Einbrüche im Hünfelder Land: Polizei sucht Serientäter

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Die Taten ereigneten sich in der Nacht zum heutigen Dienstag.

Hünfeld/Burghaun. Ein Serieneinbrecher hat mit hoher Wahrscheinlichkeit Einbrüche im Bodenseeraum und in Hünfeld und Burghaun begangen.

Hünfeld/Burghaun. Ein Serieneinbrecher, der schon mindestens seit dem Jahr 2010 immer wieder in Erscheinung getreten ist, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit auch die Einbrüche in Hünfeld und Burghaun begangen.

Im Zeitraum von Ende August bis zum 5. September war der Täter mehr als 20 Mal in Häuser, Schuppen und Gartenhütten eingebrochen. Dabei hatte er Bargeld, Schmuck und Fahrräder erbeutet. Außerdem hat er in einigen Fällen auch Getränke und Lebensmittel, die er an den Tatorten fand, verzehrt. Die osthessische Polizei war zuletzt mit zahlreichen Beamtinnen und Beamten in Uniform und ziviler Kleidung im Einsatz, um den Einbrecher zu fassen. Auch ein Polizeihubschrauber war mehrmals vorübergehend in Hünfeld stationiert.

"Das an den verschiedenen Tatorten gesicherte Spurenmaterial hat uns zu einem Serieneinbrecher geführt, der eine große Zahl von Wohnungs- und Gartenhütteneinbrüchen im Bodenseeraum in Baden-Württemberg, aber auch in Rheinland-Pfalz sowie in Südosthessen begangen haben dürfte. Leider steht jedoch die Identität dieses Mannes noch nicht fest", fasst Martin Nickl, Leiter der Fuldaer Kriminalpolizei, die Ergebnisse der Untersuchungen zusammen. "Im Hessischen Landeskriminalamt wurden die Spuren analysiert und ausgewertet. Dabei ergaben sich Übereinstimmungen mit DNA-Spuren, die an den anderen genannten Tatorten gesichert wurden", erklärt Nickl weiter.

Aus der Tatserie im Bodenseeraum stammen die bislang detailreichsten Erkenntnisse zum Tatverdächtigen. Der Täter hatte dort im Zeitraum von Juli bis September des vergangenen Jahres zahlreiche Einbrüche auf ähnliche Art und Weise wie jüngst im Raum Hünfeld und Burghaun begangen. Auch dort entwendete er Geld, Schmuck und Fahrräder und verspeiste Ess- und Trinkbares noch an Ort und Stelle.

Dass der Täter am Bodensee in Scheunen und Gartenhütten Unterschlupf fand, hat sich auch in Osthessen bestätigt. Im Zuge der Fahndungsmaßnahmen stießen die Ermittler in Hünfeld auf eine Gartenhütte, in die der Täter eingebrochen war. Dort verzehrte er offenbar mitgebrachte Lebensmittel und nächtigte auf einer Couch.Nach der Zusammenführung aller Erkenntnisse kann der Einbrecher nun wie folgt beschrieben werden: Es handelt sich um einen Mann im Alter zwischen 40 und 50 Jahren. Er ist etwa 1,80 Meter groß und hat eine schlanke, sehr athletische Figur. Bei den Einbrüchen im Hünfelder Land trug der Täter meist eine dunkle Mütze, längere dunkle Oberbekleidung und festes Schuhwerk, möglicherweise Wanderschuhe. Den Weg zu den Tatorten hat der Einbrecher wahrscheinlich immer mit einem Fahrrad zurückgelegt. Bei der Tatausführung trug er oftmals eine Stirnlampe.

"Der steigende Fahndungsdruck hat den Einbrecher wohl vertrieben", vermutet der Fuldaer Kripochef, Martin Nickl, mit Blick auf die seit mehr als einer Woche beendete Tatserie. "Ob sich unser Täter noch im Bereich Hünfeld und Burghaun aufhält und sich dort versteckt, wissen wir natürlich nicht mit Sicherheit", erklärt Nickl abschließend. "Wir gehen aber eher davon aus, dass er inzwischen die Flucht ergriffen hat."

Dennoch legen die Beamten des Fuldaer Einbruchskommissariats die Fälle jetzt nicht zu den Akten. Die Ermittler suchen weiter dringend nach zusätzlichen Hinweisen, auch aus der Bevölkerung. Sie wollen ihre Erkenntnisse zum Täter und seinem Verhalten weiter verdichten und so auf seine Spur kommen. Im Falle einer Festnahme, auch an einem ganz anderen Ort, können die Einbrüche und Einbruchsversuche dann schnell zugeordnet werden.

Insbesondere bitten die Ermittler die Besitzer von Feldscheunen, Gartenhütten oder Schuppen, diese zu überprüfen und nachzusehen, ob dort eingebrochen wurde. Auch  sonstige verdächtige Veränderungen an den Objekten wie Hebelspuren oder zerschnittene Zäune sind für die Beamten von Bedeutung. Die Hinweise können an die Polizei in Fulda, Tel.: 0661 / 1050, jede andere Polizeidienststelle oder die Onlinewache der Hessischen Polizei gegeben werden.

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