Effizient und schnell: Das junge Unternehmen „Praktikumsjahr“ aus Fulda

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Malte Bürger, Jan Herold Müller und Johannes Feik (von links) wollen mit ihrem jungen Unternehmen „Praktikumsjahr“ durchstarten.

Drei junge Männer und eine Idee, die preisverdächtig ist: Das "Praktikumsjahr" aus Fulda bringt Schulabsolventen und Betriebe auf Zeit zusammen.

Fulda. Wie fast immer stand am Anfang eine Idee: Wie kann man Schulabgängern Einblicke in die Berufswelt bieten, die über ein reguläres Schulpraktikum hinausgehen? Malte Bürger (20), Johannes Feik (19) und Jan Herold Müller (19) kennen sich aus der Schulzeit am Fuldaer Marianum. Bürger studiert inzwischen an der Hochschule Fulda, Feik macht eine Ausbildung und Müller drückt noch die Schulbank. Das Trio ließ die Idee nicht los und es machte sich im Rahmen eine Projekts von „Jugend forscht“ daran, das Vorhaben zu konkretisieren.

Die Gründung des Unternehmens „Praktikumsjahr“ war unumgänglich. „Wir begannen, Schüler nach ihren Wünschen zu befragen und auch Unternehmen, was sie für die Nachwuchsgewinnung benötigen“, sagt Bürger. Das Feedback sei positiv gewesen, und so entwickelten die drei jungen Männer ihre Idee weiter. Mit Beratung durch die „IHK Fulda“ ging man daran Formulare auszufüllen und eine Steuernummer zu beantragen.

Im vergangenen Jahr gewannen Jan, Malte und Johannes den „Hessischen Gründerpreis“ in der Kategorie „Gründung aus der Hochschule“ („Fulda aktuell“ berichtete). „Das ist eine hohe Auszeichnung. Unsere Idee hat den Puls der Zeit getroffen“, so Müller. „Es ist auch ein Qualitätssiegel“, fügt Feik hinzu. Hessens stellvertretender Ministerpräsident Tarek Al-Wazir überreichte den Fuldaer Gründern die Auszeichnung in Wiesbaden.

"Jede freie Minute"

An „Praktikumsjahr“ wird derzeit nachmittags und samstags gearbeitet. „In einem halben Jahr sind Johannes und Jan fertig mit Schule und Ausbildung. Dann wollen wir uns noch mehr um unser Unternehmen kümmern“, sagt Malte. Momentan wird jede freie Minute an Nachmittagen und abends genutzt, um das Konzept mit Firmenpartnern und Praktikanten umzusetzen. Doch nun dazu, was „Praktikumsjahr“ eigentlich anbietet: Nach Beendigung der Schule und Beginn einer Ausbildung oder eines Studiums haben viele Abgänger eine Vakanz. Bei den Firmenpartnern können sich Teilnehmer für zwei Monate als Praktikant einbringen, um tiefere Einblick in die jeweiligen Berufe zu gewinnen und sich auszuprobieren.

Für die Firmen besteht der Vorteil darin, sich die Praktikanten anzuschauen und darunter möglicherweise zukünftige Fachkräfte zu finden. „Der Praktikant erhält ein monatliches Taschengeld von mindestens 250 Euro“, so Bürger.

Gegenseitige Bewertung

Nach den zwei Monaten bewerten sich Praktikant und Betrieb gegenseitig. „Das ist ein Mehrwert für beide Parteien und das Procedere kann flexibel gehandhabt werden“, sagt Bürger. Bei der Bewerbung der Schüler wird die Frage gestellt, worin er sich ausprobieren möchte. Ebenso werden die Unternehmen befragt, welche Voraussetzungen nötig sind. „So können wir die Bewerber und die Firmen schnell zusammenbringen“, erläutert Jan den „Matching-Prozess“.

Derzeit sind 23 Unternehmen aus Fulda Partner von „Praktikumsjahr“, registriert sind bisher 31 Bewerber. Um ihr Unternehmen bekannt zu machen, veranstalten Müller, Feik und Bürger eigene Nachwuchs-Netzwerkabende, beteiligen sich an Veranstaltungen der „Region Fulda“ und sind bisher bei Terminen wie der IT-Messe „fibit“ präsent gewesen.

Expansion geplant

Wenn der Betrieb richtig anläuft und so erfolgversprechend ist, wie es sich Bürger, Feik und Müller ausmalen, dann wollen sie vor allem Richtung Süden und bis ins Rhein-Main-Gebiet expandieren. „Praktikumsjahr“ mit der neuen Idee, Berufsanfänger und Firmen zusammenzubringen, wäre nicht das erste Unternehmen, das aus der Garage – oder in diesem Fall aus dem Kinderzimmer („Apple, „Microsoft“) – zu einer äußerst erfolgreichen Marke wird. Praktikumsinteressierte und Firmen können sich auf der Website www.praktikumsjahr.de über die junge Firma informieren oder sich bereits für ein „Praktikumsjahr“ anmelden. „Wir suchen auch immer Firmen, die Lust haben, mitzumachen“, so die drei jungen Firmengründer.

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