.

Verschiedene Hersteller

Hinter dem Spielgerät, dessen Urheberschaft nicht endgültig geklärt ist, steckt keine einzelne Herstellerfirma, so dass verschiedene Unternehmen – zumeist in China – die unterschiedlichsten Modelle herstellen. Neben den „Youtube“-Videos gibt es bereits gedruckte Bücher mit Tipps und Tricks rund um das Spielgerät. Werfen und Fangen, auf Stirn oder Nase rotieren lassen oder damit jonglieren, sind nur drei der Möglichkeiten, die gewiefte „Fidget-Spinner“ beherrschen – natürlich alles, ohne dass die Rotation aufhört. Es gibt sogar Menschen, die behaupten, dass „Fidget-Spinner“ in Büros eingesetzt werden sollten. Zum einen soll damit Konzentrationsstörungen vorgebeugt werden, zum andern soll es Langeweile vertreiben.

Die heute 62 Jahre alte Catherine Hettinger aus Florida hatte bereits in den achtziger Jahren ein ähnliches Spielzeug erfunden und 1997 als Patent angemeldet, konnte dies aber 2005 aus Geldmangel nicht mehr verlängern. Von dem weltweiten Hype hat sie nichts.

Im Handel – sofern wieder vorrätig – gibt es die „Fidget-Spinner“ meist ab vier Euro aufwärts. Im Internet sind die Spielgeräte bereits ab einem Euro zu haben. Allerdings sollte bedacht werden, dass es sich um ein Spielzeug handelt, das auch schnell kaputtgehen kann. Die zehnjährige Chiara ist stolze Inhaberin mehrerer „Fidget Spinner“. Zwei davon waren allerdings bereits nach kurzer Zeit kaputt. „Bei dem einen ist einer der drei Flügel einfach abgebrochen und das andere dreht sich nicht mehr“. Auch ihre Freundin Julia hatte nicht lange Freude am dem Gerät: „Der Knopf in der Mitte ist einfach abgebrochen“, erzählt sie. Für den Preis ab vier Euro ist das oft stark beanspruchte Spielgerät also keine besonders billige Anschaffung.

Doch da inzwischen fast jeder eines dieser Spielzeuge hat und sie teilweise schon auf Kindergeburtstagen als Give-aways mitgegeben werden, wird der Hype um die „Fidget-Spinner“ wahrscheinlich noch eine Weile anhalten.

Wort-Herkunft

Das Wort „Fidget-Spinner“ leitet sich von den beiden englischen Begriffen fidget (zappeln, herumspielen) und to spin (drehen) ab.

Zwischenruf: Es wird vorbeigehen

Als Papa bekommt man fast jeden Hype unweigerlich mit: „Darf ich auch einen ,Fidget-Spinner’ haben?“. Als liebevoller Papa habe ich mich zunächst im Internet darüber informiert, um was es sich dabei eigentlich handelt. Als ich feststellte, dass das Teil erschwinglich ist und auch keine allzu negativen Auswirkungen auf Körper und Geist meines Kindes haben würde, machte ich mich umgehend auf den Weg, einen „Spinner“ zu besorgen. Vier Spielzeugläden durchforstete ich erfolglos: „Leider sind die schon ausverkauft.

 „Wir haben keine mehr. Ob und wann wieder welche geliefert werden, kann ich Ihnen nicht sagen.“ Das waren Sätze, die ich zu hören bekam. Was also tun? Von meiner Tochter aufmerksam gemacht, entdeckte ich bei einem Klamottenladen in Bad Hersfeld einen großen Ständer mit zahlreichen „Fidget-Spinnern“. Bei einem Klamottenladen?!? Ja, tatsächlich. Und die Auswahl war sogar groß. In allen möglichen Farben, aus Plastik oder Metall, mit Leucht-LEDs und ohne. Natürlich wurden umgehend drei gekauft, so dass die Gemüter aufs erste beruhigt waren.

Das eine war eigentlich gleich kaputt, so dass wir am nächsten Tag erneut zu dem Laden zogen, um Ersatz zu kaufen. Die Auswahl war merklich geschrumpft. Maximal 20 „Spinner“ gab es noch. Ich war baff, denn ich habe es seit Längerem nicht mehr erlebt, dass ein Trendspielzeug so rasant ausverkauft ist. Inzwischen finden sich „Finger-Spinner“ in vielen Geschäften

Da es keine Firma mit den Exklusivrechten daran gibt, sind weder „echte“ noch „gefälschte“ Teile auf dem Markt. Die Preise liegen üblicherweise zwischen vier und sieben Euro. Was die Qualität betrifft, gibt es – wie am Beispiel des „Eintages-Spinners“ bewiesen – jedoch erhebliche Unterschiede. Es ist also eher Glückssache, ob man einen stabilen oder einen labilen „Spinner“ kauft.

Ich finde es erfreulich, dass die osthessischen Schulen noch keine Probleme mit dem Trendspielzeug haben oder es gar aus den Unterrichtsräumen verbannen mussten. Ich hoffe, dass das auch so bleibt. Es ist allerdings abzusehen, dass der Trend vorbeigehen und durch irgendeinen neuen abgelöst werden wird.

So war es mit dem „Zauberwürfel“, dem „Tamagotchi“, dem „Furz-Slime“ oder „Pokémon Go“ auch.

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