Ein Mann macht sich Luft

Der Hünfelder Architekt „Charly“ Möller.
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Der Hünfelder Architekt „Charly“ Möller.

„Charly“ Möller: Offener Brief an Politiker und Bürger

Hünfeld. Als „freischaffender kreativer Architekt“ hat sich der Hünfelder Franz-Karl Charly) Möller in einem Offenen Brief an alle politisch interessierten Bürger des Landkreises Fulda, an die Mitglieder des Kreistages sowie an die Stadtverordneten und den Magistrat der Stadt Hünfeld gewandt. Im Mittelpunkt steht die „Gestaltungssatzung in Hünfeld, die schon lange in die Ablage gehört und nicht mehr zeitgemäß ist“. Hinzu kommen generelle Überlegungen, wie die neuen Herausforderungen in Zukunft gemeistert werden können.

Nicht zuletzt aufgrund der Pandemie würden künftig immer mehr Menschen, zumindest zeitweise, von zu Hause aus arbeiten. „Daher müssen Architekten das Design und flexibler Service so gestalten, dass alle Annehmlichkeiten eines Büros in der häuslichen Umgebung untergebracht werden können“.

Das in Hünfeld 2021 geplante und bereits viel diskutierte neue Projekt „Bebauung Klostergarten“ muss deshalb öffentlich unter Beteiligung von Architekten / Künstler /kreativen Menschen diskutiert werden, weil es eines der letzten Projekte in Hünfeld wird, an dem wir als kreative Dichter und Denker inhaltlich arbeiten sollten. Hier besteht die Möglichkeit, zukunftsorientiert diese von mir genannte Art von flexiblem Wohnen zu entwickeln: Gebäude, für das kompakte und flexible Wohnen schaffen und wo die Idee von Gemeinschaft mitdenkt. Das wird die Zukunft sein.

Die Gemeinwohlorientierung wird in den Fokus rücken und dafür die transformative Kraft der Städte nutzen. Gemeinwohl sind öffentliche Dienstleistungen der Daseinsvorsorge sowie die Verringerung und Vermeidung von neuen Formen der Ungleichheit in sozialer, wirtschaftlicher, ökologischer und räumlicher Hinsicht. Ziel muss die Verbesserung der Lebensqualität und ihren funktional zusammenhängenden Räumen sein, ohne das jemand zurückgelassen wird. Deshalb müssen wir innovative Lösungen entwickeln, um die Lebensqualität vor Ort langfristig und nachhaltig zu erhalten und zu verbessern. Dies kann nur in Zukunft mit hoher Qualität der Architektur – Stadt – und Landschaftsarchitektur geschehen ohne Einschränkungen an Satzungen/auftragsbezogene Gutachten und Vorgaben durch die Politik. Man denke hier bspw. an Bereiche des ökologisch/energetischen Bauens für die Zukunft.

Die heute verfügbaren, technologischen Möglichkeiten übertreffen den definierten Rahmen von gesetzlichen Vorgaben und geltenden Satzungen. Architekten können unter anderem in diesen Bereichen einen wesentlichen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit und Ökologie von Gebäuden über die geltenden Normen hinaus beitragen. Ebenfalls ist die Idee eines sehr großen Verbrauchermarktes für Hünfeld z.B. REWE oder Lidl oder _ mit einer Verkaufsfläche von 2.500 – 3.500 qm sehr oberflächlich bemessen.

Unsere Bedingung an heutige Verkaufsflächen muss sein, Ware aus unserer Region - wie es der lokale Wochenmarkt tut - die gesamte Woche zu vermarkten und anzubieten. Essen und Trinken, Spielen für Kinder, Gesundheitsangebote, Freizeit können in einer Markthalle mit einem 7 - Tage – Angebot realisiert werden, eine Markthalle lässt Veranstaltungen möglich werden und last but not least, ökologische nachhaltige Sonnenhaus-Wohnungen könnten über der Markhalle mit großer Flexibilität angeboten werden.

Das ist in meinen Augen die Zukunft, wo die Menschen sich versammeln und die Innenstädte aufwerten. Vielleicht ist es heute noch nicht zu spät, wie unsere Zukunft des Arbeitens und Wohnens gestaltet wird. Natürlich bedeutet diese Denkweise des flexiblen Wohnraums auch Flexibilität in allen Bereichen der Verwaltung – mitunter muss hier sogar grundlegendes Umdenken bei Politiker/innen in einigen Bereichen notwendig werden, vor allem Gestaltungssatzungen entsorgen, die von Laien formuliert werden.

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