Für eine neue Welt: Loheland und Waldorfpädagogik feiern 100 Jahre

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Für eine neue Welt setzten sich vor 100 Jahren Hedwig von Rohden und Louise Langgaard ein.

Künzell - Wenn Menschen aus der Region an „Loheland“ denken, verbinden sie diesen Ort meist mit der dort ansässigen „Rudolf-Steiner Schule“. Doch tatsächlich wurde diese erst 1976/77 in die bestehende Schule für Körperbildung, Landbau und Handwerk integriert. Seit 1919 wurden an der Schule Frauen in Gymnastik und Tanz ausgebildet. „Eine neue Generation Weib soll gebildet werden“, sagte einst Hedwig von Rohden, eine der Gründerin der Schule. Gemeinsam mit Louise Langgaard gründete von Rohden 1912 das „Seminar für Klassische Gymnastik – Lehrweise von Rohden-Langgaard“ in Kassel. Die beiden Frauen wurden vom Begründer verschiedener Frauenbildungsstätten, Prof. Dr. Karl Friedrich Zimmer, ausbildet. Nach sieben Jahren und verschiedenen Stationen des Seminars erwarben die Frauen das völlig unerschlossene Land, das heute als „Loheland“ bekannt ist. Die „Loheländerinnen“ waren über die Grenzen der ganzen Republik durch ihre expressionistischen Tänze bekannt. Mit Hilfe aus der Umgebung und verschiedener Studenten erschuf eine handvoll Frauen verschiedene Gebäude und pflegte von Beginn an einen harmonischen und achtsamen Umgang mit der Natur des 54 Hektar großen Gebietes. Die Schülerinnen und Lehrerinnen arbeiten und lebten gemeinsam in den Häusern. „Sie taten alles für die Gemeinschaft“, erklärt Elisabeth Mollenhauer-Klüber von der „Loheland Stiftung“. Da die „Loheland“-Geschichte große Parallelen zur der des „Bauhauses“ aufzeige, fühle man sich auch hier verbunden. „Bauhaus“ feiert in diesem Jahr ebenfalls 100 Jahre. „Ein Gebäude hat es in den Jubiläumskalender geschafft“, freut sich Mollenhauer-Klüber. Auch in verschiedenen Fachzeitschriften sei „Loheland“ immer wieder erwähnt und erfreut sich internationaler Beliebtheit. Aus 460 Vorschläge wurde „Loheland“ als einer von 100 Orten in Deutschland für das „Bauhaus“-Projekt „Route der Moderne“ ausgewählt. In dieser sollen die denkmalgeschützten Gebäude entdeckt werden. „,Loheland’ hat auch das Potenzial zum ,UNESCO-Welterbe’“, berichtet Mollenhauer-Klüber stolz.

Zur „UNESCO-Projekt-Schule“ hat es die „Rudolf-Steiner-Schule Loheland“ bereits geschafft. Der pädagogische Ansatz ist auf Friedenserziehung und interkulturelle Kommunikation hin angelegt. In diesem Jahr feiert die „Waldorfschule“ auch das 100-jährige Bestehen. „Wir haben in diesem Jahr mehrere 100-Jährige zu feiern“, fügt Mollenhauer-Klüber an.

„Für dieses Festjahr und die einzelnen Jubiläen haben wir verschiedene interessante Programmpunkte“ erarbeitet, sagt Tanja Abeln-Bil von der „Loheland-Stiftung“. Unter anderem wird es bis 1. Oktober kulturhistorische Führungen in „Loheland“ geben. Jeden letzten Sonntag im Monat, aber auch an besonderen Feiertagen, soll es öffentliche Führungen geben,. Auch die Buchung einer Gruppenführung außerhalb der Termine ist möglich. „Alle Termine finden sich auf unserer Webseite“, sagt Abeln-Bil.

Spannendes Programm

Ein besonderes Highlight bietet die Werklehrertagung vom 12. bis 17. April. Sie findet unter dem Motto „Wie klingt die Welt – 100 Jahre Waldorfpädagogik“ statt. Mit Klanghölzern von Schulen aus der ganzen Welt werden Klangkunstwerke, Xylophone und Musikinstrumente gebaut und zu Klanginstallationen zusammengeführt. Dazu wird es ein Abschlusskonzert geben, das am 16. April um 15 Uhr stattfindet. Zu 100 Jahre Waldorfpädagogik wird es vom 8. bis 11. Mai eine Festwoche geben, „mit vielen kleinen und großen Highlights“, so Abeln-Bil. Ein Höhepunkt wird auch die Ausstellung „Loheland – Gelebte Visionen für eine neue Welt“ im „Vonderau Museum Fulda“ sein. Sie wird am 26. September um 18 Uhr eröffnet und ist bis 5. Januar 2020 zu sehen.

Viele weitere terminliche Highlights warten auf Besucher. Weitere Informationen gibt es unter www.loheland. de.

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