"Dry January": Immer schön trocken bleiben 

"Klartext"-Kommentar von "Fulda aktuell"-Redaktionsleiter Bertram Lenz

Fulda. „Challenge“ ist so ein Modewort, das – vielfach durch die Medien hochgepuscht – immer mal wieder für eine gewisse Zeit vornehmlich durch die social media des Internets geistert. Beispielhaft sei an die ALS Ice Bucket Challenge“ („Eiskübelherausforderung“) erinnert, die als Spendenkampagne den Sommer 2014 beherrschte.

Nun macht wieder so eine „Challenge“ von sich reden, betitelt mit „Dry January“. Auch diese Herausforderung besitzt einen durchaus vernünftigen Hintergrund, geht es doch um nichts weniger als die eigene Gesundheit. Denn wer mitmacht, der hat sich zum Ziel gesetzt, den Januar über auf Alkohol zu verzichten – „trocken“ zu bleiben.

Was wahrlich kein einfaches Unterfangen ist, denn Alkohol gehört in unserer Gesellschaft zu den legalen Suchtmitteln und vielfach zum „guten Ton“ mit dazu. In Deutschland trinken 90 Prozent der Bürger Alkohol – mit oft fatalen Folgen, denn laut dem „Jahrbuch Sucht 2019“ sterben in diesem Lande jährlich rund 74.000 Menschen an den Folgen ihres Alkoholkonsums. Und: 2017 lag der Verbrauch an alkoholischen Getränken bei 131,1 Litern pro Kopf, was umgerechnet einer ganzen Badewanne voller Flüssigkeit entspricht (!).

Lob und Achtung gebühren denjenigen, die es zumindest versuchen wollen, für eine Zeit auf Alkohol zu verzichten. Denn erst ein solcher Schritt zeigt oftmals auf, wie abhängig mann/frau vielleicht schon von dem Suchtmittel ist, das die perfide Eigenschaft besitzt, auf der einen Seite positiv rauschhaft zu wirken, auf der anderen Seite aber instande ist, den Trinker selbst und seine Familie zu zerstören. #

Da ist es gleichsam fatal, wenn allen Ernstes über Mittelkürzungen für Beratungsstellen, gleich welcher Sucht, debattiert wird. Denn dort werden jährlich mehr als eine halbe Million Suchtkranke und deren Angehörige erreicht, betreut und in weiterführende Behandlungen vermittelt. Verhindert werden kann so eine mögliche Verelendung der Betroffenen und eine Verringerung der Folgekosten einer Erkrankung. Insofern wäre eine weitere Reduzierung der finanziellen Ausstattung in ganz erheblichem Maße kontraproduktiv.

Um zum Anfang zurück zu kommen: Welchen Rat gibt man einem von Alkohol Abhängigen, der entschlossen ist, mit dem Trinken aufzuhören? „Immer das erste Glas stehen lassen. Das Weitere ergibt sich dann von selbst“. Wenn dann noch das Umfeld mitspielt, dürfte es nicht mehr sooo schwer sein, „Dry January“ viele trockene Monate folgen zu lassen.

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