E-Car-Sharing: Ein gemeinsam genutztes Elektroauto

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Lautertal. Verknüpfung von Mobilität und Nachhaltigkeit in Vogelsberg-Dorf Hopfmannsfeld.

Lautertal. 250 Einwohner hat Hopfmannsfeld – und 30 Bürgerinnen und Bürger des Lautertaler Ortsteils kamen am Dienstag ins Dorfgemeinschaftshaus, um Näheres über das geplante Elektro-Mobilitätsprojekt zu erfahren, das bereits im Sommer an den Start gehen soll. Carsharing im ländlichen Raum – das ist gewiss nichts Alltägliches. Ob das funktionieren kann, das will man im Praxistest herausfinden. Das Forschungsprojekt, das von der Universität Frankfurt am Main begleitet wird, ist zu 100 Prozent von Bund und Land finanziert. Alle Interessenten im Dorf – aber auch in den anderen sechs Ortsteilen – können ab Sommer innerhalb von 18 Monaten das "Teilen" eines Elektroautos kostenfrei ausprobieren. Am 19. Mai wird der Startschuss auch in Gemünden für ein weiteres E-Mobil-Projekt fallen.

Kern des Projekt ist es nicht nur, Erfahrungen mit einem Elektroauto und noch dazu in einem Carsharingmodell zu erkunden – vor allem soll das Konzept exakt nach den Wünschen der Bürgerinnen und Bürger maßgeschneidert werden, die das Auto dann nutzen wollen. Durch das Mitgestalten der Bürgerschaft von Anfang an soll ein wirklich bedarfsgerechtes Konzept entstehen – und während der Nutzung wird man sich absprechen müssen, um die jeweils zeitweise Nutzung reibungslos abzuwickeln.

"Das Teilen von Maschinen und Geräten ist für uns im ländlichen Raum überhaupt nichts Neues – warum nicht auch das Teilen eines Autos", unterstreicht denn auch Lautertals Bürgermeister Heiko Stock. Er zeigte sich bei der Auftaktveranstaltung im DGH Hopfmannsfeld optimistisch und dankbar, dass seine "vitale Gemeinde" hier so herausragend den Praxistest machen darf. Er und auch Matthias Sebald, Diplom-Geograf im Landratsamt, sind überzeugt: "Wegen dieses spannenden Modellprojekts wird auf uns geschaut."

Eine Arbeitsgruppe wird schon in wenigen Tagen zwar noch nicht in das Elektroauto, wohl aber in die Details einsteigen: Welches Modell ist das richtige für Hopfmannsfeld? Welche Reichweiten muss das Auto schaffen? Wie geht das mit der Schlüsselverwaltung? Wer kümmert sich darum, dass immer "vollgetankt" ist? Wer wechselt die Winterreifen? Wo ist das Auto stationiert? Und vor allem: für was soll das Auto denn genutzt werden – für die Fahrt zum Arzt, für die Einkaufsfahrt nach Herbstein oder Lauterbach oder abends im Freizeitbereich?

Diese und andere ganz konkrete Fragen werden die Bürgerinnen und Bürger, also die zukünftigen Nutzer,  in der Arbeitsgruppe klären. Auf jeden Fall, so sind die Wissenschaftler aus Frankfurt, der Bürgermeister und der Projektleiter im Landratsamt überzeugt, findet hier eine beispielgebende Verknüpfung von Teilhabe der Bürgerschaft, Ressourcenschonung durch Nutzung der Vogelsberger erneuerbaren Energie und Schonung des eigenen Geldbeutels statt. Denn: es könnte sein, dass mittelfristig durch das Carsharing der oft vorhandene Zweit- und Drittwagen entbehrlich werden könnte. Auch über die Projektphase hinaus. Bereits jetzt wird über eine "Verstetigung", also das Weiterbetreiben des Projekts auch nach den 18 Monaten hinaus nachgedacht.

Während sich schon ein Dutzend Bürgerinnen und Bürger des sehr gut besuchten Auftakttreffens für eine Mitarbeit in der Konzepterarbeitungsgruppe gemeldet haben, sucht das Team der Goethe-Universität Frankfurt am Main noch weitere Interessierte. Bei Interesse wenden Sie sich an Herrn Dirk Dalichau (069-798-36663 oder dalichau@soz.uni-frankfurt.de).

Die Konzepterarbeitungsgruppe Hopfmannsfeld trifft sich an folgenden weiteren Terminen:

•      Termin I:          Freitag, 16.05.2014, 19.00h – 21.30h•      Termin II:         Samstag, 17.05.2014, 09.00h – 14.00h•      Termin III:        Mittwoch, 21.05.2014, 19.00h – 21.30h•      Präsentation:   Dienstag 10.06.2014, 19.30h – 22.00h

Wissenschaftliche ProjektleitungProf. Dr. Birgit Blättel-MinkDirektorin des Instituts für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK)Goethe-Universität Frankfurt am MainGrüneburgplatz 160323 Frankfurt am Mainhttp://www.iwak-frankfurt.dehttp://www.fb03.uni-frankfurt.de/soziologie/bblaettel-mink

Kontakt und weitere InformationenDipl.-Soz. Dirk DalichauGoethe-Universität Frankfurt am MainGrüneburgplatz 160323 Frankfurt am MainEmail: dalichau@soz.uni-frankfurt.deTelefon: 069-798-36663

Finanzierung:Zuwendung des Bundes (91.000 €), Zuwendung des Landes (49.000 €).

Projektpartner

•    Energiegenossenschaft Vogelsberg e. G.•    Stiftung Schloss Ettersburg•    Max-Eyth-Schule Alsfeld•    Kommunen•    OVAG/ZOV-Verkehr•    IHK Gießen-Friedberg

Regionale Projektleitung:

Amt für den ländlichen Raum und Daseinsvorsorge (MORO-Projektmanagement).Ansprechpartner: Dipl.-Geograf Matthias SebaldMatthias.Sebald@Vogelsbergkreis.de

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