Eindeutige Entscheidung

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Künzell. Mit Künzell hat sich am Donnerstagabend das dritte Gemeindeparlament der Stadtregion Fulda für einen "Sommerlad"-Neubau ausgesprochen.

Künzell. Mit Künzell hat sich am späten Donnerstagabend auch das dritte Gemeindeparlament der Stadtregion Fulda eindeutig für das Neubauprojekt der Firma "Möbelstadt Sommerlad" im interkommunalenGewerbegebiet an der A 7 ausgesprochen. Zuvor bereits hatten sich Eichenzell und Fulda eindeutig pro Sommerlad positioniert. Am 6. November steht dann noch die "letzte" Abstimmung in Petersberg an.

Die finale Entscheidung über das Großprojekt trifft der Zentralausschuss der Regionalversammlung beim Regierungspräsidium Kassel (RP). Bis dahin dürfte indes der Monat April 2015 ins Land gezogen sein. Bis zum endgültigen Satzungsbeschluss mit Aufstellung der Bau(leit)planung könnte es Sommer werden -  "vor oder nach den Ferien", wollte sich Künzells Bürgermeister Peter Meinecke nicht definitiv festlegen. "Sommerlad wird aber wohl nicht - wie urspünglich geplant - bis zum 31.12.2015 am neuen Standort einziehen können. Ich gehe aber davon aus, dass er nicht bis dahin aus der alten Immobilie 'raus muss, da werden sich mit Sicherheit Übergangsregelungen finden lassen."

Wenn man zwischen den Zeilen liest, könnte man dies dahingehend interpretieren, dass nicht, wie von der Immobilienbesitzerfamilie Kutsch/Link mehrfach verlautete, am alten Standort ein nahtloser "Möbler-Übergang" zum 1.1.2016 zum kolportierten Nachfolge-Mieter "Poco Domäne" erfolgt.

Meinecke sieht für das Genehmigungsverfahren beim Regierungspräsidium als wesentlichen Punkt auch die verkehrstechnische  Erschließung des neuen Sommerlad-Areals mit einer Verbindungsspange in Richtung  "Dröder" und der B 458 an. Gerade in diesem Punkt und auch bei den anderen Detailplanungen habe man gute Vorarbeiten geleistet, so dass alle Unterlagen perspektivisch bis November beim RP eingegangen sein könnten. Die zuständige Sachbearbeiterin Linneweber habe ihm, Meinecke, signalisiert, "dass dann alles, in Anführungszeichen, nur eine Formsache sei."

Ganz so sicher ist sich diesbezüglich Bernd Eckart von der Fraktion Bündnis 90/die Grünen jedoch noch nicht. "Wir alle, nicht nur die Bürgermeister, müssen Werbung machen für diesen Kompromiss. Das ist kein Selbstläufer bei der Mehrheitsfindung", so Eckart. Um die Grünen im Zentralausschuss des RP werde er sich "persönlich kümmern", als "Unsicherheitsfaktor" hat er eindeutig Landrat Bernd Woide ausgemacht, der ihm in einem Gespräch erst noch kürzlich erklärte, er habe seine ablehnende Haltung gegenüber dem Sommerlad-Neubauprojekt bis dato nicht geändert. Dem Zentralausschuss beim RP gehören 41 Personen des "öffentlichen Lebens" und Berufspolitiker an, sechs davon kommen aus dem Landkreis, eine aus der Stadt Fulda. Unter den Mitgliedern seien sechs SPD'ler, 5 CDU'ler, drei Grüne und ein Freier Wähler. Da gelte es dicke Bretter zu bohren, so Eckart im übertragenen Sinne.

Die Abstimmung im Künzeller Gemeindeparlament wurde in zwei Beschlussvorlagen vorgenommen. In Teil 1,  dem "allgemeinen Teil" der öffentlich-rechtlichen Vereinbarung zur "Interkommunalen Zusammenarbeit" stimmten 28 Künzeller Gemeindevertreter für Sommerlad - bei einer Gegenstimme. In Teil 2, das ist der Nachtrag, bei dem es um Änderungen der ursprünglichen Vereinbarung, die Einbeziehung weiterer beziehungsweise den Ausschluss von Flächen für den Einzelhandel geht,  stimmten 25 Gemeinderäte für die "Sommerlad-Beschlussvorlage" - bei vier Enthaltungen.

Zuvor hatten in einer äußerst sachlichen und von breitem Konsens über alle Fraktionen hinweg getragenen Diskussion Paul Kredig und Dr. Bernd Katzer (beide CDU), Bernd Eckart (B 90/Die Grünen), Thomas Grünkorn (CWE) und Dieter Lachnit (SPD) Argumente pro und contra Sommerlad ausgetauscht.

Kritik kam unter anderem an der einseitigen Berichterstattung und Stimmungsmache eines örtlichen Mediums auf, dass man nicht von Anfang an seitens des Unternehmers Frank Sommerlad und auch der jeweiligen Gemeindeoberhäupter in den aktuellen Sach- und Kenntnisstand eingebunden wurde, dass man beim zweiten Möbel-Grossisten vor Ort bezüglich der so genannten innenstadtrelevanten Sortimente mit zweierlei Maßstäben messen würde.

Positiv bewerteten alle Redner die Schaffung beziehungsweise den Erhalt von Arbeitsplätzen bei Sommerlad im dreistelligen Bereich, die Generierung von Millionenaufträgen für Handwerksbetriebe im osthessischen Raum, die künftigen Einnahmen an Gewerbesteuern, die Einbringung neuer Flächen ins interkommunale Gewerbegebiet sowie die Tatsache, dass nach 15-monatiger Zeitverzögerung, teilweise heftiger und polemischer Diskussionen sowie Vorwürfen unterhalb der Gürtellinie "das Wichtigste letzendlich doch erreicht wurde", wie es Eckart formulierte: "Dass tatsächlich doch gemeinsamens konstruktives Handeln der vier Kommunen innerhalb der Stadtregion möglich ist."

Das Scheitern des Sommerlad-Projekts, so war sich das Künzeller Gemeindeparlament einig, hätte eine weitere und künftige Zusammenarbeit innerhalb der Stadtregion auf den Sektoren Jugend, Kultur und Soziales  bis auf Weiteres aufs Eis gelegt.

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