Eine schwere Last

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Bürger von Dorfborn klagen nach A 66-Lückenschluss über Zunahme des Schwerlastverkehrs auf der Kreisstraße 100 durch den Ortsteil.

Neuhof. "Hier herrscht Straßenverkehr ohne Ende." Mit diesen Worten beschreiben Elvira und Peter Schwarz aus Dorfborn den Zustand auf der Kreisstraße 100. Seit dem Lückenschluss der A66 hat offenbar der Durchgangsverkehr, vor allem mit Schwerlastern, merklich zugenommen. Das jedenfalls ist der Eindruck nicht nur der Familie Schwarz sondern mehrerer Anlieger, die jetzt eine Bürgerinititative gründen wollen.

Seit der Freigabe  des letzten Abschnitts der A 66 zwischen den Anschlussstellen Neuhof-Süd und Neuhof-Nord am 13. September  glauben einige Anwohner, dass sie "vom Regen in die Traufe gekommen" sind, was den Straßenverkehr betrifft.  Zwar sei  mittlerweile die alte B 40 stillgelegt. Dafür habe sich auf der Kreisstraße 100 ein Autoverkehr entwickelt, der einer untergeordneten Straße wie einer Kreisstraße in keiner Weise angemessen sei.

Überfallartig sei man seitdem einem internationalen, nationalen und überregionalem Autobahn-Ausweichverkehr  ausgesetzt, der von Tag zu Tag zunehme. Auf der Dorfstraße tummelten sich Mega-Sattelzüge, Gefahrgut-Transporter, Groß-Lkw mit Hänger, Holztransporter, Viehtransporter, Tieflader, Schwerlastverkehr mit geladenem Schrott, außerdem Klein-Lkw, Sprinter und Pkw aus ganz Deutschland und den angrenzenden Ländern. Viele Dorfborner haben den Eindruck, dass das Dorf seit der  A66- Freigabe mit seinen 600 Einwohnern zu einem "internationalen Drehkreuz" geworden sei.

"Die Lärmbelastung auf der  Dorfstraße, die Abgasbelastung, die Feinstaubentwicklung und das Gefahrenpotenzial für die an der K 100 lebenden Kinder und Erwachsenen ist sehr gestiegen. Permanent wird die Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 Stundenkilometern innerorts missachtet, trotz eines Geschwindigkeits-Displays und gelegentlicher mobiler Geschwindigkeitskontrollen durch die Gemeinde Neuhof", sagt Peter Schwarz.

Mehrere Petititonen und Schreiben an die unterschiedlichsten Behörden und Abgeordneten hat Schwarz mittlerweile gerichtet, darunter an das Land Hessen, den Verkehrsminister Tarek Al Wazir, die Straßenverkehrsbehörde "Hessen-Mobil", das Regierungspräsidium, die SPD-Landtagsabgeordnete Sabine Waschke und Neuhofs Bürgermeisterin Maria Schultheis – "um dem Spuk für die Anwohner ein Ende zu setzen", wie Schwarz es ausdrückt.

Schultheis äußert sich "Fulda aktuell" gegenüber wie folgt: "Die K 100 ist eine klassifizierte Straße, die auch als Umleitungsstrecke – im Falle eines Unfalls oder einer Störung – für die A 66 fungiert. Daher können keine Trennungen und dergleichen installiert werden. Die Gemeinde hat eine stationäre Blitzanlage für die Ortsdurchfahrt von Dorfborn beantragt. Außerdem wurde ,Hessen Mobil’ mit einer Lärmpegelmessung beauftragt, die eine Entscheidung über die Durchfahrt von Schwerlastverkehr ermöglichen soll. Der Schwerlastverkehr aus dem Vogelsberg wird sich Mitte 2015 reduzieren, da dann die ,Westspange’ in Betrieb genommen wird, die zur Autobahnauffahrt Neuhof-Süd führt. Herr Schwarz steht seit seinem Zuzug nach Dorfborn bezüglich der  Thematik mit uns in Verbindung und wurde per Email und in persönlichen Gesprächen von den zuständigen Mitarbeitern immer genauestens informiert." Zu Schwarz’  Vorwurf,  das neu ausgewiesene und dreifach vergrößerte Gewerbegebiet sowie  der in Dorfborn geplante Park & Ride-Parkplatz  würde den Schwerlastverkehr sogar noch zusätzlich erhöhen, sagt Neuhofs Bürgermeisterin: "Im Bereich des Autobahnanschlusses Neuhof-Nord ist ein Pendlerparkplatz auf der alten B 40 geplant, der aber nur für Pkw zur Verfügung steht."

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