41 Personen aus 18 Ländern eingebürgert 

Yasemin Dietrich, Stadtverordnetenvorsteherin Margarete Hartmann und Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld

Feierlicher Empfang im Marmorsaal des Fuldaer Stadtschlosses mit Oberbürgermeister 

Fulda - Seit 18 Jahren lädt die Stadt Fulda dreimal im Jahr die neu eingebürgerten Staatsbürgerinnen und Staatsbürger zu einem feierlichen Empfang in den Marmorsaal des Stadtschlosses ein. Das ist keine Selbstverständlichkeit: „Das Land Hessen hat so etwas in diesem Jahr zum ersten Mal durchgeführt“, merkte Stadtverordnetenvorsteherin Margarete Hartmann an.

Zwischen dem 1. Januar und 30. April 2017 wurden insgesamt 41 Personen aus 18 Ländern eingebürgert. Die größte Gruppe davon waren zuvor türkische Staatsangehörige. Ein sehr herzliches Willkommen sprachen Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld und die Stadtverordnetenvorsteherin den Neubürgerinnen und Neubürgern aus.

„Für uns sind Sie absolut gleichberechtigte Mitbürger“, betonte der Oberbürgermeister in seiner Ansprache. Eine Einbürgerung sei nicht immer einfach: „Sie haben Geduld und Kraft bewiesen, und Ihre Erfahrungen sind wertvoll für uns. Es ist nicht entscheidend, wo Sie herkommen oder welchem Glauben Sie angehören. Für uns ist entscheidend, für welche Werte Sie sich einsetzen.“ Das seien die drei grundlegenden Werte des Grundgesetzes: Unantastbarkeit der Menschenwürde, Freiheit und Gleichheit.

Für die städtischen Gremien sprach Hartmann den neuen Bürgerinnen und Bürgern Mut zu: „Beteiligen Sie sich, bringen Sie sich ein. Nutzen Sie alles, was sich Ihnen an Möglichkeiten bietet. Vor allem die aktive Teilnahme an Wahlen ist wichtig, denn eine hohe Wahlbeteiligung stärkt die Demokratie,“ sagte sie und wies besonders auf die Bundestagswahl und die Landratswahl im September dieses Jahres hin.

 „Dass ich hier stehen darf, in meiner Uniform, im Stadtschloss, bedeutet mir sehr viel“, sagte Yasemin Dietrich, die stellvertretend von ihren Erfahrungen bei der Einbürgerung berichtete. Als Tochter einer Schottin und eines Türken in Deutschland geboren, besaß sie bisher nur den schottischen Pass. Sie wuchs bei ihrer Mutter in Niedersachsen auf, und für diese sei es als Alleinerziehende mit einer Tochter mit einer etwas dunkleren Hautfarbe nicht immer einfach gewesen, erzählt sie. Heute ist Yasemin Dietrich Polizeibeamtin und arbeitet an der Polizeiakademie Niedersachsen.

Die Einbürgerung habe sie eigentlich schon lange vollziehen wollen, erzählt sie, die notwendigen Formalitäten hätten sie aber ein wenig abgeschreckt. Jetzt, wo der Brexit vor der Tür steht, hat sie den Schritt vollzogen und besitzt nun die schottische und deutsche Staatsbürgerschaft. „Ich freue mich sehr darauf, dass ich in diesem Jahr zum ersten Mal wählen darf,“ betonte sie.

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